40 000 Euro wurden für die Palliativmedizin in Homburg erlaufen

Spendenlauf für Einrichtung in Homburg : 40 000 Euro für guten Zweck erlaufen

Der Spendenlauf zugunsten der altersübergreifenden Palliativmedizin in Homburg war erneut ein voller Erfolg.

„Laufen fürs Leben“ – so nennt sich eine sportlich-karitative Aktion, die schon zum fünften Mal im Saarland durchgeführt wurde. In den Wassergärten von Landsweiler-Reden konnten Anfang September Runden gelaufen werden, die gleichzeitig Spenden generierten (wir berichteten). Jetzt fand im Zentrum für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie (Gebäude 69) am Uniklinikum in Homburg die Scheckübergabe der „erlaufenen“ Summe statt: Über rund 40 000 Euro durfte sich der Förderverein für altersübergreifende Palliativmedizin freuen.

Mit dabei waren der suspendierte Oberbürgermeister der Stadt Homburg, Rüdiger Schneidewind, in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins, die Hauptorganisatorin des Laufs, Anja Becker, sowie Professor Sven Gottschling, Chefarzt des Zentrums. Außerdem waren Vertreter der beteiligten Firmen, Institutionen und Vereine anwesend: SSV Heiligenwald, TG Landsweiler-Reden, die Freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk sowie die Firmen Pflegeherzen und Seniorenbetreuung Saar. Beim Lauf im September hatten keine feste Regeln bestanden, es wurde nur die gesamte Laufleistung gemessen, die am Ende 7742 Kilometer betrug. Ob jetzt die Oma ihrem Enkelkind eine bestimmte Summe pro Runde versprach oder der Chef einer Firma seinen Mitarbeitern – egal.

Gottschling selbst war mit seiner Laufleistung nicht zufrieden, da sie unter 20 Kilometern gelegen habe. Trotzdem war er mit der Veranstaltung rundum zufrieden: „Wenn man sich das anschaute, hatte das eher Volksfestcharakter. Das ist auch unser Ziel: Es geht ums Leben, und dass dazu auch das Sterben gehört zum Schluss, das ist nun mal so.“ Auf seine Pläne mit dem Geld angesprochen, meinte der Professor, man habe wie üblich wieder mehr Ideen als Geld, das zur Verfügung steht. Da seien zum einen die beiden stationären Hospize, die in Planung oder schon am Start sind. Zum anderen sei da als weiteres Großprojekt die Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche von lebensbegrenzten oder verstorbenen Eltern. Sprich: psychologische Beratung und Lebenshilfe für Kinder, die ein Elternteil verloren haben oder verlieren werden. „So etwas fehlt komplett in der Region.“ Seit man das Projekt initiiert habe, werde man von Anfragen überrannt. „Das Ganze ist ein Ehrenamtsprojekt, weil das nicht von der Regelfinanzierung abgebildet werden kann. Unser Ziel ist es, dass wir das schnellstmöglich politisch so bewegen, dass es in die Regelfinanzierung überführt wird“, so Gottschling. Schneidewind ergänzte, dass der Förderverein auch einige Grundkosten habe, mit denen er die Atmosphäre auf der Station für die Patienten verbessern möchte, wie etwa mit den spendenfinanzierten Besuchen des Klinikclowns. Gottschling führte dann noch das Wünscheerfüllungsteam an, das Sterbenden noch einen Herzenswunsch erfüllt.