Amüsant gestaltete Auktion

Sie sollen Wiederholung finden, die Tage der offenen Ateliers in Blieskastel, über den Turnus wird zu reden sein: Die Veranstaltung am Wochenende war ein gut besuchter Erfolg und brachte Geld für die Orgel-Renovierung in der Schlosskirche.

Jürgen Gaa mit der Kettensäge in Alschbach. Foto: Quack. Foto: Quack

. Am vergangenen Wochenende war bei den Kunstschaffenden in und um Blieskastel einiges los. Denn 36 Künstlerinnen und Künstler hatten an diesen beiden ersten Junitagen ihre Ateliers und Werkstätten geöffnet oder sich an zentralen Stellen zusammengefunden, um ihre Arbeit und ihre Werke der interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. Da auch das Wetter mitspielte und endlich die lang ersehnte Sonne zu sehen war, wurde das vom Blieskasteler Kulturstammtisch initiierte Projekt ein durchaus gelungenes Unternehmen.

Allein in der Alten Markthalle der kleinen Barockstadt seien es wohl an die 150 Besucher gewesen, schätzt Katja Heß, die hier vor Ort ein kleines Atelier aufgebaut hatte. Umrahmt von Stellwänden, an denen neben ihren eigenen Werken auch die anderer Teilnehmer zu sehen waren, arbeitete sie an einem Gemälde und zeigte unter anderem, wie Rostpapier in abstrakte Malerei integriert werden kann. Til Gläser war vertreten mit popartigen, humorvoll in farbkräftige Malerei integrierten Ethno-Motiven, während Marie Anne Kropf abstrakte Landschaften und in expressiver Manier umgesetzte Porträts präsentierte. Hinzu gesellten sich zwei Landschaftsaquarelle von Rose Brückner und einige imposante Batiken von Antonia Terber in intensiven Farben.

Zu Jürgen Gaa, der in seinem Freiluftatelier in Alschbach mit der Kettensäge aus einem Baumstamm einen menschlichen Körper in groben Zügen formte, fanden etwa 80 Gäste, während bei Gaby und Rüdiger Schlay zwischen 30 und 40 Besucher gezählt wurden. Dabei gab es gerade dort viel Interessantes zu sehen und zu hören. Schließlich hat die Keramikerin, die mehr als 20 Jahre Keramikkurse an der Blieskasteler VHS leitete, gerade ihren Abschluss als staatlich geprüfte Keramikgestalterin gemacht.

Um ihre neuen, aufs Wesentliche reduzierten Keramiken zu brennen, stehen in ihrem Atelier vier Brennöfen parat, an denen denn auch ihr Mann seine technisch geprägten Keramiken der härtenden Hitze aussetzen kann.

Dass in Niederwürzbach hingegen fast 130 Besucher registriert wurden, liegt wohl auch an René von Boch, der dort mit Sabine Groll und Rita Walle in Walles Malschule zugange war. So waren neben Walles fröhlich bunten, an Friedensreich Hundertwasser erinnernden Werken auch die von Boch'schen karikaturartigen, bisweilen provokanten Gemälde zu bestaunen und man konnte den Dreien beim Malen eines gemeinschaftlichen Werkes zusehen.

Das Bild war ebenso bestimmt für die Versteigerung am Sonntagabend wie die von fast allen Teilnehmern gestifteten Einzelwerke. Auch wenn zu dieser von Karl-Heinz Hillen und René von Boch amüsant gestalteten Auktion größtenteils Künstler gekommen waren, konnten die Organisatoren und Pfarrer Hermann Kast sich am Ende doch freuen. Denn schließlich kamen 790 Euro zusammen, die zu zwei Dritteln der Renovierung der Schlosskirchenorgel zukommen sollen.

"Wir sind zufrieden und werden die Tage der Offenen Ateliers auf alle Fälle wiederholen", resümierte die Beigeordnete Brigitte Adamek-Rinderle und sprach davon, dass man nach der bevorstehenden Manöverkritik am Kulturstammtisch über den Turnus und über weitere diverse Veranstaltungen reden werde.

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