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Abriss von zwei Häusern in der Kohlenstraße in St. Ingbert

Kostenpflichtiger Inhalt: Baustelle in der Innenstadt von St. Ingbert : Abriss in der Kohlenstraße schafft Optionen

Am Montagvormittag begannen die Abbrucharbeiten an den Anwesen Kohlenstraße 6 und 6a. Zwischen „Thume Eck“ und „Haus Edelweiß“ ist zunächst eine Grünfläche vorgesehen.

Einen eher respektvollen Blick warf Oberbürgermeister Ulli Meyer am Montagvormittag auf den gelben Bagger, der auf dem Gelände von „Thume Eck“ stand. Denn mit dem 30 Tonnen schweren Baufahrzeug sollte er gleich symbolisch den Abriss zweier Häuser in der Kohlenstraße in der St. Ingberter Innenstadt starten. „Zu meinen handwerklichen Fähigkeiten können Sie meine Familie fragen“, sagte Meyer zu den Journalisten, die dem Baustellenstelleneinsatz bereits erwartungsfroh entgegensahen. „Ich habe meine Stärke eher dort, wo es nicht so genau drauf ankommt, weniger beim Filigranen.“ Aber Grobmotorik passte ja. Rein in das Führerhaus. Ein paar Einweisungen von Baggerführer Helmut Kläser – und schon hob sich die Schaufel. Ein kurzes Antippen mit dem gut eine Tonne schweren Werkzeug genügte – und das Mäuerchen neben dem „Haus Flattermann“ war Schutt.

Am Montagvormittag hatte die Stadt in die Kohlenstraße gebeten, wo die im Oktober 2016 mit dem Abriss von „Thume Eck“ begonnene Umgestaltung mit dem Abriss der beiden an das „Haus Edelweiß“ angrenzenden Häuser fortgesetzt wird. Neben der Presse mit dabei: Ortsvorsteherin Irene Kaiser, einige Ortsratsmitglieder und Fachpersonal aus dem Rathaus. Alle geeint von den Fragen: Was wird jetzt gemacht? Und was will man mit diesen Bauarbeiten erreichen?

Alex Beck, der Leiter des Gebäudemanagements im St. Ingberter Rathaus, erläuterte Details zu den Abrissarbeiten der beiden Häuser Kohlenstraße 6 und 6a. Zunächst werden die beiden leerstehenden Häuser entkernt. Dabei werden die Baustoffe momentan getrennt in große Container geworfen und dann fachgerecht entsorgt. Diese Entkernung wird voraussichtlich anderthalb Wochen dauern. Danach kommt der Abrissbagger tatsächlich zum Einsatz. „Zwei Wochen lang werden die Häuser von oben nach unten abgerissen“, wie der Bauleiter der Firma Theobald GmbH aus Saarbrücken einwarf. Leichte Unwägbarkeiten gibt es noch bei der Bausubstanz der Fassaden. „Wir hoffen, dass wir bei Thume Eck ein Natursteinmauerwerk vorfinden.“

Beim Abriss der beiden Häuser in der Kohlenstraße sei weiterhin zu berücksichtigen, dass, wie schon beim Abriss des Gebäudes „Thume Eck“, ein Bock stehen bleibt, wie es fachmännisch heißt. Ein solches bauliches Widerlager dient der Sicherheit der Nachbarhäuser. Denn eines der Häuser ist über eine Mauer an ein Gebäude in der Josefstaler Straße angebunden. Das andere hat eine Verbindung zum danebenstehenden „Haus Edelweiß“. „Dort gilt es die angrenzende WC-Anlage zu schützen“, wie Alex Beck betonte.

Der OB erinnerte daran, dass es an der Ecke Kohlenstraße/Josefstaler Straße schon seit Jahrzehnten Planungen zur Umgestaltung gibt. In den letzten Jahren seien dann Abrisse und Neugestaltung an dieser Stelle vor allem auf Wunsch des Ortsrates geschehen. „Schon als Ortsvorsteher war es mir gemeinsam mit Irene Kaiser wichtíg, diesen Schandfleck in unserer Stadt zu beseitigen.“ Umso erfreulicher sei daher gewesen, dass der Stadtrat im Herbst grünes Licht für die Umgestaltung der Fläche von Thume Eck bis zum Edelweiß gegeben habe. „Eine Grünfläche an dieser Stelle ist allemal schöner als die Tapete aus den 70er Jahren“, so Meyer.

Nach den Abrissarbeiten soll die neue Freifläche in der Kohlenstraße, wie schon mehrfach berichtet, zunächst in eine Grünoase umgewandelt werden. Als Zwischennutzung wird der Bereich nach Plänen der Stadt durch eine schlichte, kostengünstige Grüngestaltung optisch aufgewertet. Und direkt im Anschluss an die jetzigen Abrissarbeiten will das Grünflächenamt der Stadt deshalb damit beginnen, neben der viel befahrenen Straße eine kleine, parkartige Anlage mit einer Wiese und Bäumen entstehen zu lassen. Für die Grünoase sind auch Fördergelder beim saarländischen Umweltministerium beantragt.

Die beiden Häuser zwischen Thume Eck und dem Haus Edelweiß werden bis Anfang April abgerissen. Foto: Manfred Schetting

Die neue Freifläche soll aber nicht nur optisch was hermachen. Sie soll auch Optionen bieten. Der schon jahrzehntelang diskutierten Gegenläufigkeit der Kohlenstraße wird ebenso neues Leben eingehaucht wie den Langzeit-Plänen für einen Kreisverkehr auf der Kreuzung Kohlen-, Ludwig- und Josefstaler Straße. Fast noch wichtiger als all diese neuen Möglichkeiten war dem Oberbürgermeister am Montag aber ein anderer Nebeneffekt: „In Corona-Zeiten kann man hier sehen, dass es mit Vorhaben in der Stadt weitergeht.“