Anwohner feiern auf eigene Art

Am vergangenen Wochenende hatte der Verein Gehnbachfreunde wieder zum traditionellen Gehnbachfest eingeladen. Einmal mehr legten sich die Mitglieder mächtig ins Zeug und betrieben allerbeste Werbung in eigener Sache.

"Wir bieten was, was nicht jeder bietet", sagt Heinrich Dümmler selbstbewusst. Er ist der Vorsitzende des Vereins Gehnbachfreunde, die am Wochenende drei Tage lang das traditionelle Gehnbachfest veranstalteten. Das gibt es schon seit 1989 alljährlich auf einem kleinen Wiesenstück nahe dem Einmündungsbereich von Gehnbachstraße und Zum Nassauer Graben. Doch zurück zum Unterschied zu anderen Festen. Man dürfe die saarländische Freiluft-Gastronomie nicht immer nur auf Rostwürste und auf Schwenker reduzieren, erklärt Dümmler im Gespräch mit unserer Zeitung. Deshalb setzte man bei den Gehnbachfreunden auch auf Speisen, die auf Stadtfesten meist Mangelware sind. Obwohl die Geschmacksnerven der Gäste danach lechzen. Rund 40 der aktuell 70 Vereinsmitglieder waren bei der diesjährigen Auflage des Festes im Einsatz. Als am Sonntagabend das letzte Bier den Zapfhahn verlassen hatte, dürfte die Mitgliederkartei größer geworden sein. Denn der Zusammenschluss aus Anwohnern und ehemaligen Nachbarn ist im Aufwärtstrend. "Ich gehe von 100 Mitgliedern aus, die wir nun haben werden", so Heinrich Dümmler. Dabei gibt es den Verein als solchen erst seit drei Jahren. Zuvor habe eine lose Runde über lange Jahre hinweg immer das Fest organisiert. Den Erlös will man der Kindertagesstätte Herz Mariae und der Jugendabteilung der DJK-SG St. Ingbert zur Verfügung stellen. Da drängt sich angesichts der Traditionsfeste, die überall im Land in der Versenkung verschwinden und etlicher Vereinsauflösungen, von denen auch St. Ingbert nicht verschont ist, die Frage auf, was die Gehnbachfreunde anders machen. "Ganz einfach. Wir binden die Jugend frühzeitig ein. Das haben viele noch nicht begriffen", erklärt Dümmler und grinst dabei. Wird ein Vorstandposten in absehbarer Zeit frei, steht mindestens eine Person für die Nachfolge bereit. Meist sind es gar zwei.

Grunge-Rock und Bauchtanz

Im Vordergrund stand aber am Wochenende dennoch das Feiern. Neben zahlreichen Anwohnern, konnte man auch dieses Mal Leute wiedersehen, die jedes Jahr kommen, aber schon lange nicht mehr hier wohnen. Und die Organisatoren hatten einiges an Musikprogramm auf die Beine gestellt. So heizten am Freitagabend die Saarbrücker "rebellsoul" mit Alternative Grunge-Rock den Leuten auf dem Gehnbachfest ein. Das Blieskasteler Trio "Double D and friends" lieferte am Samstagabend Akustik Rock ab. Konventioneller ging es am Sonntag zu, als der MGV Frohsinn Liedbeiträge zum Programm beisteuerte. Doch die Organisatoren hatten auch zwei Überraschungen parat: Am Samstagabend trat die St. Ingberter Bauchtanzgruppe "Die Perlen des Orients" (Leitung: Genevieve Sehn) auf. Zudem gab ein vielversprechendes St. Ingberter Gesangstalent am frühen Abend Kostproben seines Könnens: Sina Marie Nothoff (12) traf völlig unvorbereitet, nachdem sie bereits 2015 schon einmal Gast auf dem Fest war, auf "Double D and friends". Eine Herausforderung, die gelang. Konrad Weisgerber führte am Sonntagnachmittag fachkundig die Wanderer zum "Kuhflatterbrunnen" in der Gehnbach.