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Am „Leibniz“ geht es mit dem Bau voran

Am „Leibniz“ geht es mit dem Bau voran

In der Koelle-Karmann-Straße wird seit Jahren gebaut, denn dort werden ab 2016 alle Schüler des Leibniz-Gymnasiums unterrichtet. Bis dahin muss der denkmalgeschützte Altbau saniert werden. Richtfest für die Freiwillige Ganztagsschule am Standort der alten Schulturnhalle ist in dieser Woche.

. Derzeit tut sich rings um den denkmalgeschützten Altbau des Leibniz-Gymnasiums und dessen Neubau in der Koelle-Karmann-Straße einiges. Am 21. Mai ist Richtfest. Somit ist es an der Zeit, sich bei den beiden Architekten, die beim Saarpfalz-Kreis als Schulträger für diese St. Ingberter Schule zuständig sind, darüber zu informieren, wie weit die Neubau- und Umbaumaßnahmen fortgeschritten sind. Schließlich sollen dort im nächsten Jahr beide Schulstandorte zusammengeführt werden. Sascha Berndt zeichnet vor allem für den Bau der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) verantwortlich, der am Platz der Alten Schulturnhalle im Werden begriffen ist und im Frühjahr 2016 starten soll. Die Decken und Wände stehen, das Dach wird noch aufgelegt und in der nächsten Woche werden die Fenster eingebaut. "Lüftung und Sanitär liegen in den ersten Zügen", so Berndt, "jetzt legen wir mit dem Ausbau richtig los." Während die Innentreppen schon eingebracht sind, wurde in dieser Woche von einem Kran die in dunkles Anthrazit eingefärbte Beton-Außentreppe eingehoben. Diese Treppe zwischen Neubau und FGTS wird zukünftig der Hauptzugang zur Schule sein. Demnächst wird die Stützkonstruktion am Kopf der ehemaligen Turnhalle rückgebaut, da nun die Stabilität wieder gegeben ist. Das gewohnte Bild des Eingangsbereichs der ehemaligen Turnhalle wird also bald wieder sichtbar sein. Auch die ursprüngliche Proportion und Kubatur werden bleiben, nun in Massivbauweise ausgeführt.

Auch am Altbau des Gymnasiums musste Hand angelegt werden. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Decken nicht mehr tragfähig waren, wurde eine Notabstützung eingebaut. Zur Ertüchtigung wurde in den vergangenen Monaten eine Stahlkonstruktion unter die altersschwachen Decken eingebracht, um die Statik zu gewährleisten. "Das war ein erheblicher Aufwand und viel Handarbeit", so Tina Muskalla, die als Architektin seit einigen Jahren an den Baustellen des Leibniz-Gymnasiums tätig ist.

Das hintere Treppenhaus im Turm war statisch nicht mehr haltbar und muss nun neu errichtet werden. Dafür werden dessen Außenwände, ähnlich wie bei der alten Turnhalle, mit einer Stützkonstruktion gehalten, bis das "Innenleben" erneuert ist. Laut Planung ist das Mitte des Jahres. Kein Wunder, dass der voluminöse Bau mit drei Geschossen und Keller eine Mammutaufgabe für die Architekten ist, denn alle Gewerke müssen koordiniert werden. Eine logistische Meisterleistung. Zudem musste alles Mobiliar entfernt werden, das vorerst im "alten Neubau" im Schmelzerwald unterkam. Auch die 40 Jahre alten, zum Teil defekten Fenster waren für eine Sanierung überfällig. Die neuen weißen Eichenholzfenster in Sprossenoptik werden in Abstimmung mit dem Denkmalamt eingebaut. "Wo es möglich ist, versuchen wir alles nach historischem Vorbild herzustellen", so Tina Muskalla. So wird die Fassade des 1927 errichteten Altbaus lediglich einen Mindestwärmeschutz bekommen, um die alte Optik zu wahren. Derzeit ist das Gebäude mit einem Netz verhangen, da der Putz abgestemmt werden muss, um Platz für die Dämmung zu schaffen. Das Gesims, auf dem das Dach auflag, wird erneuert, da die Statik nicht mehr gewährleistet war, das Dach wird neu eingedeckt. Die Haustechnik wird neu aufgebaut, die Räume für Biologie, Physik und Chemie werden neu ausgestattet. Der Altbau wird barrierefrei, denn im vorderen Treppenhaus wird es einen Aufzug geben. "Wenn alles fertig ist, haben wir einen komplett neuen Schulstandort geschaffen", so Muskalla, die die gute, reibungslose und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Schule und den Fachingenieuren hervorhebt. Das Lob kann der Schulleiter nur zurückgeben: "Ich bin froh, dass wir die beiden Architekten haben, denn ohne die würde das nicht funktionieren."

Man sei zwar nicht immer einer Meinung, aber die Arbeit werde durch gegenseitigen Respekt und großes Verständnis geprägt. "Der Bau eines so schönen Gebäudes funktioniert nur mit solch persönlichem Engagement", so Erik Brill.