Alte Schmelz als Forschungszentrum

St. Ingbert. Hochschul- oder Universitätsstandort soll St. Ingbert zwar nicht werden, aber vielleicht kommen aus der Mittelstadt irgendwann einmal junge Menschen, die an den wissenschaftlichen Instituten den Ton angeben

St. Ingbert. Hochschul- oder Universitätsstandort soll St. Ingbert zwar nicht werden, aber vielleicht kommen aus der Mittelstadt irgendwann einmal junge Menschen, die an den wissenschaftlichen Instituten den Ton angeben.

Im früheren Laborgebäude der Alten Schmelz soll nämlich ein Schülerforschungs- und Technikzentrum für die Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) entstehen. Eine Arbeitsgruppe, der die Universität des Saarlandes, mehrere Unternehmen aus der Industrie, der Saarpfalz-Kreis, die Stadt St. Ingbert und die Initiative Alte Schmelz angehören, arbeitet bereits an der Entwicklung des Projekts.

In der Freizeit forschen

Vorbilder gibt es für das in St. Ingbert geplante Forschungs- und Technikzentrum reichlich: Rund 300 existieren bundesweit, erst kürzlich hat auch Merzig eines auf den Weg gebracht. In diesen Zentren können Schüler in ihrer Freizeit Naturphänomenen auf die Spur gehen und experimentieren. Darin liegt auch die Abgrenzung zu Schülerlaboren, die meist klassenweise mit ihren Lehrern zu den Schulzeiten besucht werden. "Wir sprechen mit dem Forschungs- und Technikzentrum keine Hochbegabten an, sondern alle interessierten Schüler", sagt Professor Dr. Rolf Hempelmann, der sowohl das Institut für Physikalische Chemie der Universität des Saarlandes leitet als auch dem Vorstand des Bundesverbandes der Schülerlabore angehört.

Wenn es nach dem zweiten Vorsitzenden der Initiative Alte Schmelz, dem Diplom-Pädagogen Alfons Blug ginge, würde morgen der Umbau des Laborgebäudes starten. "Dann können wir diesen alten Technik-Standort wieder zukunftsorientiert nutzen. Und St. Ingbert ist dann nicht mehr nur Wohn-, sondern auch Wissenschafts-Standort."

Moderne Labore

Bis zu 2,3 Millionen Euro müssen aber vorher in das Gebäude investiert werden. Der größte Vorteil: Die Stadt müsste es nicht kaufen, da es sich schon in ihrem Besitz befindet. Geplant sind moderne Labore für Biologie und Chemie sowie zwei Physik-Messräume, Umkleideräume, neue Toiletten und ein Aufzug. Den großen Vorteil des Forschungs- und Technikzentrums gegenüber dem Schulunterricht sieht Blug in der Praxisnähe. "Vielleicht können wir dadurch auch Schüler ansprechen, die sich für Naturwissenschaften und Technik jetzt noch nicht so sehr interessieren."

Die kalkulierten Betriebskosten in Höhe von 100 000 Euro gilt es zwar auch erst einmal zu stemmen, mit Blick auf den immer deutlicher werdenden Fachkräftemangel sehen die Befürworter des Zentrums das Geld aber sinnvoll investiert.