Abschied von Pfarrer Vogt

St. Ingbert. Mit dem Gottesdienst zu Mariä Himmelfahrt ging auch das über 20-jährige Wirken von Pfarrer Arno Vogt in St. Ingbert zu Ende. Er hielt den Gottesdienst in gewohnt festlicher Weise, doch mit einem leichten Stocken in der Stimme. Die vereinigten Kirchenchöre bildeten einen musikalischen Rahmen, der dem Anlass würdig war

 Arno Vogt hielt den Gottesdienst zu Ehren der "Aufnahme Mariens in den Himmel", danach wurde er verabschiedet. Foto: Jung

Arno Vogt hielt den Gottesdienst zu Ehren der "Aufnahme Mariens in den Himmel", danach wurde er verabschiedet. Foto: Jung

St. Ingbert. Mit dem Gottesdienst zu Mariä Himmelfahrt ging auch das über 20-jährige Wirken von Pfarrer Arno Vogt in St. Ingbert zu Ende. Er hielt den Gottesdienst in gewohnt festlicher Weise, doch mit einem leichten Stocken in der Stimme. Die vereinigten Kirchenchöre bildeten einen musikalischen Rahmen, der dem Anlass würdig war. "Ein bombastischer Klangkörper", wie Arno Vogt lobte."Der Tag an dem Pfarrer Arno Vogt verabschiedet wird, ist bezeichnenderweise das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel", begann der Pfarrer der Martin-Luther-Kirche, Roland Wagner, seine Grußworte, "ein liturgisches Datum, mit dem sich die Protestanten schwer tun. Doch das macht es uns erst möglich, heute dabei zu sein, da wir selbst keinen Gottesdienst feiern." Und er sei nicht gekommen, weil er nichts besseres zu tun hätte, "sondern wegen Dir, lieber Arno". Wagner bedankte sich für die Zeit, die man mit Vogt hier verbringen durfte. "Du bist auf dem Markt der Konfessionen nicht den Eitelkeiten erlegen, bist den Menschen auf Augenhöhe und mit Respekt begegnet."

Ehrlich, authentisch, unverwechselbar und ein Liebhaber klarer Worte - das charakterisiere Arno Vogt. "Es war eine Bereicherung für alle. Katholiken und Protestanten durften alle auf ihre Weise leuchten, denn Eintönigkeit kann nicht das Ziel von Ökumene sein. Dein Abgang ist nun an Maria Heimgang. Du warst immer hier zu Hause, aber nicht daheim. An deinem künftigen Wirkungsort wirst Du ein neues Zuhause finden. Pilger sind zeitlebens unterwegs", so Pfarrer Wagner. Landrat Clemens Lindemann mochte sich nicht verabschieden, er sagte "Auf Wiedersehen" und "Dankeschön". Dafür, dass Menschenfreund Vogt immer die Rundumbetreuung seiner Nächsten im Auge hatte, seien es die Kleinen oder die Alten und Kranken. Fortschrittlich sei der Pfarrer schon immer gewesen, mit Blick auf den Bau des Pfarrheims auch "lieb und teuer".

Spuren hat er hinterlassen in St. Ingbert, vor allem durch den Wiederaufbau der Josefskirche, wie Oberbürgermeister Hans Wagner hervorhob: "Sie verlassen ein bestelltes Feld." Herzhaft, hartnäckig, aber nicht nachtragend, manchmal zu offen, gelegentlich unbequem und laut - so wird er in Erinnerung bleiben. Besonders bei denen, die über Jahre persönlich und dienstlich mit ihm verbunden waren, wie Ortsvorsteher Ulli Meyer. Auch Doris Jene, die für die katholischen Pfarrgemeinden sprach, suchte lange nach passenden Worten: "Bei Amtsantritt kam ein junger Bilderbuchpälzer mit vielen Ideen im Kopp…nun sind Sie ein echter Dengmerter geworden." Egal, ob man theatralisch "Abschied ist ein bisschen wie sterben" sagen würde oder salopp "Aus die Maus" - ein Abschied sei auch immer ein Anfang. Und so wünschte man ihm, dass er auch in Herxheim immer Menschen treffen möge, die es ehrlich mit ihm meinen. "Sie sind ein echter Dengmerter geworden."

Doris Jene, Vorsitzende des Hauptausschusses

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