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Ausbildungsmesse am Uniklinikum in Homburg

Berufe am Uniklinikum : Interessante Berufe mit viel Zukunft

Am Uniklinikum können am Schulzentrum zwölf Gesundheitsfachberufe erlernt werden. Und es gibt sogar Geld dafür.

Einen Beruf zu finden, den man mag, den man sinnvoll findet, den man sich gewünscht hat – das ist nicht einfach. Aber das gibt es. Zum Beispiel bei den Gesundheitsfachberufen. Nun, „die Krankenschwester“ kennt jeder, aber damit ist noch längst nicht alles abgedeckt.

Wer weiß schon, dass am Homburger Uniklinikum junge Leute in 12 verschiedenen Gesundheitsfachberufen ausgebildet werden können? Um dies den saarländischen Schülerinnen und Schülern vorzustellen, gab es am vergangenen Freitag eine Ausbildungsmesse auf dem Campus des Uniklinikums.

Natürlich nimmt der Bereich Pflegeberufe, Hebammen und Operationstechnische Assistenten (OTA) einen großen Raum ein. Aber es gibt auch die Ausbildung in Medizinisch-technischen und pharmazeutisch-technischen Assistenzberufen, ebenso werden therapeutische Berufe wie Diätassistenz, Orthoptik und Physiotherapie angeboten.

„Es gibt für alle Azubis vom ersten Lehrjahr an jetzt eine finanzielle Vergütung, die über drei Jahre gestaffelt ist“, erklärt Ulrich Wirth, der Leiter des Schulzentrums, „dafür wurde lange gekämpft, das haben wir jetzt erreicht. Das ist eine tolle Sache. Und Punkt zwei: alle jungen Leute, die bei uns einen Abschluss haben, bekommen sofort eine Stelle.“

Das ist gerade für viele Eltern ein gutes Argument, mit dem Sohn oder der Tochter die Ausbildungsmesse zu besuchen. „Es sind gute Berufe und sie bieten Sicherheit“, sagt eine Mutter, die aus Ramstein mit ihrer Tochter gekommen ist. Sie kennt eine in Homburg ausgebildetet Diät-Assistentin aus der Nachbarschaft, die mit einem Amerikaner verheiratet und nach USA gezogen ist: „Dort hat sie sofort eine Stelle gefunden. Da sieht, man wieviel eine gute Ausbildung wert ist.“

Überall waren Stände aufgebaut, an denen die einzelnen Fachausbildungen erklärt wurden. „Wir können uns nichts Schöneres vorstellen als Hebammen zu werden“, sagen Ann-Kristin und Chiara, beide im dritten Lehrjahr. Chiara hat einen kleinen Bruder, „den habe ich immer gerne versorgt, das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich dies zu meinen Beruf machen wollte.“ Auch Ann-Kristin hat sich immer um die „Kleinsten in der Familie“ gekümmert, „das bleibt dann hängen und man möchte in diesem Bereich arbeiten.“ Ausbilderin Heidi Gusenburger hört es gerne: „Es ist ein wunderbarer Beruf, man bekommt auch sehr viel dabei zurück.“

Außerdem, so die beiden Auszubildenden, „kann man das Erlernte sofort in der Praxis umsetzen. Das ist ein tolles Gefühl, wenn man immer mehr Handgriffe auch mal alleine machen darf.“ Lisa Maria Borkowski ist Auszubildende in der Orthoptik. „Viele Schülerinnen kommen und fragen, was das ist. Wenn sie es erfahren, finden sie es sehr interessant.“ Orthoptisten sind Experten auf dem Gebiet der Erkennung und Behandlung von funktionellen Erkrankungen der Augen. Sie sind vorwiegend in Augenkliniken oder in Augenarztpraxen oder Augenzentren tätig. „Es ist eine anspruchsvolle Ausbildung“, sagt Maria, „es gibt jedes Jahr fünf Plätze und deutlich mehr Bewerbungen.“

Dass sich Kliniken um die „OTA’s“ reißen, ist kein Wunder, denn sie sind neben den Ärzten die Schlüsselfiguren bei jeder OP, die Operationstechnischen Assistenten. Von wegen nur „den Tupfer, Schwester“. „Das Wissen ist sehr komplex, der Beruf ist anspruchsvoll, auch körperlich. Aber ich würde es immer wieder machen“, betont Georg Bastian. An seinem Stand liegen verschiedene Instrumente, Bauchlappen, Schalen. „Es gibt Schichtarbeit, es gibt Bereitschaftsdienste, es gibt auch mal Stress, aber es ist ein toller Beruf.“

Die Ausbildung dauert drei Jahre, wenn man sich von einem Pflegeberuf heraus fürs OP schulen lassen möchte, kann man dies mit einer zweijährigen Fachweiterbildung tun. „Wir brauchen Nachwuchs“, wirbt Pflegedirektor Wolfgang Klein, „wir wünschen uns noch viel mehr interessierte junge Leute.“ Lena Bastian und Jana Huber sind auf dem Weg, Diätassistentinnen zu werden. Sie schätzen die Vielfalt der Ausbildung, „von der Küche bis zum Computer“. Die Berufsaussichten sind perfekt, sie reichen von medizinischer Ernährungsberatung in einem Krankenhaus bis hin zu Sportvereinen oder gar Modelagenturen, denn eine passende Diät brauchen viele Menschen. Lena ernährt sich seit ihrer Ausbildung auch selbst viel bewusster: „Ich achte da sehr darauf.“ Kürzlich war bekanntlich Königin Máxima aus den Niederlanden am Uniklinikum zu Besuch. Mit einer Top-Figur, die ohne Diätassistentin wohl nicht möglich wäre.