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Ärger um Ampelschaltung an „Drehscheibe“

Ärger um Ampelschaltung an „Drehscheibe“

Die einen bemerken an der Ampelkreuzung eine Besserung, die Situation am Morgen ist für die anderen nicht zufrieden stellend.

Die Ampelschaltung an der "Drehscheibe" in Rohrbach, wo sich Obere Kaiserstraße, Spieser Straße und Bahnhofstraße kreuzen, ist immer wieder Thema in den Ortsratssitzungen, auch in der jüngsten. Nico Weber, Fraktionsvorsitzender der Familien-Partei, hatte das Thema auf die Tagesordnung gebracht, da er seit dem ersten Antrag im Januar 2015 keine Besserung sah. Vor allem für den Verkehr, der aus Richtung St. Ingbert kommend von der Oberen Kaiserstraße nach links auf die Spieser Straße abbiegen wolle, sei der Zustand katastrophal, da den Fahrzeugführern dafür nur ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung stehe. Des Weiteren schalte die Ampelanlage, die per Kontaktschwelle gesteuert werde, bei leichteren Fahrzeugen wie Motorrädern nicht verlässlich um. Auch komme es gerade am Morgen aufgrund der Ampelschaltung in der Spieser Straße zu Rückstaus bis zur Kirchhofstraße, sodass genervte Autofahrer die Ampel im letzten Moment passierten und so für gefährliche Verkehrssituationen sorgten. Um die Ampel zu umgehen, würden viele Fahrer auf die Jugendheim- und Finkenstraße ausweichen. Hier seien aber auch viele kleinere Kinder auf dem Weg zur Schule unterwegs.

Wie Ortsvorsteher Roland Weber sagte, werde als Umfahrungsmöglichkeit auch die Straße Hinter den Gärten genutzt, was mitunter zu einem regen Gegenverkehr führe, sodass zum Teil sogar auf den Bürgersteig ausgewichen werde. Hier gebe es gefährliche Situationen. Nico Weber hatte die Stadtverwaltung darum gebeten, alle Möglichkeiten der Verbesserung zu prüfen und gegebenenfalls die Ampelanlage in ihren alten Zustand umzuschalten. Daraufhin teilte die Verwaltung mit, dass der Umbau zum gesichert geführten Linksabbieger in die Spieser Straße 2014 das Ergebnis eines Ortsratsantrages aus dem Jahr 2007 war, der den sicheren Schulweg an der Drehscheibe forderte. Damals habe der Antrag, gestützt auf Unfallstatistiken der Polizei, auf die für Fußgänger gefährliche Situation an dieser Stelle verwiesen, die durch das bedingt verträgliche Linksabbiegen entstehe.

"Da der Linksabbieger aber grundsätzlich feindlich zu fast allen Fahrbeziehungen im Knoten ist, geht dieser Gewinn an Sicherheit für die Fußgänger zulasten der Leistungsfähigkeit", hieß es im Schreiben aus dem Rathaus. Man wolle die Situation gemeinsam mit dem Straßenbaulastträger, dem Landesbetrieb für Straßenbau, prüfen und gegebenenfalls optimieren. Wie die Diskussion der Ortsratsmitglieder in der jüngsten Sitzung zeigte, stellt sich das Bild an jener Ampelkreuzung für jeden anders dar. Während die einen schon eine deutliche Besserung bemerken und sehen, dass bei einer Grünphase mehr Autos als früher passieren können, ist die Situation gerade am Morgen für die anderen nicht zufrieden stellend. Einer, der sich die Ampel und das dortige Geschehen zu verschiedenen Tageszeiten schon oft angeschaut hat und weiß, in welcher Reihenfolge die Ampel geschaltet ist, ist der Ortsvorsteher selbst. Die Fußgänger kämen zuletzt und seien nicht betroffen, weshalb man das Schreiben der Stadt, dass diese in den Fokus rücke, nicht verstehe. "Die Leute nennen mich wohl schon Drehscheibenmännchen", so Roland Weber, "ich kann euch aber sagen, irgendetwas ist eingestellt worden." Man wüsste aber eben nur gerne, was dort gemacht wurde. Wie Herdis Behman (SPD) sagte, habe es aus ihrer Sicht früher eine andere Reihenfolge gegeben. Bei einem vom Ortsrat beantragten Ortstermin wolle man nun die Ampelschaltung erklärt haben. Wissen will man auch, warum es den Linksabbiegerpfeil am "Gasthaus Sonne" nicht mehr gebe. Ein anderes Problem sei, dass die Ampel für die Linksabbieger auf der Oberen Kaiserstraße nicht sichtbar sei, wenn das dort ansässige Geschäft die Jalousie ausfahre. Außerdem würde die Ampel nachts auch ohne, dass ein Fahrzeug komme, umschalten, schilderte ein Anlieger. Der Lärm, den Lastwagen etwa mit dröhnendem Motor verursachten, raube den Schlaf. Die schweren Fahrzeuge wichen so den Kontrollen von Polizei und des Bundesamtes für Güterverkehr auf dem Parkplatz am Kahlenberg aus. Er bat darum, hier schon deshalb Kontrollen durchzuführen, weil die Durchfahrt für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen verboten sei.