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Ausbau Untergeschoss Dorfgemeinschaftshaus Oberwürzbach

Ortsrat Oberwürzbach : Vereine leiden weiter unter Raumnot

Die Räume im Untergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses in Oberwürzbach sind noch nicht nutzbar.

Mit der Eröffnung des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) in Oberwürzbach wurde ein weiterer großer Baustein zur Entwicklung der Dorfmitte am Bach hinzugefügt. Bereits während der Planungen wurden gemeinsam mit dem Ortsrat die Weichen für ein Gebäude mit einem Untergeschoss gestellt. Ein Platzgewinn, der den vielen Vereinen im Dorf zugute kommen soll. Seit der Eröffnung des DGH im August 2019 befinden sich diese Räume allerdings noch im Rohbau. Natürlich ist der Wunsch der Dorfgemeinschaft, auch diesen Platz uneingeschränkt nutzen zu können. Viele Vereinsmitglieder mit helfenden Händen hatten sich bereit erklärt, diverse Arbeiten zu übernehmen.

Aus der Stadtverwaltung erhielt dieses Engagement jedoch einen Dämpfer. Denn der Ausbau in Eigenleistung ist rechtlich nicht zulässig, wie bei einem Treffen der Ortsvorsteherin mit dem Oberbürgermeister deutlich wurde. Da es sich bei dem DGH um eine Versammlungsstätte handele, können die erforderlichen Konfirmitätsbescheinigungen und Abnahmen nicht von Ehrenamtlichen erbracht werden. Diese sind jedoch für einen ordnungsgemäßen Betrieb zwingend erforderlich, weshalb hier nur ein Ausbau mit Fachfirmen erfolgen darf. Allerdings, so Lydia Schaar in der jüngsten Ortsratssitzung, sei sie mit dem OB überein gekommen, „dass wir den Ausbau brauchen“. Soweit die gute Nachricht. Die andere Seite der Medaille: Ein sofortiger Start ist nicht möglich, da die Personaldecke des Rathauses im Moment sehr dünn sei. Eine Ausschreibung eines Bautechnikers sei erfolglos geblieben. Sobald personelle Ressourcen frei würden, werde mit den vorbereitenden Arbeiten, also der Aufstellung der HU-Bau als Grundlage zur Förderantragsstellung beim Umweltministerium, begonnen.

Noch einen Wermutstropfen gibt es bei aller Freude, denn für den Ausbau des Untergeschosses muss ein Projekt aus der Prioritätenliste der Abteilung Gebäudemanagement zurückgestellt werden. Ginge es nach den Ortsratsmitgliedern, würde es eher heute als morgen mit dem Umbau losgehen, denn „das ist ein städtischer Raum, von dem alle St. Ingberter was haben“, so Patrick Schmitt. Die Räume mit Blick auf den Spielplatz seien eine echte Alternative, die man Gruppen und Vereinen anbieten könne. Ein „echter Zugewinn“ also. Schon deshalb sei die Planungsentscheidung gegen eine sandgefüllte Grube zugunsten dieses Raumes die einzig richtige gewesen. „Gut, dass man sich bei der Verwaltung mit einer Verschiebung der Prioritäten anfreunden kann“, findet deshalb der Sprecher der CDU-Fraktion im Ortsrat. Mit der Zusicherung dieser finanziellen Grundlage stehe der Umwidmung nun nichts mehr im Wege, betonte Schaar, die sich über diese Zusage ebenfalls „extrem“ freue. Vereinsmitglieder, die bei der Sitzung anwesend waren, stünden für Malerarbeiten und Dinge, die auch Laien leisten könnten, jederzeit zur Verfügung. Dunja Sauer (SPD) verwies in diesem Zusammenhang auf ein ähnliches Projekt in Heckendalheim, bei dem Eigenleistung möglich war. Ein Zuhörer der öffentlichen Sitzung, Mitglied eines ortsansässigen Musikvereins, schilderte die (Raum-)Not seines Orchesters: „Wir werden hier als Verein ein Stück weit allein gelassen. Nach Corona versuchen wir, den MV nochmal aufzupäppeln und deshalb ist es ärgerlich, dass wir einen Raum haben, ihn aber nicht nutzen können. Das ist ein Raum, der könnte gut von ganz Oberwürzbach genutzt werden. Und wenn das die Stadt personell nicht stemmen kann, dann soll sie den Auftrag eben anderweitig vergeben. Dafür gibt es doch Fachbüros.“