Anwohner beklagen kurzfristige Baumaßnahmen in der Innenstadt von St. Ingbert

Kostenpflichtiger Inhalt: Kurzfristige Straßenarbeiten : Ärger um Bauarbeiten in der Hobelsstraße

Wegen des schlechten Straßenzustandes wird zudem in der Prälat-Goebel-Straße die Asphaltschicht erneuert. Mehrere Anwohner beklagen eine mangelnde Vorabinformation.

Nicht schlecht dürften die Anwohner der Hobelsstraße und Prälat-Goebel-Straße am vergangenen Montagmorgen, 25. November, geschaut haben, als plötzlich Baumaschinen und Halteverbots-Schilder vor ihren Häusern aufgetaucht sind. Für viele von ihnen kommen die Bauarbeiten, die bereits in den frühen Morgenstunden begangen, wie aus dem heiteren Himmel. Bei nicht wenigen führt dies zu teils erheblichen Problemen in ihrem Alltag.

„Mein Vater ist pflegebedürftig und hat jeden Tag Arzttermine“, schildert die sichtbar ratlose Katharina Noll, während sie gerade mit ihren Wagen vor der spontanen Baustelle steht. Eigentlich wollte die 51-Jährige ihren Vater die kommenden Tage zur Behandlung in die Homburger Klinik bringen. Sie könnte zwar ihren Wagen im nahe gelegenen Parkhaus parken, ihr Vater könne aber unmöglich die steile Straße hinablaufen. „Wir wissen momentan nicht, wie wir wegkommen sollen“, erklärt sie.

Auch andere Anwohner zeigen sich angesichts der kurzfristigen Bauarbeiten vor ihren Häusern verärgert. Auf den Bauarbeitsschildern würde nur der Beginn der Bauarbeiten stehen, nicht aber das Ende. Viele seien zudem erst zwei Tage vorher durch einen Handzettel der Firma Peter Gross Tiefbau informiert wurden. In dem Schreiben, welches unserer Redaktion vorliegt, kündigt die Firma die Bauarbeiten in den beiden Straßen an. Wegen der Erneuerung der Asphaltdecke werde eine beidseitige Park- und Halteverbotszone eingerichtet. Die Anwohner mögen zudem ihre Fahrzeuge außerhalb des Baufeldes parken, das sich von der Einmündung Wollbachstraße bis Hobelsstraße 62 und über die komplette Prälat-Goebel-Straße erstreckt, wie es weiter in dem Schreiben an die Anwohner heißt.

Auf Nachfrage gab man bei der Stadtverwaltung zu, dass man es versäumt habe, rechtzeitig eine entsprechende Mitteilung zu veröffentlichen. Die entsprechende Anordnung für die Bauarbeiten sei seitens der Stadt bereits zum 8. November erfolgt. Auch die Mitteilung durch die mit dem Bau beauftragten Firma Peter Gross Tiefbau sei recht spät erfolgt. „Grundsätzlich sind die für die Arbeiten zuständigen Firmen dazu angehalten, die Anwohner rechtzeitig zu informieren“, erklärt die Stadt-Pressesprecherin Maria Müller-Lang. Die meisten Firmen würden dies jedoch recht schleppend umsetzen, wie die Erfahrung zeige.

Die kurzfristigen Bauarbeiten in der Hobelsstraße und Prälat-Goebel-Straße führen bei nicht wenigen Anwohnern zu Problemen in ihrem Alltag. Foto: Tom Peterson

Bis mindestens Samstag, 30. November, müssten sich die Anwohner laut Stadtverwaltung noch gedulden. Dann soll die Straßensanierung planmäßig beendet sein – zumindest solange das Wetter mitspielt. Hört man sich bei den Anwohnern um, haben einige auch eine ganz spezielle Vermutung für die kurzfristigen Bauarbeiten: „Wenn der Bundespräsident kommt, wird die Straße schön gemacht. Ansonsten können wir normalen Leute schauen wo wir bleiben“, hieß es da.

Bedenkt man, dass die kommende Aufzeichnung der Sendung „Weihnachten mit dem Bundespräsidenten“ in der nahe gelegenen St. Josef-Kirche stattfindet, wirkt dieser Gedanke zunächst nicht völlig aus der Luft gegriffen. Laut Stadt ist jedoch nicht der Besuch des Bundespräsidenten der Grund für die Bauarbeiten. Vielmehr seien diese wegen des sehr schlechten Straßenzustandes schon länger geplant gewesen.