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Auch Rathäuser in St. Ingbert und dem Bliestal schützen sich

Kostenpflichtiger Inhalt: Geschlossene Rathäuser : Rathäuser halten Türen weiter verschlossen

Die öffentlichen Verwaltungen in St. Ingbert und den drei Bliestal-Gemeinden setzen auf Distanz und das Homeoffice.

Während im Zuge der allmählichen Lockerung der Corona-Einschränkungen immer mehr Geschäfte öffnen, bleiben die Rathäuser und sonstigen öffentlichen Dienststellen vorerst weiterhin für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Frage, wann in ihren Dienststellen wieder „Normalbetrieb“ einkehrt, können die Bürgermeister in unserer Region unisono nur mit einem Achselzucken beantworten: „Wir wissen es nicht“, heißt es aus den Rathäusern in St. Ingbert, Blieskastel, Mandelbachtal und Gersheim auf Anfragen unserer Zeitung. Ein geringerer Teil der Rathaus-Bediensteten ist ins Homeoffice gewechselt. Ansonsten erledigen Beamte und Angestellte ihre Jobs relativ normal. Der Kontakt zu den Bürgern bleibt jedoch auf Telefon und Internet beschränkt.

Die Stadtverwaltung St. Ingbert hat rund 540 Mitarbeiter. Dabei gibt es eine große Spezifikation: Pädagogisches Personal arbeitet in der Notbetreuung der Kitas, das Personal bei Reinigung und der Betriebshof in Kleingruppen. In der eigentlichen Verwaltung wurde, wo sinnvoll oder medizinisch angezeigt (Vorerkrankungen), Homeoffice angeboten, um Ausfälle durch Erkrankung und Quarantäne zu vermeiden, so Stadtpressesprecher Florian Jung. Eine starke Beanspruchung liege zurzeit im Bereich des Ordnungsamts und der im Kontext Covid-19 arbeitenden Mitarbeiter aus allen Aufgabenbereichen vor. Die Homeoffice-Regelung haben im Durchschnitt rund 65 Mitarbeiter pro Woche in Anspruch genommen. In der St. Ingberter Verwaltung gab es bisher keine Corona-Erkrankungen, allerdings wenige Fälle von Quarantäne. Die habe man aber kompensieren können, so Jung.

Die Stadt Blieskastel beschäftigt derzeit 190 Mitarbeiter. Davon arbeiten 34 zu Hause, allerdings nicht permanent, sondern durchaus auch im Wechsel je nach Arbeitszeit-Modell, so Stadtpressesprecher Jens Welsch. Die stadteigene Freizeitzentrum GmbH hat dagegen Konsequenzen aus der derzeitigen Schließung ihrer Anlagen gezogen und beschäftigungslose Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt (wir berichteten). Ein Mitarbeiter der Blieskasteler Verwaltung ist im Zuge der Krise an Corona erkrankt. Zum Glück für seine Kolleginnen und Kollegen war er jedoch bereits krank aus dem Urlaub zurückgekehrt und vor seiner Genesung nicht im Dienst.

Im Rathaus der Gemeinde Mandelbachtal sind aktuell 37 Mitarbeiter beschäftigt. Nach der Ausbreitung der Corona-Pandemie wurde von Seiten der Verwaltung die Möglichkeit des Arbeitens im Homeoffice vorübergehend verstärkt angeboten. Derzeit machen knapp die Hälfte der Beschäftigten hiervon Gebrauch, so Bürgermeisterin Maria Vermeulen. Es finde eine Präsenzrotation in den einzelnen Fachbereichen statt. Gerade in mehrfach belegten Büros sei so der Schutz des Einzelnen besser zu gewährleisten.

Ebenso wurden der Abbau von Resturlaub aus dem Jahr 2019 und Überstunden angeordnet sowie im Bereich des Bauhofs die Verkleinerung und zeitliche Trennung der Kolonnen organisiert. Die Mitarbeiter im Homeoffice seien über ihre Dienstrufnummer erreichbar und für die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes werde Sorge getragen.

Da die Gemeinde Mandelbachtal über kein kommunales Unternehmen verfügt, das der Einnahmegenerierung dient, wurde keine Kurzarbeit angeordnet. Auch in der Gemeindeverwaltung in Mandelbachtal gibt es bisher eine Corona-Erkrankung. Allerdings bestand in den letzten zwei Wochen vor der Erkrankung kein Kontakt mit dem Rathaus, und die Person sei auf dem Weg der Besserung, so Vermeulen.

Von den 30 Beschäftigten der Gemeinde Gersheim sind zwei Mitarbeiter im Homeoffice. Es wurde keine Kurzarbeit beantragt, und es gibt in der Verwaltung auch keine Corona-Fälle, hieß es aus dem Rathaus.