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Alle Argumente sprechen für Festplatz-Nähe

Alle Argumente sprechen für Festplatz-Nähe

Auch der Ortsrat ist überzeugt: Das neue Gerätehaus, das Rohrbachs Wehr braucht, soll „Hinter den Gärten“ gebaut werden.

Für die jüngste Rohrbacher Ortsratssitzung bat die SPD-Fraktion um Aufnahme des Tagesordnungspunktes "Sachstand Neubau Feuerwehrgerätehaus". Seit die Unfallkasse Saar den derzeitigen Standort der Rohrbacher Feuerwehr vor drei Jahren besichtigte und Mängel feststellte, habe die SPD die Stadtverwaltung mehrfach an den Handlungsbedarf erinnert. Seit gut zwei Jahren ziehen sich die Planungen für einen Neubau hin.

Nacheinander wurden einzelne Standorte in Erwägung gezogen, bewertet, befürwortet und wieder verworfen, wie es im Schreiben der Fraktion an den Ortsvorsteher Roland Weber heißt. "Dieses Vorgehen ist den Gremien und vor allem den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Rohrbach nicht zuzumuten und auch nicht nachzuvollziehen", so Fraktionssprecherin Herdis Behmann. Die von ihr zugleich geforderte Einsicht in die Standortgutachten und Darlegung des aktuellen Planungsstandes hatte es quasi schon in der vergangenen Woche gegeben.

Denn da hatte der Stadtrat-Ausschuss für Baumanagement das Gelände "Hinter den Gärten 10" als Standort für den geplanten Gerätehaus-Neubau in Rohrbach beschlossen (wir berichteten). Das nötige Geld soll im Doppelhaushalt 2017/2018 bereitgestellt und mit dem Bau so schnell als möglich begonnen werden. "Zu diesem Standort gibt es breite Zustimmung", so Ortsvorsteher Roland Weber, "wir hatten ja von Anfang an den Markt favorisiert."

Wie die Stadt in den Erläuterungen zur Sitzung in Rohrbach schrieb, lege sie Wert auf die Feststellung, dass seit September 2015 auch für sie der Bereich Festplatz erste Wahl gewesen sei. Man sei aber damals nicht in der Lage gewesen, für diesen Platz in der Wasserschutzzone III ein Einvernehmen mit dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) zu treffen, das schwerwiegende Bedenken geäußert hatte. Erst dann seien andere Möglichkeiten eines Bauplatzes eruiert worden. "Wir hätten schon früher an dieser Stelle stehen können, wo wir jetzt sind. Da nun das Verkehrsgutachten vorliegt, braucht man über den Standort nicht mehr zu reden", sagte Behmann. Weiterhin erläuterte die Stadtverwaltung, warum die ins Auge gefassten Bauplätze wie das Gelände der Firma Enrotherm, der ehemalige Bauhof, das Freigeländes im Bereich der Einmündung Obere Kaiserstraße/Am Alten Forsthaus oder das ehemalige Rathaus eher nicht in Frage kommen. Knackpunkt war entweder die nicht zügig zu gewährende Anfahrt der Feuerwehrleute, die mehrheitlich im Norden der Oberen Kaiserstraße wohnen, oder die Eigentumsverhältnisse der in Betracht kommenden Grundstücke. Vor allem wegen der nicht kalkulierbaren Anfahrtzeiten empfahl der verkehrstechnische Gutachter Marco Schmeltzer, selbst Feuerwehrmann, einen anderen Standort zu suchen. Und der scheint nun mit dem Grundstück "Hinter den Gärten 10" endlich gefunden.

Im Flächennutzungsplan sei dieser Standort als gemischte Baufläche ausgewiesen und alle Parzellen gehören der Stadt. Im Bebauungsfall müsse das Gelände im hinteren Bereich in größerem Umfang aufgefüllt werden. Dennoch lägen die Vorteile auf der Hand - das Gerätehaus wäre zentral, schnell anzufahren und das Bauvorhaben rasch zu realisieren. Eine Bauvoranfrage beim LUA soll zeigen, ob der Standort auch vor dem geltenden Wasserrecht Bestand hat. Wenn dem so ist, könnte die Baumaßnahme "Neubau Feuerwehrgerätehaus Rohrbach" bis Ende 2018 abgeschlossen sein.