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Ärger auf der Grumbachtalweg bei St. Ingbert

Kostenpflichtiger Inhalt: Konflikte im Wald : Allerlei Ärgernisse auf dem Grumbachtalweg

Darum birgt der beliebte Freizeitweg derzeit Konfliktpotenzial zwischen Spaziergängern, Radfahrern und Hundehaltern.

Helmut L. ist verärgert. Der St. Ingberter ist gerne regelmäßig mit seiner Frau auf dem Grumbachtalweg unterwegs. In der Regel fährt das Paar dazu auf den Waldparkplatz in Sengscheid unterhalb der Heinrich-Kohl-Hütte auf dem Großen Stiefel. Gemeinsam genießen sie den Spaziergang, früher auch das Radfahren in dem grünen Refugium, das sich bis Bischmisheim und Schafbrücke zieht. Konkret geht es ihm vor allem um das Verhalten mancher Radfahrer, um nicht angeleinte Hunde und wilde Müllablagerung.

Er erinnert sich an 2018, als im Zuge des Neubaus der Grumbachtalbrücke der Weg auf einer Breite von etwa 2,60 Meter asphaltiert wurde. Seitdem seien viele Radfahrer unterwegs, die sich zuvor selten auf die Schotterstrecke verirrt hätten. Hinzu kämen weitere Spaziergänger, Jogger und eben Hundehalter. Die verstärkte Nutzung des Grumbachtalweges führe zu Problemen, die ein hohes Gefahrenpotenzial darstellen würden.

Bei den Radfahrern sei oft problematisch, dass diese rasen würden oder auch sonst rücksichtslos unterwegs seien. Selten ertöne eine Klingel, wenn einer sich von hinten nähert. Gelegentlich habe er auch „provokantes Zufahren auf Spaziergänger erlebt“. Der Aufprall eines Fahrradfahrers auf einen Fußgänger könnte zu schlimmsten körperlichen Schäden führen. Er fügt hinzu: „Bislang können wir froh sein – ein Fehltritt könnte Querschnittslähmung bedeuten.“ Letzte Woche sei ihm gar ein Motorradfahrer in Richtung Schafbrücke begegnet.

Hunde wiederum seien „stets unberechenbar“, und so berichtet er von einem Vorfall, der sich vor Kurzem ereignete. Da sei ein nicht angeleinter Schäferhund rund 200 Meter von seinem Halter entfernt herum gelaufen. Korrekt ist es im Wald jedoch, den Hund im Einwirkungsbereich zu führen. Man müsse respektieren, dass manche Menschen eben Angst vor Hunden hätten. „Auf die Halter hören sie nicht immer“, sagt Helmut L. Vor wenigen Wochen fragte eine Hundehalterin das Paar gar, ob es einen ihrer Hunde gesehen hätte.

Ein nicht zu unterschätzendes Problem seien nach seiner Meinung aber auch die Spaziergänger, die auf diesem Weg häufig auf der rechten statt der linken Seite laufen würden. Wenn der Fußgänger nämlich auf der Spur des entgegenkommenden Verkehrs gehen würde, sehe er ein entgegenkommendes Fahrzeug weit im Voraus und werde von jenem gesehen. Problem: „Muss ein links laufender Fußgänger dem rechts laufenden Fußgänger nach rechts ausweichen, könnte er im ungünstigsten Falle von einem von hinten kommenden, rechts fahrenden Fahrradfahrer angefahren werden. Ein Schritt nach rechts könnte bei einer Wegbreite von 2,60 Meter schon zu einem nicht unerheblichen Gesundheitsschaden führen.“ Obwohl das Prinzip „Rechts fahren, links gehen“ die Sicherheit auf dem gemeinsam genutzten Weg seiner Ansicht nach deutlich erhöhen würde, würden sich nur wenige Fußgänger daran halten.

Sicherlich sei es vonseiten der Behörde aus schwierig, das geschilderte Gefahrenpotenzial in den Griff zu bekommen. Schwierig sei ebenfalls, dass es innerhalb des Waldes auch noch mehrere Zuständigkeitsbereiche gebe; manche Teile gehörten der Stadt, andere dem Saarpfalz-Kreis, wieder andere seien in Zuständigkeit des Saar-Forstes oder auch in privater Hand. Allein: „Diese Erkenntnis hilft nicht weiter.“ So sei es auch schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung, dass vor einigen Wochen neue Hinweistafeln in der Nähe des beschriebenen Parkplatzes aufgestellt wurden. Weitere aus Richtung Schafbrücke und Bischmisheim seien ebenfalls notwendig. Besagte Schilder seien aber leider auch nur 30 Zentimeter breit und 42 hoch, so dass sie kaum wahrzunehmen seien, „schon gar nicht von einem Fahrradfahrer“.

Seine Forderung: „Das an und für sich schöne Grumbachtal und der Grumbachtalweg sollten auf jeden Fall für Spaziergänger, Jogger, Nordic Walker und Fahrradfahrer sicherer gemacht werden.“ So geht sein Appell an alle Nutzer von Waldwegen, man möge schlicht Rücksicht nehmen, Hunde anleinen, Schrittgeschwindigkeit fahren, links laufen und rechts fahren und auch keinen Müll im Wald entsorgen. Neben allem möglichen illegal entsorgten Müll habe er bereits mehrfach geschorenes weißes Hundefell entdeckt. „Einfach nur eklig“, sagt er und fügt hinzu: „Jedenfalls besteht auf dem gemeinsamen Fuß- und Radweg im Grumbachtal Handlungs- und Regelungsbedarf, um Schlimmeres für die Nutzer zu verhindern.“