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Aus Sodbrennen kann echte Refluxkrankheit werden

Aus Sodbrennen kann echte Refluxkrankheit werden

Das ätzende Gefühl in der Speisröhre, Sodbrennen genannt, kennt so gut wie jeder. Was daraus werden kann, erläutert Dr. Matthias Schelden am kommenden Dienstag in der Cafeteria des Kreiskrankenhauses St. Ingbert.

Sodbrennen kennt so ziemlich jeder. Was der Chirurg aber mit dem ätzenden Gefühl in der Speiseröhre zu tun hat, ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Dr. Matthias Schelden, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Ingberter Kreiskrankenhaus, kann dazu einiges sagen: "Gelegentliches Sodbrennen ist kein Anlass zur Sorge, jeder Vierte kennt die Symptome. Aber bei jedem zehnten Patient kommt es zu einer echten Refluxkrankheit. Das bedeutet oft eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität." Das lateinische Wort Reflux steht für Rückfluss und bezeichnet das Problem: Die Verdauungssäfte aus dem Magen steigen in die Speiseröhre auf. "Diese Krankheit zählt zu den häufigsten der inneren Medizin", erläutert der Chirurg. Eine Behandlung ist notwendig, denn andernfalls drohen chronische Entzündungen der unteren Speiseröhre, Geschwüre, Atemwegserkrankungen oder schlimmstenfalls Krebs. In den meisten Fällen gelingt die Behandlung mit Ernährungsumstellung und Medikamenten. Letztere sind nach den Worten des Chefarztes das erste Mittel der Wahl und sehr gut wirksam. Wo das aber nicht greift, kommt der Chirurg ins Spiel.

Schelden: "Die Ursache des Übels ist ein erschlaffter unterer Speiseröhrenmuskel, der im gesunden Zustand als Druckbarriere gegen Verdauungssäfte dient." Bei den meisten Betroffenen sei die Lücke im Zwerchfell, durch die die Speiseröhre in den Magen mündet, zu groß. Dadurch könne sich unter anderem auch ein Teil des Magens nach oben in die Brusthöhle verlagern, was dann auf jeden Fall eine Operation erforderlich mache. In früheren Jahren war die Reflux-OP eine knifflige Sache. Da sich das Operationsfeld hinter dem Brustkorb befindet, mussten die Ärzte ordentlich schneiden - mit allen dazu gehörenden Risiken.

Das sieht heute anders aus. Schelden erläutert, wie beim Leistenbruch und anderen Operationen lasse sich der Eingriff in aller Regel mininmal-invasiv machen, also mit kleinen Schnitten, durch die der Chirurg sein Werkzeug in den Körper einbringt. "Diese Operation ist nicht in jedem Krankenhaus möglich", sagt der Mediziner. Am St. Ingberter Kreiskrankenhaus aber sehr wohl. Die Informationen zu dem Thema seien noch rar.

Dr. Matthias Schelden referiert am Dienstag, 26. November, um 18.30 Uhr in der Cafeteria des Kreiskrankenhauses über das Thema Sodbrennen und operative Behandlung. Interessierte Bürger sind eingeladen. Eintritt frei.