30 Jahre Saarländisch-Philippinischer Freundeskreis in St. Ingbert

Seit 30 Jahren engagiert : Saarländische Hilfe für die Philippinen

Franz-Josef Berwanger, der Gründer des Saarländisch-Philippinischen Freundeskreises, unterstützt mit Spenden und seinem Verkauf fair gehandelter Waren seit 30 Jahren Projekte in einem Dorf in der Nähe von Manila.

„Fair Trade in Biesingen“ heißt es wieder am Sonntag, 21. Juli. An diesem Tag verkauft der Saarländisch-Philippinische Freundeskreis e.V. nach der 11-Uhr-Messe in der Kirche St. Anna zu Biesingen fair gehandelte Waren aus diversen Ländern im Namen des Saarländisch-Philippinischen Freundeskreises. Der Verein besteht seit nunmehr 30 Jahren. Vorsitzender ist seit der Gründung Franz-Josef Berwanger, genannt „Francis“, aus St. Ingbert. Seit 17 Jahren spielt er die Orgel in der Kirche St. Anna zu Biesingen. Und jeden dritten Sonntag im Monat verkauft er anschließend nach der heiligen Messe um 11 Uhr fair gehandelte Waren wie Kaffee, Tee, Schokolade, Reis oder Nüsse.

Gegründet wurde der Saarländisch-Philippinische Freundeskreis am 12. Juni 1989 von 14 Personen im Bergmannsheim in St. Ingbert. Der Gründung voran ging eine private Reise von Berwanger, der 1986 auf die Philippinen geflogen war, um dort die Ordensschwester Lydia Kalaw zu treffen. „Diese hatte unter Pfarrer Dühr in der Nähe von Antipolo, einer Großstadt in der philippinischen Provinz Rizal, die beiden „Saarland-Villages“ des Nigeria-Hilfswerkes aus dem Saarland aufgebaut. Nun hatte sich die Schwester ein drittes Dorf vorgenommen und dabei an mich gedacht, da ich mich sehr für die Saarland-Villages interessierte“, so der Vorsitzende.

Berwanger wollte einmal selbst vor Ort sehen, was aus dem damals gesammelten Geld geworden war. Obwohl die Summe nicht gering war, überstiegen die Vorstellungen letztlich doch den Etat des Privatmannes, so dass er die Gründung des Hilfsvereins anstieß. Hierdurch war es möglich geworden, die Straßen in dem neuen Dorf zu befestigen. „Zwischenzeitlich gibt es bei Antipolo in der Nähe von Manila nicht nur das Saarland-Village 1 und Saarland-Village 2, sondern auch das Peace-Village mit diversen, nach dem Saarland benannten Straßen“, so Berwanger weiter.

Fast zweieinhalb Kilometer lang sind sie, die Saarland-Avenue, die Saar-Street, die St. Ingbert-Street, die Hassel-Street, die Bübingen-Street, die BSA-Raber-Marx-Street, aber auch die Francis-J. Berwanger-Street, die die Bewohner als Dankeschön zu Ehren des „Erfinders“ der Saarland-Straßen so benannt haben. Der rührige Verein hat in den zurückliegenden Jahren auch einige Baby-Patenschaften für Kinder aus dem Dorf vermittelt, so beispielsweise für „Franz-Ingbert, Elfie-Ingbert, Otto-Ingbert“, um nur einige zu nennen.

Die Ordensschwester verstarb, das Dorf entwickelte sich weiter und der Verein stellte sich neuen Aufgaben. Er wandte sich bewusst der Bildung zu. In Tondo, Manila, einem recht armen Teil der Landeshauptstadt, unterstützt der Verein bis heute finanziell die momentan 15 sogenannten „Saarland-Scholars“ aus der Don Bosco Pfarrei. „Mehr als 200 Schüler und Schülerinnen sind seither in den Genuss dieses Programmes gekommen und konnten durch die verbesserte Ausbildung beruflich erfolgreich Fuß fassen. Eine Schülerin, Eve Varron, hat es gar bis zur Professorin an der Philippine Normal University gebracht“, berichtet Berwanger stolz.

Nach wie vor erreichen den Verein regelmäßig Dankschreiben von den Philippinen. Die 15 „Saarland-Scholars“ gibt es bis heute. Sie erhalten regelmäßig einen Zuschuss zu Schulmaterialien, Schuluniform und so weiter.

In Deutschland verkauft der Verein seit 30 Jahren fair gehandelte Lebensmittel auf Märkten, an Kirchentüren und auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert. Der Verein unterstützt zudem eine kleine Näherei durch Kauf und Vertrieb handwerklich gefertigter Märchenpuppen aus Stoff. Auch werden immer wieder jede Menge Handarbeiten, wie zum Beispiel Krippenfiguren im Bergland eingekauft und vom Verein angeboten.

Der Erlös aus diesen Aktionen kommt nach wie vor den Dörfern und den Scholars zugute. Einige Privatpersonen helfen außerdem seit Jahren einzelnen Schülerinnen und Schülern durch finanzielle Zuwendungen und Sachspenden. So konnte der Verein seit seiner Gründung die Menschen vor Ort mit weit mehr als 200 000 Euro unterstützen. Für die dortigen Verhältnisse eine enorme Summe und eine unermessliche Hilfe.

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