Albert Weisgerber auf 120 Seiten

St Ingbert · Die Weisgerber-Lesung des Literaturforums war die letzte unter Leitung von Professor Gerhard Sauder. Er hört nach 27 Jahren auf. Nachfolger wird Jürgen Bost. Das von Sauder herausgegebene Weisgerber-Buch enthält Werke dreier Autoren.

 Hommage à Weisgerber: Professor Gerhard Sauder, Maria Lang und Gerd Schlaudecker (von links) lasen in der St. Ingberter Stadtbücherei. Foto: Jörg Martin

Hommage à Weisgerber: Professor Gerhard Sauder, Maria Lang und Gerd Schlaudecker (von links) lasen in der St. Ingberter Stadtbücherei. Foto: Jörg Martin

Foto: Jörg Martin

. Die Mittelstadt St. Ingbert befindet sich im Weisgerber-Fieber. Das jedenfalls sollte man meinen. Dem Sohn der Stadt, dessen 100. Todestags man dieses Jahr gedenkt, sind Ausstellungen und so manch ein Event gewidmet. Das reicht den Kunstfreunden der ehemaligen Kreisstadt nicht. "Albert Weisgerber wird nicht richtig wertgeschätzt", so Professor Gerhard Sauder. Darauf wies der Vorsitzende des St. Ingberter Literaturforums (ILF) am Dienstagabend bei der Vorstellung des von ihm herausgegebenen Buchs "Hommage á Weisgerber" ausdrücklich hin.

Passend zu Weisgerbers Geburtstag am 21. April hatten ILF, Stadtbücherei und der Dengmerter Heimatverlag eingeladen. Das 120 Seiten umfassende Werk kommt dabei vollkommen ohne Zuschüsse aus und soll mit seinem Preis von 12,90 Euro lediglich Kosten deckend sein. Darauf wies Sauder vor gut besuchtem Auditorium hin. Auch soll das Buch seinen Teil dazu beitragen, dass die - aus aus der Sicht des Herausgebers - unzureichende Wertschätzung zumindest zum Teil ausgeglichen wird.

Werke von drei Schriftstellern, die Texte über den Maler geschrieben haben, sind darin enthalten: Alfred Gulden , Klaus Stief und Günter Metken. Die beiden Letztgenannten machten bei der Lesung in der Bücherei den Schwerpunkt aus. Neben der ausführlichen Schilderung der Vita von Weisgerber, Stief und Metken seitens Sauder übernahmen Maria Lang und Gerhard Schlaudecker die Rolle der Vortragenden. Insbesondere Stief hat zahlreiche Aufsätze, Erzählungen und dramatische Arbeiten - teilweise bislang unveröffentlicht - über den Maler geschrieben.

Vier der sieben Stiefschen Werke wurden bei der Lesung vorgetragen. Auch Stief sei zu Unrecht in Vergessenheit geraten, so der Buchherausgeber. Sieht man einmal davon ab, dass eine Straße nach ihm benannt wurde. Erfahren durften die Zuhörer so allerlei Interessantes: Wie sich Weisgerber in der Schule dranstellte, sein Verhältnis zur Maler-Szene von München-Schwabing, wie er lebte sowie seine Kontakte ins Pariser Künstlermilieu. Eine Kritik, die an diesem Abend öfter zu hören war: Nämlich Unverständnis darüber, dass man das Museum St. Ingbert mit den Werken des Geburtstagskindes im Jahr 2007 auflöste.

Das Buch ist an der Infotheke im Rathaus, im Weisgerberhaus selbst, in der Modernen Galerie in Saarbrücken und beim Dengmerter Heimatverlag erhältlich. Sauder selbst überraschte die Besucher mit einer Nachricht in eigener Sache: Für ihn war es die letzte Lesung. Ende kommenden Monats hört er nach 27 Jahren an der Spitze des ILF auf. Der Nachfolger stehe mit Jürgen Bost bereits fest. Maria Flierl, Geschäftsbereichsleiterin Kultur, verabschiedete ihn. "Es ist ein ganz besonderer Abend", meinte sie und ließ sowohl Sauders Werdegang, als auch seine Leistungen in fast drei Jahrzehnten für das ILF Revue passieren, nicht ohne ihn als Weisgerber-Experten zu loben. Der Germanist Sauder ist der dritte Sprecher der Runde. "Danke für die langen Worte zu meinem kurzen Abschied. Es waren sehr erfüllte Jahre"; meinte er am Ende.

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