An Billy Cobham führt kein Weg vorbei

An Billy Cobham führt kein Weg vorbei

Vom 14. bis 17. April steht die St. Ingberter Stadthalle ganz im Zeichen des nunmehr schon 30. Jazzfestivals. Als Veranstaltung mit eher regionaler Bedeutung gestartet, ist das Festival längst weit über die Grenzen des Saarlands hinaus bekannt.

Das Internationale Jazzfestival, das in der St. Ingberter Stadthalle vom 14. bis 17. April stattfindet, wirft seine Schatten voraus. Einige Geschäfte sind entsprechend dekoriert und auch die grünen Plakate mit dem Detail eines Trompetenspielers fallen auf.

Bei einer Pressekonferenz in der Alten Mühle in Rohrbach wurden am Mittwoch einzelne Punkte aus dem aktuellen Programm vorgestellt, aber auch ein Blick zurück geworfen. Denn das Jazzfestival, das von Jörg Jacob ins Leben gerufen wurde, das als Experiment eines begeisterten Musikers anfing und eher regionale Bedeutung hatte, ist mittlerweile weit über die saarländischen Grenzen hinaus bekannt und findet bereits zum 30. Mal statt. "Die Veranstaltungsorte und auch die Festivalleitung haben im Laufe der Zeit gewechselt und jeder hat seinen Beitrag zum Gelingen geleistet", so Marika Flierl vom Geschäftsbereich Kultur der Stadt. Sie erinnerte auch an die Zäsur vor drei Jahren, als das Festival plötzlich ohne Leitung dastand und sich ein Arbeitskreis aus begeisterten Jazzern und Bürgern formierte, der nun verantwortlich fürs Programm zeichnet.

Der Jazz in St. Ingbert durfte nicht sterben, da waren sich viele Musiker und Musikliebhaber einig. Nun steht das Programm des Festivals, das mit "Experience" überschrieben ist. Experience heißt übersetzt Erfahrung, Sachkenntnis und Erlebnis. Davon wird es im April reichlich geben, es werden Musiker mit jahrelanger Erfahrung auftreten, aber auch Newcomer. "Es gab noch nie so viele junge, gut ausgebildete Musiker , die sich diesem Bereich verschrieben haben und das spiegelt sich auch bei der Jubiläums-Veranstaltung wider", so Flierl.

Fans des Festivals können sich ebenso freuen wie jene, die dem Jazz bisher eher skeptisch gegenüberstanden, denn anlässlich des Jubiläums gibt es Themenabende, bei denen man sich dem Jazz nähern kann. Und das live! Vergangenheit und Gegenwart, Jazz und großes Kino, ein Abend mit Stars und Jazz de France sind die vier Tage überschrieben. Bereits bei einem vorangegangenen Jazzfestival waren junge französische Musiker mit einbezogen worden, wovon das Publikum so begeistert war, das es einfach nach Wiederholung verlangte. Dieser französische Part bietet lockere Musik für einen aufregenden Samstagabend, der laut Organisatoren eher wie eine Party angelegt ist.

Die "Billy Cobham Band" ist zum zweiten Mal dabei. So gut kam der Star damals an, dass bei der Jubiläumsausgabe kein Weg an ihm vorbei führte. Er wird ein anderes Repertoire spielen, "damit das Publikum erfährt, was in der Jazzwelt los ist", wie die Veranstaltungsmacher sagten. "Über die Jahre haben sich die Konzeptionen geändert, dem aktuellen Zeitgeist haben wir uns im positiven Sinne angeglichen", so Stefan Folz, der künstlerische Leiter, "Jazz ist nicht statisch, er ist eine variable Geschichte." Man wolle mit dem Programm und den eingeladenen Musikern versuchen, die ganze Bandbreite des Jazz darzustellen. "Am zweiten Abend machen wir etwas, was wir noch nie gemacht haben", so Folz, denn dann gibt es neben der Musik "großes Kino". Wie der Jazz die Handlung unterstreichen kann und mit den Bildern auf Leinwand wirkt, wird nach dem Auftritt von Howard Alden, Helmut Nieverle und Stephan Holstein gezeigt, die Musik von Woody Allens Film "Sweet and Lowdown" präsentieren, der im Anschluss gezeigt wird. Folz kennt die Musiker und ihre Entwicklungen, gab bei der Pressekonferenz kurze Einblicke in die Biografie der Musiker . Bei seinen Ausführungen wurde einmal mehr deutlich, welchen Stellenwert das Internationale Jazzfestival nicht nur für St. Ingbert hat.

Das zeigten auch die Rekord-Verkäufe von Karten, die es vor Weihnachten bei den Early-Bird-Abonnements gab. Doch anders als bei anderen Veranstaltungen habe man selbst am Veranstaltungsabend noch die Möglichkeit, kurzfristig Karten zu bekommen, so Folz. "Das wird wieder eine runde Sache", freute sich auch Oberbürgermeister Hans Wagner .

experience-jazz.de

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