Am Beckenrand ist Schluss

Mitglieder der CDU haben mit dem St. Ingberter Behindertenbeauftragten Edwin Schetting und dem Rollstuhlfahrer Boris Nicolai das „blau“ auf seine Behindertenfreundlichkeit getestet. Was fehlt, ist eine mobile Rampe am Becken.

. Wie kommt ein Rollstuhlfahrer ins "blau" und wie kann er das Schwimmbecken benutzen? Diese Frage stellten sich der Behindertenbeauftragte Edwin Schetting, Rollstuhlfahrer Boris Nicolai und der Aufsichtsratsvorsitzende der Bäder-Besitzgesellschaft, Frank Luxenburger (CDU ). Untersucht wurden der Eingangsbereich, die Umkleidekabine, WC und Dusche im Schwimm-, Sauna- und Essensbereich sowie das Freibad. Mit dabei waren auch die CDU-Stadträtinnen Ursula Schmitt und Christa Strobel.

"Das jetzt zehn Jahre alte blau ist damals schon behindertenfreundlich konzipiert worden, unter Mitarbeit des Behindertenbeauftragten und der Behindertensportgemeinschaft. Auch unser Personal ist entsprechend geschult, um diesen Menschen helfen zu können", so Hubert Wagner, Geschäftsführer der Bäder-Besitz-Gesellschaft. "Jedes Jahr werden hier Special Olympics (Wettbewerbe für körperlich und geistig Behinderte) durchgeführt, alles läuft reibungslos."

Nirgends gab es unüberwindliche Hindernisse für Nicolai, bis er ans Schwimmbecken kam. Dort war es dem Rollstuhlfahrer nicht möglich, ins Wasser zu gelangen. "Eine mobile Rampe würde dies ermöglichen", sagte Nicolai, der für eine mobile Rampe plädiert, weil sie im Innen- und Außenbereich einsetzbar ist.

Breitere Sitzflächen

Des Weiteren regte er an, in den Umkleiden die Sitzfläche breiter zu gestalten, da dann das Umsetzen vom Rollstuhl auf die Bank leichter funktioniere. Auch in der Dusche sollte der bewegliche Sitzhocker, der im Nassbereich für behinderte Menschen eine Unfallgefahr bedeutet, durch einen fest installierten klappbaren Sitz ersetzt werden. Die sozialpolitische Sprecherin der CDU-Stadtratsfraktion, Ursula Schmitt, befürwortet, dass "diese Lücke geschlossen wird".

Insgesamt war Nicolai aber positiv überrascht, denn überall konnte er sich gut bewegen, die Türen seien breit genug, die Rampen DIN-gerecht, ein Aufzug vorhanden, das Personal freundlich und hilfsbereit.

Der Behindertenbeauftragte Edwin Schetting sprach sich ebenfalls für die Anschaffung einer mobilen Rampe aus, "damit auch Rollstuhlfahrer die Möglichkeit haben, das blau zu nutzen". Seine eigentliche Arbeit als Behindertenbeauftragter besteht vor allem in der Einzelberatung. Wo kann sich ein Behinderter in einer bestimmten Angelegenheit hinwenden, welche staatlichen Stellen helfen, wo gibt es Fördermittel? Dafür bringt er langjährige Kenntnisse und Erfahrung mit. Er und sein Stellvertreter Karl-Heinz Dewald arbeiten mittlerweile mit Nicolai zusammen, der seit Anfang des Jahres das Thema Inklusion in St. Ingbert verstärkt auf die politische Agenda bringt. "Die Anschaffung einer mobilen Rampe und die von Boris Nicolai vorgeschlagenen Nachbesserungen werden Tagesordnungspunkt des nächsten Aufsichtsrates sein", so Luxenburger. "Ich setze mich entschieden für die Anschaffung ein und werde Herrn Nicolai dazu einladen, dem Aufsichtsrat die Ergebnisse dieser Besichtigung sowie die Notwendigkeit der Verbesserungen darzulegen."

Zum Thema:

Auf einen BlickKontakt zu den Behindertenbeauftragten: Edwin Schetting, Tel. (0 68 94) 25 92, E-Mail: edwin.schetting@t-online.de; Karlheinz Dewald, Tel. (0 68 94) 48 37, kh.dewald@t-online.de. red