Acht Millionen Euro für Abwasser

Etwa drei Jahre mit begleitenden Maßnahmen hat der Bau des Abwasser-Pumpwerkes in der Rohrbacher Mühlstraße gedauert. Es soll die Abwässer Rohrbachs und eines Großteils von Spiesen in Richtung Kläranlage Brebach befördern – und das mit hoher Geschwindigkeit.

Viele interessierte Bürger waren am Montagnachmittag in die Rohrbacher Mühlstraße gekommen, um bei der Inbetriebnahme des Abwasser-Pumpwerks durch den Entsorgungsverband Saar (EVS) dabei zu sein, das bisher im Optimierungs- oder Probebetrieb lief. Und es lohnte sich durchaus, in die Tiefen des Pumpwerks "abzutauchen", denn man sieht dem unscheinbaren Gebäude von außen gar nicht an, was in ihm steckt. Allein die Baugrube war 14 Meter tief, das Gebäude reicht jetzt immerhin noch 12 Meter in die Tiefe. Dicke Rohre ziehen sich durch den Untergrund des Pumpwerkes, dessen Errichtung acht Millionen Euro gekostet hat. Vor seinen Toren wurde den Anwesenden erklärt, wie das zentrale Abwasser-Pumpwerk funktioniert. Das Projekt ist wesentlicher Bestandteil des in den letzten Jahren neu gebauten Hauptsammlers St. Ingbert-Rohrbach, für den die Tiefbauarbeiten im Februar 2014 beendet worden waren. In der Mühlstraße wurden zwischen April 2013 und November 2014 Kanalarbeiten umgesetzt, wozu die teilweise Erneuerung der Ortskanalisation, die Verlegung eines 200 Meter langen Sammlers bis zum Pumpwerk und der zum Pumpwerk gehörenden Druckleitungen sowie die Zuleitung vom Anschlussbauwerk Mühlstraße zum Pumpwerk gehörten. Ende Mai vergangenen Jahres konnten mit der Erneuerung der Asphaltdecke die Tiefbau- und Straßenbauarbeiten abgeschlossen werden. Zuvor waren 900 Meter Kabel bis zum Anschlussbauwerk seitlich der Mühlstraße verlegt worden. Zeitgleich mit dem Hauptsammler-Neubau wurden Rohwasserleitungen der Energis erneuert. Von Juni 2015 bis zur Inbetriebnahme war ein Pumpwerk-Provisorium abgebaut und die elektronische Ausrüstung des jetzigen Pumpwerks fertig gestellt worden. Nun werden die Abwässer des Einzugsgebietes Rohrbach und eines Großteils von Spiesen vom Pumpwerksstandort in den Hauptsammler Rohrbach Richtung Kläranlage Saarbrücken-Brebach gefördert. Die Spitzenförderleistung liegt bei 760 Liter pro Sekunde. Die Investitionen hierfür wurden vom EVS gemeinsam mit der Stadt, dem Landesbetrieb für Straßenbau sowie der Energie-Netzgesellschaft getätigt. Wie es in der Presseinformation des EVS heißt, floss das Geld fast vollständig in die saarländische Bauwirtschaft. Das Pumpwerk ist Teil eines komplexen Systems, das "für 60 bis 80 Jahre ausgelegt ist", wie Karl Heinz Ecker, der EVS-Geschäfstführer, sagte. Man habe als Verband zwar Schulden, aber auch die Pflicht, die Infrastruktur zu erhalten. "Sonst würde es im Saarland komisch aussehen und auch genauso riechen", so Ecker. Man nutze bei dieser Investition auch die derzeitige Niedrigzinsphase. Trotz Ausstiegs aus dem "Müllgeschäft" sei St. Ingbert ein wertvolles Mitglied des Verbandes, das jährlich rund 5,1 Millionen Euro Verbandsbeitrag zahle. Oberbürgermeister Hans Wagner zog den Hut vor der Bauleistung und lobte das "großartige Bauwerk", das auch das Spiesermühltal entlaste, das immer Stein des Anstoßes gewesen sei.