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Redundanz - Notleitstelle für das Saarland wird in Bexbach gebaut

Neubau-Pläne : Versorgung im Notfall verbessern

In unmittelbarer Nähe des ZRF (Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehr) in Bexbach soll eine Notleitstelle eingerichtet werden.

Bexbach wird Standort für die Redundanz-Notleitstelle des Rettungsdienstes im Saarland. Angesiedelt wird die Notleitstelle am Sitz des ZRF (Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung) in Bexbach im Saarpfalz-Park.  Die Bexbacher Notleitstelle ist eine  sogenannte „Redundanz-Leitstelle“ – sie soll bei Bedarf die Aufgaben der Integrierten Leitstelle Saar auf dem Saarbrücker Winterberg übernehmen können. Dadurch soll die Versorgung der Bürger im Notfall verbessert werden.

Denn der Rettungsdienst muss rund um die Uhr reibungslos laufen, Ausfallsicherheit wird dabei groß geschrieben. Eine Leitstelle muss ständig mit Personal besetzt sein; hier werden Notrufe entgegen genommen und - je nach Notlöage - entsprechend Personal, Fahrzeuge und Geräte ausgesendet, sowohl für die Feuerwehr als auch für den Katastrophenschutz und den Rettungsdienst. Der Rettungsdienst umfasst hierbei sowohl die Notfallrettung als auch den Krankentransport.

Die Integrierte Leitstelle Saar (ILS) auf dem Winterberg in Saarbrücken ist im Saarland für die Annahme von Notrufen über die europäische Notrufnummer 112 verantwortlich, außerdem geschieht hier die Disposition und Alarmierung des kompletten Saarländischen Rettungsdienstes, auch des in Saarbrücken stationierten ADAC-Rettungshubschraubers „Christoph 16“. Für den Fall, dass die Integrierte Leitstelle einmal ausfällt, muss eine Ersatz-Leitstelle vorgehalten werden, die es bislang im Saarland so nicht gibt. Diese Lücke soll nun mit dem Bau in Bexbach geschlossen werden.

 Das Ministerium für Inneres, Bauen und Sport des Saarlandes unterstützt den Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Saar in den kommenden drei Jahren mit bis zu 1,2 Millionen Euro für den Neubau am Standort in Bexbach. Die finanziellen Mittel werden zu je 400 000 Euro auf die Jahre 2021 bis 2023 aufgeteilt, wie es von Seiten des Innenministeriums heißt. „Bei der Alarmierung der Rettungsdienste und Feuerwehren im Saarland zählt bekanntlich jede Sekunde. Nur so können die Saarländerinnen und Saarländer bestmöglich geschützt und versorgt werden. Ein Neubau einer zweiten Leitstelle im Saarland stellt für diese Belange den optimalen Schutz dar“, so Minister Klaus Bouillon.

Bauherr des Neubaus ist der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehr (ZRF) mit Sitz im Saarpfalz-Park in Bexbach.  Wie ZRF-Geschäftsführer  Timm Mathis auf Anfrage erklärte, werden in dem Neubau Büros und Funktionsräume untergebracht sowie die erforderliche Technik mit Einsatzleit- und Telefonsystemen, so dass eine „vollwertige Leitstelle“ entstehe. Mit dem Standort am ZRF seien natürlich auch Synergieeffekte vorhanden, die man ausschöpfen könne. Es sei geplant den Bauantrag im Frühjahr zu stellen, bis der genehmigt ist, und es losgehen kann, wird es wohl Herbst werden. „Wir rechnen mit dem Beginn der Arbeiten im dritten, vierten Quartal dieses Jahres“, so Mathis.  Als Leiter des ZRF trat Mathis im vergangenen Sommer die Nachfolge von Bernhard Roth an, der in den Ruhestand ging. Mathis war zuletzt Leiter des Bereichs Bürgerdienste in der Völklinger Stadtverwaltung und dort zuständig für das Bürgeramt, das Ordnungsamt, das Standesamt, das Rechtsamt und die Untere Bauaufsicht.

Timm Mathis, Geschäftsführer des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF). Foto: BeckerBredel

Der ZRF wurde 1977 gegründet, damals noch unter dem Namen  Rettungszweckverband Saar. Sein Sitz ist seit 2004 im Saarpfalz-Park in Bexbach. Im September 2009 wurde der Rettungszweckverband zum „Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung“ (ZRF Saar). Verbandsmitglieder des ZRF sind die Landkreise Merzig-Wadern, Neunkirchen, Saarlouis, St. Wendel und der Saarpfalz-Kreis sowie der Regionalverband Saarbrücken. Der ZRF hat die Aufgabe, den Rettungsdienst nach den Vorschriften des Saarländischen Rettungsdienst­gesetzes (SRettG) durchzuführen. Er ist somit verantwortlich für die flächendeckende  Versorgung der saarländischen Bevölkerung mit Notfallrettung und Krankentransport. Verbandsvorsteher ist der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald, stellvertretender Verbandsvorsteher Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo.