Anwohner-Ärger: Verlegung der Bushaltestelle in Reichenbrunn

Busnutzer verärgert : Haltestelle wird ohne Hinweise verlegt

Verärgerte Anwohner in Reichenbrunn: Haltepunkt „In der Brunnenwiese“ wandert von Seniorenwohnanlage weg.

Manfred Fries wohnt in einer Seniorenwohnanlage in der Würzbachstraße in Reichenbrunn und fährt oft mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Bisher war die Haltestelle für den Linienbus gerade mal einen Steinwurf von seinem Haus entfernt. Vor kurzem wurde die Haltestelle „Brunnenwiese“ mit Fahrtrichtung St. Ingbert gegenüber der Kirche allerdings abgebaut und verlegt. Derzeit ist rund 150 Meter vom ehemaligen Standort eine Ersatzhaltestelle eingerichtet, die auf dem Fahrplan als Standort „Reiskirchen Denkmal“ ausweist.

„Niemand kümmert sich darum, dass das ausgetauscht wird“, ärgern sich die Anwohner zusätzlich. Aus Gewohnheit und weil die Reichenbrunner nicht über die Verlagerung des Haltepunktes informiert wurden, stand der Senior eines Tages am „alten“ Haltestellenplatz, denn auf der Straße ist die Bushaltestelle noch markiert. Wie er sagte, hätten auch einige der Busfahrer nichts von der Veränderung gewusst.

Einige ältere Menschen aus der Seniorenanlage empfinden sowohl das Umsetzen der Haltestelle als auch die mangelnde Information eine Zumutung, denn viele von ihnen sind auf den ÖPNV angewiesen. Fries wundert, dass auch der Seniorenbeirat, in dem er selbst aktiv ist, davon nicht unterrichtet worden sei. „Nachdem ich davon erfuhr, habe ich eine Anfrage an die Stadt gestellt. Die Antwort steht noch aus“, sagt dessen Vorsitzender, Hans Bur, dazu. Außerdem findet er klare Worte zur Kommunikation: „Es wäre besser, offiziell informiert zu werden und solche Dinge nicht über die sozialen Netzwerke zu erfahren. Es ist nicht gut, wenn man erst davon erfährt, wenn schon Tatsachen geschaffen wurden.“

Ähnlich sieht das auch der Ortsrat von Oberwürzbach, obwohl die Verlegung in diesem Gremium bekannt war. In der jüngsten Ortsratssitzung war kritisch angemerkt worden, dass auf Nachfrage keine Rückmeldung aus dem Rathaus erfolgte, die Haltestelle aber schon verlegt ist. Der Rat wusste zwar um die Verlegung und hatte bereits im November die vorbereitenden Arbeiten gesehen. Zum diesem Zeitpunkt war die künftige Haltestelle schon markiert. Damals bat der Ortsrat die Verwaltung darum, sich die Situation nochmals anzuschauen und sicherzustellen, dass die tangierten Grundstücke hinsichtlich ihrer Zufahrten nicht eingeschränkt sind. Derzeit seien die Grundstücke nicht bebaut, was aber in Zukunft prinzipiell möglich sei, wie die Ortsvorsteherin sagt. Im Falle der Bebauung an dieser Stelle sei daher auch eine eine erneute Verlegung der Haltestelle denkbar.

Ausgangspunkt der jetzigen Verlegung des alten Haltepunktes an die neue Stelle sei laut Lydia Schaar ebenfalls eine Bebauung gewesen, die gegenüber der Reichenbrunner Kirche geplant ist. Die Anwohner an der Ecke In der Brunnenwiese/Würzbachstraße fragen unterdessen, ob es nicht einen Platz für die neue Haltestelle gegeben hätte, der weiter an der Seniorenwohnanlage liegt. „Nein“, sagt dazu Stadtpressesprecher Peter Gaschott, „die neue Haltestelle wird barrierefrei. Und um dies zu realisieren, reicht der Platz an anderer Stelle nicht aus. Für den barrierefreien Ausbau braucht es ein langes, gerades Stück Fußweg. Dort, wo sie jetzt hinkommt, ist es ideal.“ Wie Gaschott weiter ausführt, ist der Ausbau am kommenden Montag abgeschlossen.

Manfred Fries sieht aber noch ein anderes Problem: „An der alten Stelle konnte man bis zum Eintreffen des Busses an der gegenüberliegenden Haltestelle des Gegenverkehrs trocken im Wartehäuschen stehen. Das ist bei der neuen Haltestelle nicht mehr möglich.“

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