Badesaison in St. Ingbert, Blieskastel und Walsheim Regen und Corona sorgen für Freibad-Flaute

Saarpfalz-Kreis · Das Wetter der vergangenen Wochen bot kaum Anreize, um ins Freibad zu gehen. Das bekommen die Betreiber deutlich zu spüren.

 Wasserspritzer im Walsheimer Freibad: In diesem Sommer ist das ein Bild mit Seltenheitswert.

Wasserspritzer im Walsheimer Freibad: In diesem Sommer ist das ein Bild mit Seltenheitswert.

Foto: Gemeinde Gersheim/Karbach

Für die Freibad-Betreiber in der Region entpuppt sich die bisherige Saison als Schlag ins Wasser. Weil das Wetter nicht mitspielt und dem unbeschwerten Sprung ins Nasse zudem die Corona-Einschränkungen entgegenstehen, fällt die Zwischenbilanz ernüchternd aus. Nachdem das St. Ingberter Freibad im vergangenen Jahr wegen der Umbauarbeiten geschlossen geblieben war, hatte sich Geschäftsführer Hubert Wagner vor wenigen Wochen besonders darauf gefreut, den Badegästen das neugestaltete blau präsentieren zu können.

Seit der Eröffnung am 28. Juni haben bis vor einer Woche aber nur rund 4300 Besucher den Weg ins Freibad gefunden. Ins angrenzende Hallenbad kamen im gleichen Zeitraum mehr als dreimal so viele Gäste. Am bislang besucherstärksten Tag (23. Juli) kamen 770 Gäste. Zum Vergleich: Im letzten Sommer ohne Corona zählte das Freibad am besucherstärksten Tag knapp 2600 Gäste. Insgesamt waren am Ende der Saison 2019 rund 56 000 Tickets gelöst. Man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen, dass in diesem Jahr nur ein Bruchteil dieses Werts erreicht wird.

Wetterprognose lässt hoffen

„Das Freibad ist sehr schön geworden, deswegen ist es schade, dass es bisher so wenige Gäste gesehen haben“, sagt Hubert Wagner. „Wir hoffen darauf, dass der Sommer noch kommt“. Doch selbst, falls sich die Wetterlage in den kommenden Wochen verbessern sollte, wird das Freibad „spätestens Anfang September“ schließen, kündigt Wagner an. Hält die Schlechtwetterlage an, wird bereits Ende August abgesperrt. Wer in St. Ingbert dann noch ein paar Bahnen ziehen will, dem bleibt das Hallenbad. Ein wenig Hoffnung lässt die Wetterprognose für die kommenden Tage aufkommen. Bis zum Wochenende melden die Wetterdienste bis zu 30 Grad und strahlenden Sonnenschein.

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Das blau hat seine Öffnungszeiten seit diesem Mittwoch deswegen wieder ausgeweitet. Nachdem das Baden seit eineinhalb Wochen nur noch von 11 bis 18 Uhr möglich war, stehen die Türen des Freibads nun wieder von 8 bis 20 Uhr offen. Mit Blick auf die noch zweieinhalb Wochen andauernden Sommerferien könnte die Saison auf ihren letzten Metern noch einmal ein versöhnliches Ende finden – sowohl für die Badegäste als auch für die Betreiber.

In Walsheim wird in Schichten gebadet

Im Freibad Walsheim ist das Ende des Badebetriebs am 12. September vorgesehen. „Traditionell findet danach noch ein Hundeschwimmen statt“, sagt Holger Frenzel von der Gemeindeverwaltung. Seit der Eröffnung am 18. Juni hat das Freibad etwas mehr als 6000 Gäste gezählt. Der 19. Juni war mit 536 Gästen der bislang besucherstärkste Tag. Von der Maximalauslastung, die wegen der Corona-Beschränkungen bei 800 Gästen liegt, ist man bislang demnach noch ein gutes Stück entfernt geblieben.

Vielleicht wird die Besucherzahl in den kommenden Tagen näher an diese Marke heranrücken. Fest steht, dass in Walsheim in zwei Schichten gebadet wird. Wer lieber früh an ist, kann sich ein Ticket im Zeitraum von 9.30 Uhr bis 14.30 Uhr ziehen. Wer lieber den Tag im Freibad ausklingen lässt, kann von 15 bis 20 Uhr vorbeikommen.

Besucherzahl in Blieskastel halbiert

Etwas weniger Besucher als in Walsheim sind im Freizeitzentrum Blieskastel zulässig. „Wir haben die maximale Besucherzahl auf maximal 530 Personen begrenzt“, sagt Geschäftsführer Bernhard Wendel. Weil es sich beim Freizeitzentrum um ein Kombibad handelt und sich wegen des schlechten Wetters derzeit mehr Besucher im Innenbereich aufhalten, „müssen wir noch weiter begrenzen“, so Wendel. An gewöhnlichen Sommertagen seien in der Vergangenheit zwischen 700 und 2000 Besucher nach Blieskastel gekommen. Der Rekord lag am 4. Juni 2019 bei 2683 Gästen – angesichts der aktuellen Umstände ein Traumwert.

Seit der Eröffnung am 14. Juni sind bis vergangene Woche 15 400 Gäste ins Kombibad gekommen. Gegenüber dem Jahr 2019 sei das ein Rückgang um circa 50 Prozent. Diesen macht Wendel aber nicht ausschließlich an der Pandemie fest. Auch die Wetterlage habe dazu beigetragen. Das Schwimmen im Außenbereich sei aber auch bei niedrigen Temperaturen möglich.

„Unser Freibad ist geheizt und hat eine Wassertemperatur von 24 bis 25 Grad“, erklärt Wendel. Das lade eigentlich zum Schwimmen ein. Normalerweise sei bis Oktober damit zu rechnen, dass das Außenbecken geöffnet bleibt – um vielleicht doch noch einen goldenen Herbst zu erleben.

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