Auf Du und Du mit der Honigbiene

Homburg/St. Ingbert. "Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr": Es war kein Geringerer als Albert Einstein, der mit diesen Worten punktgenau festhielt, welche immense ökologische Bedeutung Bienen zufällt

Homburg/St. Ingbert. "Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr": Es war kein Geringerer als Albert Einstein, der mit diesen Worten punktgenau festhielt, welche immense ökologische Bedeutung Bienen zufällt. Wie faszinierend der Umgang mit diesen unverzichtbaren Insekten ist, die zudem noch Honig produzieren, steht im Mittelpunkt des Kurses "Auf Du und Du mit der Honigbiene", der am Samstag, 23. Januar, auf Hof Hochscheid bei Hassel anfängt. Leiter des Lehrgangs, der über insgesamt zehn Einheiten geht, ist der Imker Hans-Werner Krick. "Kaum jemand kann sich der Faszination eines Bienenvolkes entziehen. Abertausende von Tieren, die auf engstem Raum zusammen leben und arbeiten - und dennoch funktioniert alles reibungslos nach einem großen Plan, scheinbar ohne Aufseher, ohne Akkordprämien und vor allem ohne Chaos. Unglaubliches scheinen diese kleinen Tiere zu vollbringen. Viele Millionen von Blütenpflanzen bestäubt jede Biene, mehrere Weltumrundungen sind notwendig, um ein Glas Honig zu produzieren", skizziert Krick einige der spannendsten und interessantesten Merkmale und Besonderheiten. Stechlust, Aggressivität und Gefährlichkeit der Bienen, denen man sich nur mit äußerster Vorsicht und am besten dick vermummt nähern sollte, sind aus seiner Sicht Ammenmärchen aus längst vergangener Zeit. "Wenn man sich unter fachkundiger Anleitung einmal näher mit der Haltung und Pflege von Honigbienen, mit der Imkerei, beschäftigt, erkennt man schnell, dass alles ganz anders ist." Die ersten Treffen des Lehrgangs finden noch "indoor" in der Wanderhütte auf Hof Hochscheid bei Hassel statt. Mit dem nahenden Frühling wird dann aber vorwiegend in freier Natur unmittelbar mit und an den Bienen gelernt und gearbeitet. "Vorkenntnisse sind keine erforderlich, und was das Alter betrifft, so ist angefangen von der Grundschule bis zum rüstigen Pensionär alles möglich - man ist selten zu jung und nie zu alt, um sich mit diesen Tieren und ihrer wunderbaren Lebenswelt zu beschäftigen", umschreibt Hans-Werner Krick die Teilnahmebedingungen. Schwerpunkt des Kurses sei die art- und vor allem wesensgemäße Bienenhaltung. Bienen würden nicht wie in der klassischen Imkerei in erster Linie als Erwerbsmittel zur Honigproduktion betrachtet, sondern als äußerst nützliche Insekten, die allerdings zunehmend der menschlichen Hilfe und Unterstützung bedürfen, um in der Kulturlandschaft überleben zu können. "In Zeiten globalisierter Warenflüsse ist es kein Problem, Honig zu niedrigen Preisen aus aller Welt zu importieren. Doch was mit dem Nahrungsmittel Honig nicht importiert werden kann, ist die eigentliche Arbeitsleistung der Bienen: die Bestäubung. Bienen und andere Insekten wie Hummeln, Hornissen oder Schmetterlinge nehmen damit nicht nur unmittelbar Einfluss auf die Qualität des Obstes, sondern leisten auch einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt im Pflanzenbereich. Und gerade diese Artenvielfalt gerät in einer Landschaft, die intensiv durch Landwirtschaft, Freizeitaktivitäten, Zersiedelung und wirtschaftliche Nutzung geprägt ist, immer mehr in Bedrängnis", führt Krick aus. Bienenhaltung sei eine gute Methode, diesen Trend zu stoppen oder abzumildern. bamDie Kosten betragen 90 Euro pro Teilnehmer. Infos beim Kursleiter Hans-Werner Krick unter Tel. (0160) 915 591 74.

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