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Alte Fotos und japanisches Papiertheater

Alte Fotos und japanisches Papiertheater

Zu einem wahren Mekka für die Freunde von Schmuck- und Handarbeiten, Gemälden und vielem mehr wurde am Samstag die Oberwürzbachhalle. Die 17. Auflage der Kunst- und Hobbyausstellung lockte wieder zahlreiche Besucher an.

"Eigentlich braucht man ja nicht unbedingt was. Man hat ja alles zu Hause. Vielleicht findet sich ja trotzdem was Schönes", sagte Else Kunz am Samstagnachmittag zu ihrer Freundin Marliese Kopelziuk, als sie diese am Eingang zur Oberwürzbachhalle traf. Diese Begebenheit scheint bei der Kunst- und Hobbyausstellung, die am Wochenende bereits zum 17. Mal stattfand, nicht selten gewesen zu sein. Der St. Ingberter Stadtteil war wieder das Mekka der Freunde von Gemälden, Schmuck- sowie Handarbeiten und vielem mehr.

"Es sind 34 Aussteller . 38 waren eingeplant und vier haben krankheitsbedingt abgesagt", fasste Ortsvorsteherin Lydia Schaar im SZ-Gespräch die Situation zusammen. Ein Stand ragte aus der Reihe. Der von Marion und Melina Kopp. Quilling nennt sich eine besondere Art des Bastelns mit Papier, bei der Papierstreifen zu Kreisen und Spiralen gedreht werden. Daraus entstehen dann Formen, aus denen man Figuren wie Libellen, Blumen oder Tiere herstellt. "Ich mache das seit eineinhalb Jahren und habe Quilling in einer Zeitschrift eines Bastelgeschäftes entdeckt", berichtete Marion Kopp, die seit zehn Jahren die Oberwürzbacher Ausstellung bereits mit anderen Bastelarbeiten besucht. "Das ist eine Sucht bei ihr", erklärt Tochter Melina und grinst dabei.

Naturgemäß war es an diesem ersten Tag der Ausstellung noch etwas ruhig. "Der zweite Tag ist eindeutig der bessere. Zudem ist noch 1. Mai. Da hoffen wir auf Wanderer, die zu Kaffee und Kuchen kommen und sich dabei noch etwas umsehen", so ein Stammaussteller. Weiter vorne saßen kleine Kinder auf Hockern und lauschten gespannt der Frau vorne. Sie trug Märchen wie "Der Wolf und die sieben Geißlein" oder "Rumpelstilzchen" vor. Das Besondere: Manuela Müller und Marianne Krapp von der Katholischen Bücherei Oberwürzbach taten dies mit dem Kamishibai. Dabei handelt es sich um eine Art Märchenbilderschaukasten, ein aus Japan stammendes Papiertheater. Bei einem Märchen verdeutlichten Manuele Müller die Geschichte sogar mit einem schweren Wackerstein, den die Kinder auch anheben durften. Am Stand der Bücherei gab es Einblicke in die Orimoto-Kunst. Dabei werden Bücher mit Eselsohren zu dreidimensionalen Objekten gefaltet.

Am anderen Ende der Halle hielt der Heimatverein Oberwürzbach Rückblick auf die Vergangenheit des Ortes. Gezeigt wurde eine Fotoausstellung mit Bauernhäusern, Kirmes-, Erntedank- und Lebens- sowie Arbeitssituationen. Es gab aber auch Rückblicke auf die Teilnahme an Dorfwettbewerben und Einschätzungen wie sich der Ort in Zukunft entwickeln wird. Für die Kinder ging es derweil auf dem Platz vor der Halle rund. Samstags war die Freiwillige Feuerwehr und der Arbeitskreis Oberwürzbach zu Gange und gab den Kindern mit dem Stapeln von leeren Kunststoff-Getränkekisten, während diese abgesichert an einem Seil hingen, Gelegenheit zum Nervenkitzel. Sonntags hieß es hingegen an der gleichen Stelle Ponyreiten, welches von Familie Houy ermöglicht wurde. Parallel fand an der Dorfmitte am Bach das Maifest der AH des Sportvereins Oberwürzbach statt.