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An jeder Kreuzung wartete schon ein wärmendes Getränk

An jeder Kreuzung wartete schon ein wärmendes Getränk

Trotz Regen und Wind hatte sich am vergangenen Samstag eine ansehnliche Gruppe an der Rittersmühle eingefunden. Der Turnverein Oberwürzbach hatte zu der alljährlichen Kohl- und Pinkelwanderung eingeladen.

Die Kohl- und Pinkelwanderung ist eigentlich eine alte Tradition, deren Herkunft aus Norddeutschland rührt, erklärte Klaus Märkert vom Oberwürzbacher Turnverein. Vor etlichen Jahren hatte er das alte Brauchtum aus seiner Heimat in die Saarpfalz mitgebracht. Dort ist diese spezielle Wanderung Tradition und oft Höhepunkt eines jeden Vereinsjahres.

Mit Kohl ist der Grünkohl gemeint, der nach der Wanderung traditionsgemäß in einem Wirtshaus gegessen wird. Und mit Pinkel ist eine andere regionale Spezialität gemeint, und zwar eine etwas fette Wurst, die gerne zum Grünkohl gegessen wird.

Die Teilnehmer der Wanderung machten sich gut gelaunt auf den Weg und konnten an der ersten großen Kreuzung gleich eine erste Spezialität dieser Wanderung kennenlernen. "Das ist ja eine 4-Sterne Kreuzung", lobte dort Rudolf Müller .

Weil es eine Winterwanderung war, musste an jeder Wegekreuzung für die Erwärmung und Stimmung des Wanderers gesorgt werden. Und wie kann das einfacher sein als mit einem leckeren Likör oder Klaren? Die mitwandernde Jugend musste sich allerdings mit einer Limo begnügen. Weiter ging es auf dem frisch hergerichteten Herrenweg. Auf das Lob der Wanderer über den guten Zustand bemerkte Herwarth von Schwind mit einem Augenzwinkern: "Den hab ich extra für euch schieben lassen."

Nach vier nassen und windigen Kilometern war dann bei Brigitte Weyerich in Hassel die Zwischenstation erreicht. Dort hatte das amtierende Königspaar pflichtgemäß für die Wanderer einen kleinen Imbiss mit heißen Getränken hergerichtet.

Auf dem Rückweg gab es noch einmal das bekannte Ritual an den Wegekreuzungen und bald konnten es sich die Wanderer in der Rittersmühle gemütlich machen. Nach dem Kohl- und Pinkel auf saarländisch, anstelle der fetten Pinkelwurst hatte sich zu dem Grünkohl eine Scheibe Römerbraten und eine herzhafte Rindswurst auf den Teller gesellt, warteten alle gespannt, wer wohl das neue Königspaar werden könnte. Brigitta Märkert und Werner Gress waren beide ebenso überrascht wie erfreut, dieses nicht allzu schwere Amt für das Jahr 2016 zu bekommen. Ihre Aufgabe wird es vor allem sein, die Wanderung im nächsten Jahr zu organisieren. Hans Schmitt bedankte sich bei dem alten Königspaar für die gelungene Veranstaltung und wünschte dem neuen Königspaar ein ebenso gutes Händchen; nur das Wetter müsste nicht unbedingt so organisiert werden, wie es in diesem Jahr war, setzte er augenzwinkernd hinzu.