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Albert Weisgerber angemessen würdigen

Albert Weisgerber angemessen würdigen

Die Koalition aus CDU, Familien-Partei und Grünen im Stadtrat hat ein Weisgerber-Jahr im Sinn, um den 100. Todestag von St. Ingberts größtem Künstlersohn 2015 zu würdigen. Auch erste Ideen für Veranstaltungen stellten die Vertreter des Polit-Trios schon vor. Die Vorschläge sollen aber im Stadtrat und von der Bevölkerung in den nächsten Monaten noch breit diskutiert werden.

. Zwei gerahmte Bilder hatte Pascal Rambaud mit in die Redaktion gebracht. Zum einen eine Fotografie, die Albert Weisgerber in der St. Ingberter "Luschd", dem historischen Biergarten, zeigt. Zum anderen eine Lithographie desselben Künstlers mit dem Motiv von "David und Goliath", von dessen Frau Grete 1916 handschriftlich datiert. Die historische Aufnahme gehört Pascal Rambaud selbst, der Druck seinem Vater Raimund. Die beiden schwarz-weißen Hingucker führten die Runde sofort aufs Thema des Gesprächs: Wie kann man Albert Weisgerber angemessen würdigen, dessen Todestag sich 2015 zum 100. Male jährt?

In der neuen Koalition im Stadtrat - beim Redaktionsbesuch neben dem CDU-Fraktionschef durch Albrecht Hauck (Familien-Partei) und Jürgen Berthold (Grüne) vertreten - herrschte Einigkeit: Auf der politischen Ebene sei das Thema "Weisgerber" bisher kaum vorgekommen. Das müsse sich ändern. "Jetzt ist noch Zeit für eine umfassende Diskussion von Ideen, in die wir nicht nur den Rat, sondern auch die Bevölkerung einbeziehen wollen", betonte Rambaud.

Die Koalition aus CDU , Familien-Partei und Grünen stellt dabei selbst einen Vorschlag zur Debatte. St. Ingberts größter Künstlersohn verdiene eine Würdigung, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecke. Konkret heißt das: ein Weisgerber-Jahr, das am 10. Mai, dem Todestag des Malers, beginnen und mit einer großen Ausstellung im dann neu eröffneten Kulturzentrum "Alte Baumwollspinnerei" enden könnte.

Ein solches Weisgerber-Jahr sei nach Ansicht der Koalitionäre leicht zu füllen. "Uns sind eine Reihe von Initiativen bekannt, auch von Privatpersonen", betonte Rambaud. Daneben gebe es auch eine Reihe von Organisationen, die schon Vorschläge für eine Fülle an Veranstaltungen in ihrem Köcher hätten. Einen, der sich schon länger Gedanken um das kommende Weisgerber-Jahr macht, hatte das Trio auch gleich mitgebracht: Rainer Henrich, den Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsvereins.

Das Konzept für eine Veranstaltungsreihe füllt bereits eine lange Liste: Nach der könnte das Jubiläumsjahr in St. Ingbert mit einer Matinee zu Weisgerbers 100. Todestag am Sonntag, 10. Mai 2015, starten. Parallel dazu wird es dann eine Ausstellung im benachbarten Saarbrücken geben, die das Saarlandmuseum im kommenden Frühjahr plant. Weitere Veranstaltungen könnten Lesungen, Filmvorführungen, eine Bildungsfahrt nach Flandern, wo Weisgerber gefallen ist, aber auch Malwettbewerbe oder Unterrichtssequenzen für Schüler sein. Auch Mitstreiter und Organisatoren sehen Rambaud, Hauck und Berthold in der Mittelstadt viele: Die Albert-Weisgerber-Stiftung, die VHS, das Kulturamt, die Stadtbücherei, Private, die Kinowerkstatt oder das Literaturforum.

Etliches auf der Vorschlagsliste klingt schon so konkret, als würden nur noch Zeit und Ort fehlen. An anderer Stelle riecht es hingegen nach harter Diskussion. So wurde in der Sondersitzung des Stadtrates Anfang August erstmals über eine Weisgerber-Ausstellung gesprochen, die das Kuratorium der Albert-Weisgerber-Stiftung Anfang kommenden Jahres anregt. Als Ausstellungsort ist das ehemalige Sinngebäude ins Auge gefasst, Konzept und Kosten sind noch nicht spruchreif. Diesen Vorschlag hat der Stadtrat nach Angaben der Koalitionäre in seinen Kultur- und Sozialausschuss vertagt.

Was dort Näheres bekannt wird, will das Parteien-Trio erst einmal abwarten. Seine Begeisterung für eine solche Weisgerber-Werkschau hielt sich aber in Grenzen.