Altes Rathaus hat bald ausgedient

Rohrbach. Die Entscheidung ist gefallen, die Verwaltungsmitarbeiter der St. Ingberter Stadtwerke sehen nun zumindest Licht am Horizont. Rainer Hoffmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates des kommunalen Energieversorgers, bestätigt: Das Unternehmen kehrt dem maroden Bau in der Rohrbacher Bahnhofstraße den Rücken und zieht in etwa zwei Jahren auf das Gelände seines Betriebshofes an der St

Rohrbach. Die Entscheidung ist gefallen, die Verwaltungsmitarbeiter der St. Ingberter Stadtwerke sehen nun zumindest Licht am Horizont. Rainer Hoffmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates des kommunalen Energieversorgers, bestätigt: Das Unternehmen kehrt dem maroden Bau in der Rohrbacher Bahnhofstraße den Rücken und zieht in etwa zwei Jahren auf das Gelände seines Betriebshofes an der St. Ingberter Oststraße. Dort entsteht ein Neubau. Die Kosten dafür beziffert Geschäftsführer Hubert Wagner mit zwei bis 2,5 Millionen Euro.

Ein Ideenwettbewerb unter Architekten soll in den kommenden Wochen Klarheit über die Konzeption des Gebäudes bringen. Sobald sich herausgestellt habe, welcher Entwurf den Vorstellungen der Verantwortlichen am nächsten komme, werde das Vergabe- und Ausschreibungsprocedere starten, damit der Startschuss für den Baubeginn rasch fällt. Wagner verspricht sich nicht nur bessere Arbeitsbedingungen, er erwartet auch Synergieeffekte, wenn die beiden Abteilungen des Energieversorgers in Sichtweite zueinander stehen.

Auf den miserablen Zustand des derzeitigen Stadtwerkesitzes hatten jüngst die St. Ingberter Liberalen hingewiesen (die SZ berichtete). Ob Mängel an der Fassade, fehlende Dämmung, undichte Fenster - das Gemäuer hat viele Tücken. Der Betriebsrat habe massiv auf eine Veränderung gedrängt, sagt Aufsichtsratschef Hoffmann und stimmt der Kritik an der Stadtwerke-Bleibe denn auch ohne Vorbehalte zu: "Als Anwalt hätte ich einem Klienten eine deutliche Mietminderung empfehlen müssen."

Die Stadtwerke haben nach den Worten von Geschäftsführer Wagner verschiedene Varianten untersucht, wie sich die Situation verbessern ließe: "Der Neubau auf unserem eigenen Grundstück erwies sich wirtschaftlich als die sinnvollste Möglichkeit." Eine Sanierung wäre finanziell nur schwer zu fassen. Das Gebäude hätte dafür komplett entkernt werden müssen. Die Kosten hätten sich in diesem Fall mindestens in gleicher Höhe bewegt. Dazu bedeute eine Sanierung einen wesentlichen Nachteil. Wagner: "Wir hätten das Gebäude räumen müssen. Unterbrechungen in den Betriebsabläufen sind heute allerdings gar nicht mehr möglich." Das notwendige Provisorium hätte weitere Kosten und Unwägbarkeiten mit sich gebracht. Deshalb steht jetzt der Neubau und Umzug nach St. Ingbert-Mitte auf dem Programm. Wagner rechnet damit, dass die Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze im maroden Rohrbacher Gebäude Ende 2014 räumen können.

Hintergrund

Die Verwaltung der St. Ingberter Stadtwerke war 1974 in das nach der Gebietsreform leerstehende Rohrbacher Rathaus gezogen, wie der Festschrift "150 Jahre Stadt St. Ingbert" zu entnehmen ist. Der Betriebsbereich übersiedelte 1976 in einen Neubau an der Oststraße. Zuvor hatte der Energieversorger über 100 Jahre an der Schlachthofstraße residiert. Das Rohrbacher Rathaus stammt aus den frühen 60er Jahren. Sein schlechter Zustand war schon 2001 Gegenstand einer heftigen Stadtratsdebatte. Die Stadt wollte damals ihrem Mieter, den Stadtwerken, den sanierungsbedürftigen Bau schenken. Eine Mehrheit lehnte dies ab. mbe