Auch leise spielen soll gekonnt sein

Ormesheim. "Ich mag Musik nur, wenn sie laut ist", tönte einst Herbert Grönemeyer vor einigen Jahren. "Armins fidele Koppelbergmusikanten" wird es möglicherweise ähnlich gegangen sein. Die Koppelberger sind die Abteilung für volkstümliche Blasmusik des Orchestervereins Harmonie Ormesheim (OHO)

Ormesheim. "Ich mag Musik nur, wenn sie laut ist", tönte einst Herbert Grönemeyer vor einigen Jahren. "Armins fidele Koppelbergmusikanten" wird es möglicherweise ähnlich gegangen sein. Die Koppelberger sind die Abteilung für volkstümliche Blasmusik des Orchestervereins Harmonie Ormesheim (OHO). Üblicherweise geben Kapellen, die sich diesem Genre verschrieben haben, meist hinsichtlich der Lautstärke alles. Das muss nicht zwangsläufig zielführend sein. Für die nach dem Gründer Armin Henn benannte Truppe, hieß es am Wochenende nämlich lernen. Keinen geringeren als den populären Komponisten Peter Schad konnten sie nämlich für einem Workshop gewinnen.

Und der Oberschwabe bat die Musiker zunächst eines: Leise spielen. Man habe ja auch in den rund 13 Jahren des Bestehens nie groß geprobt, erklärte Thomas Hafner, der OHO-Vorsitzende. Anders als beim Großen Orchester finden sich "Armins fidele Koppelbergmusikanten" meist nur zu Auftritten zusammen. Schad habe ihnen zunächst einmal eine Polka so erklärt, und nun weiß man erst so richtig, was man spielt. "In der Musik ist wesentlich mehr drin, als wir bislang damit angefangen haben", versicherte der Vereinschef. Und von dem, was die Musiker vom Bad Urzacher Spezialisten Schad gelernt haben, konnte sich das Publikum im Saal Niederländer am Sonntagnachmittag bei einem kleinen Konzert überzeugen. Vier Takte des "Frühlingswalzers" hätten am Samstag gereicht, um nach Wochen der Trübsal die Sonne herbeizuzaubern, so Dirigent Schad. Man erliegt gleich dem Charme des Schwaben, der die Aufführung zum Workshop-Abschluss auch stets humorvoll moderierte.

Im Laufe des eineinhalbstündigen Programmes ohne Pause hatten immer wieder Solisten die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Waren es bei der "Posaunen-Polka" die gleichnamigen Instrumente, so standen bei "Großvaters Uhr" die Es-Klarinette und das Tenorhorn im Vordergrund. Für regelrechtes Gänsehautgefühl gepaart mit der gewissen Romantik sorgten die Trompeter bei "Traumland". Bei "Junge Tenöre" dominierten hingegen das Tenorhorn und das Bariton. Da war es nicht verwunderlich, dass Peter Schad am Ende stehende Ovationen entgegentraten. Er bedankte sich mit einer Zugabe. "Das sind tolle, gute Musikanten", betonte er im Gespräch mit der SZ.

Es habe ihm richtig Spaß gemacht. Vor allem sei es immer wieder schön, wenn er zu einem Workshop komme und es würden seine Stücke gespielt. Das sei stets eine Art von Ankommen. Insgesamt bescheinigte er jedoch Armins fidelen Koppelbergmusikanten "Blasmusik auf hoher Ebene". Aber es gäbe auch keine Musiker mit Schwächen, betonte Peter Schad. Das Denken, Fühlen und das Musizieren sei überall gleich. Aber, die beiden Tage in Ormesheim haben ihn neugierig gemacht. Dank der guten Küche habe er den Entschluss gefasst, wieder kommen zu wollen.