250 Socken für schwer kranke Patienten am Uniklinikum in Homburg

Socken-Geschenke : 250 Socken für schwer kranke Patienten

Die Palliativstation bekommt viele Spenden, aber diese hier war besonders originell, denn es ist Handarbeit.

Am 18. September war es soweit: Marion Wagner, die Inhaberin des Geschäfts „Welt der Wolle“ in der Homburger Innenstadt, hatte alles vorbereitet, um der Palliativstation am Homburger Uniklinikum ein ebenso buntes wie ungewöhliches Geschenk zu machen: Sie überbrachte über 250 Wollsocken für Patienten jeden Alters und jeder Fußgröße.

Die Strickaktion für den guten Zweck kam beim Leiter der Palliativstation, Professor Sven Gottschling und seinen Kollegen, hervorragend an. Denn: Geldspenden gibt es öfter, auch bekam die Station schon Fahrräder für die Mitarbeiter – aber Socken?

„Das ist ein absolutes Novum“, so Gottschling, „bunte Wollsocken in allen Farben und Größen für die Patienten unserer Palliativstation, das haben wie bisher noch nicht gehabt.“ Marion Wagner, die am 1. Mai die Aktion „Strümpfe für die Palliativstation“ ins Leben gerufen hatte, war überwältigt von der Resonanz, die ihre Aktion mit sich brachte. „Ich wollte ursprünglich 50 Knäuel Sockenwolle spenden und meine Kundinnen fragen, ob sie Lust hätten, daraus Socken für Patienten zu stricken.“ Am Ende wusste sich Marion Wagner kaum noch zu retten von den vielen Anfragen, die ihre Aktion hervorgerufen hatte. „Es sind am Ende 250 Knäuel geworden, aber ich dachte dann: Gut, wenn ich schon mit der Aktion angefangen habe, will ich sie auch zu Ende führen und habe auf die ursprünglich 50 Knäuel noch mal 200 draufgelegt.“

Von einer Kundin, die Ärztin am Uniklinikum ist, sei sie auf die Idee gebracht worden, warme Strümpfe für Palliativpatienten zu stricken, „denn die haben oft kalte Füße und sind für warme Socken dankbar“. Ein Anruf bei Professor Sven Gottschling, dem Leiter der Palliativstation am Uniklinikum, war sehr positiv verlaufen: „Er war von der Idee begeistert. Nicht nur wegen der kalten Füße, sondern auch wegen der netten Geste, also, dass man todkranken Menschen damit eine echte Freude macht und ihnen damit zeigen kann, dass sie nicht vergessen werden.“ Die Patienten dürfen die Socken natürlich behalten. Marion Wagner rief über Facebook und Instagram zum Sockenstricken auf – mit der Maßgabe, dass sie die Wolle kostenlos zur Verfügung stelle.

Daraufhin setzte sich ein Kreislauf in Gang, der nicht mehr zum Stillstand kam. Nicht nur aus dem gesamten Saarpfalz-Kreis, sondern auch aus Nord- und Süddeutschland kamen die Anfragen nach Sockenwolle: „Ich habe Socken aus Stralsund, aus Wuppertal, aus Gießen, aus Bremen bekommen. Die meisten natürlich aus dem Saarpfalz-Kreis.“ Die gängigen Größen seien natürlich 38/40, „aber Männer freuen sich, wenn ihnen auch mal Socken passen, also haben wir natürlich auch um die Größen 45 oder 46 gebeten“, sagt Maria Wagner, „denn wir wollen ja allen Patienten eine Freude machen.“ Die Verteilung der Socken an die Patienten übernimmt nun die Palliativstation, „denn dort wissen die Mitarbeiter am besten, wer was braucht, sagt Marion Wagner.

Auf jeden Fall wird die Station bis zum Ende des Winters so gut bestückt sein, dass die Palliativ-Patienten keine kalten Füße mehr bekommen. Und an den schönen Farben und an der liebevollen Handarbeit, die man den Socken ansieht, kann man sich zusätzlich erfreuen.

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