Am Samstag ist Aktionstag der Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz des Saarpfalz-Kreises

Tag der Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz : Helfer werben um Verstärkung

Erstmals gibt es am Samstag, 24. August, einen „Tag der Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz des Saarpfalz-Kreises“. Warum dieser notwendig ist, war Thema bei einem Redaktionsbesuch.

Im Notfall muss es schnell gehen, jeder muss sich auf den anderen verlassen können, die Vorbereitung muss stimmen und vor allem muss es auch genügend Helfer geben, die anpacken. Dass alles reibungslos funktioniert vom Sanitätsdienst, der bei Veranstaltungen vor Ort ist, bis zum Einsatz im Katastrophenfall, daran haben sich die meisten gewöhnt. „Wenn alles läuft, ist es gut“, sagt auch Beate Ruffing vom Saarpfalz-Kreis. Sie ist gemeinsam mit Patrick Hans vom Fachbereich Brand-/Zivil- und Katastrophenschutz beim Kreis in die Redaktion gekommen, um zu erläutern, warum der „Tag der Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz des Saarpfalz-Kreises“ am kommenden Samstag auf dem Gelände des Homburger Forums so ein Bedeutung hat und warum er überhaupt ins Leben gerufen wurde. Denn der Tag ist eine Premiere. Die Idee entstand, so berichteten die beiden, im Rahmen der großen Anstrengungen, die der Kreis unternimmt, um für den Krisenfall gewappnet zu sein, der eintritt, wenn der Strom großflächig längere Zeit ausfallen sollte. Auch darauf wird man bei dem Aktionstag genauer eingehen, zum Beispiel bei Vorträgen. Schnell sei dann der Rahmen für so einen öffentlichen Tag erweitert worden und auch auf Initiative von Landrat Theophil Gallo entstand der Plan, all die Organisationen einmal vorzustellen, die kreisweit im Katastrophenschutz tätig sind, um so das Ehrenamt, das meist damit verbunden ist, weiter zu fördern. Das war die Keimzelle dessen, was nun am Samstag in den großen Tag mündet unter dem Motto „#blaulichtspk“. Damit auch sichtbar werden, was meist unbemerkt läuft, häufig im Hintergrund. Und die Organisatoren wollen auf ein riesiges Problem in diesem Zusammenhang aufmerksam machen: der Mangel an Personal. „Es fehlen überall Leute“, macht Patrick Hans klar. Dass dies noch nicht so in den Köpfen der Leute präsent sei, liege auch daran, „dass man es irgendwie gestemmt bekommt“. Aber: Es seien immer dieselben, die Dienst tun, von beispielsweise der Brandsicherheitswache, die vorgeschrieben sei bei Veranstaltungen, bis zum Sanitätsdienst vor Ort. Ganz zu schweigen von großen Einsätzen, wenn es etwa irgendwo brennt. Das Engagement der Helfer gelange im Moment an eine Grenze, an der man es ein wenig überstrapaziere. Die Leute, die es machen, seien sehr hoch belastet. Und der Mangel schreite fort.

Hier soll der Tag der Hilfsorganisationen ebenfalls ansetzen. Die Besucher sollen das, was jede einzelne der Organisationen tut, genauer kennenlernen. Und die Bevölkerung soll in den Dialog mit den Menschen kommen, die sich engagieren.

Gedacht ist der Aktionstag für alle, Kinder will man ebenfalls erreichen. Sie will man zum einen mit der „Kultur des Helfens in Gefahrensituationen“ vertraut machen. Dazu will man sie auf den Geschmack bringen, sodass sie sich eventuell später selbst in Hilfsorganisationen engagieren. Obwohl in der Jugendarbeit schon vieles laufe, betonen die beiden. Häufig sei es allerdings so, dass die Jugendlichen, wenn sie älter werden, nicht dort bleiben, wo sie ausgebildet wurden. Sie arbeiten, studieren, lernen in anderen Städten, gehören dann zwar meist noch zum Förderverein, doch sie stehen eben nicht mehr wirklich als Helfer zur Verfügung.

Daher will man mit dem Aktionstag auch Erwachsene aus verschiedenen Berufsfeldern erreichen, die sich dann als Quereinsteiger neu in einer Hilfsorganisation engagieren, die ja ganz unterschiedliche Hilfsfelder abdecken. Häufig, so erläutern die beiden, setzten sich die Menschen ja bereits ein, helfen etwa in der Nachbarschaft. Manchmal würden sogar eigens neue Vereine gegründet, obwohl das, was damit erreicht werden soll, bereits über die Großen abgedeckt werde, denen aber wiederum die Helfer fehlten. Die vorhandenen Organisationen hätten zudem bereits das Know-How und die Ausrüstung. Häufig wüssten die Menschen gar nicht, dass es bereits solche Angebote gebe.

Zugleich will man bei dem Infotag auch für die Ausbildungsinitiativen der Polizei, der Bundespolizei und des Rettungsdienstes werben.

Konkret wird das am Samstag so aussehen, dass es viele Informationen und Aktionen gibt . So werden Einsatzfahrzeuge vorgestellt, zu denen ein Rätselparcours erstellt wurde. Es sind Vorführungen der Diensthunde- und Rettungshundestaffel von Bundespolizei und DRK geplant, es gib ein Erste-Hilfe-Training, man kann sich anschauen, wie eine Feldküche funktioniert.

Für Kinder gibt es beispielsweise einen Film mit der Augsburger Puppenkiste „Rettet die Retter“. Zudem hat die Jugendfeuerwehr Homburg eine Stadtrallye organisiert.

Für den kleinen Hunger werden Würstchen (auch vegetarischer Art) aufgelegt, auch antialkoholische Getränke werden angeboten. Zudem gibt es Eis, Kaffee und Kuchen.

Und noch etwas ist den Organisatoren des Aktionstages wichtig: der Name „#blaulichtspk“ soll zugleich als Vernetzung dienen über den Samstag hinaus. Denn das Doppelkreuz #, der Hashtag, macht Themen und Nachrichten in sozialen Medien leichter auffindbar. So will man dafür sorgen, dass sich die Organisationen über ihre jeweilige Ortsgrenze hinaus vernetzen. Es gebe, sagt Hans, gute Aktionen, tolle Ideen, von denen man aber nur in einem engen Kreis etwas wissen. Setze man das Erkennungszeichen „#blaulichtspk“ hinzu, dann habe man eine ganz andere Reichweite.

Details zum Programm an diesem Samstag, 24. August, 11 bis 16 Uhr, stehen in einem Infoheft Man findet es auch online unter www.saarpfalz-kreis.de (Aktuelles/Tag der Hilfsorganisationen). Parkplätze stehen rund um die Kreisverwaltung und das Rathaus zur Verfügung; weitere findet man auf dem ehemaligen DSD-Gelände und am Pumpenhaus (Ecke „Am Forum“/ „Am Stadtbad“).

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