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PBC Joker Altstadt bleibt in der 1. Poolbillard Bundesliga

Poolbillard-Bundesliga : Joker Altstadt bleibt erstklassig

Wegen des Saisonab- bruchs feiert der Poolbillard-Bundesligist PBC Joker Altstadt erstmals in der Vereins- geschichte den Klassen- erhalt im Oberhaus. Darüber freut sich auch die 2. Mannschaft.

Die eine oder andere Mannschaft hat vielleicht erstmal die Landkarte studieren müssen, bevor sie ihre Auswärtsfahrt ins kleine Dörfchen Altstadt angetreten hat. Das dürfte spätestens jetzt anders sein. Denn in der Poolbillard-Bundesliga ist die Saison aufgrund der Corona-Pandemie nun endgültig abgebrochen worden. Das ist sportlich schade und kommt auch ein wenig überraschend. Denn die Deutsche Billard Union hatte sich lange gegen diesen Schritt gesträubt, hatte noch im Juni erklärt, dass die Runde zu Ende gebracht werden solle. Beim PBC Joker war die Freude dennoch riesig. Und zwar in doppelter Hinsicht. Nicht nur feierte die erste Mannschaft des PBC nach dem Saisonabbruch erstmals in der Vereinsgeschichte den Klassenerhalt in der 1. Poolbillard-Bundesliga, die zweite Mannschaft der Altstadter darf deshalb auch in die 2. Liga aufsteigen.

Der PBC Joker hatte bereits vor zwei Jahren erstmalig der 1. Bundesliga angehört, konnte aber damals die Klasse nicht halten. Es folgte jedoch der direkte Wiederaufstieg.

Im Gegensatz zur Wertung bei den Fußballern im Amateurbereich, für die der aktuelle Tabellenstand zum Zeitpunkt des Abbruchs entscheidend war, um die Platzierungen zu ermitteln, wurde beim Billard das Klassement nach der Hinrunde gewertet. Auf Tabellenrang acht liegend muss daher das Schlusslicht BSC Joker Neukirchen-Vluyn den Gang in die 2. Bundesliga antreten. Auf den Rängen davor gab es ein wahres Hauen und Stechen um den ersten Nichtabstiegsrang sechs. Der Fünfte BC Queue Hamburg (Partiendifferenz: -4), der PBC Joker Altstadt (-8) sowie der 1. PBC Neuwerk (-14) wiesen alle die identische Bilanz von zwei Siegen, einem Remis und vier Niederlagen auf. Nur aufgrund der etwas besseren Partiendifferenz gegegenüber Neuwerk hielt der PBC Joker Altstadt die Klasse.

Die Verbandsentscheidung sei deshalb „wirklich perfekt für uns gelaufen“, zeigt sich Altstadts Nationalspieler Sebastian Staab erleichtert. Denn wäre sein Team in die 2. Liga abgestiegen, hätte die zweite PBC-Mannschaft ihr Aufstiegsrecht in eben diese Spielklasse nicht wahrnehmen dürfen, da nicht zwei Teams des gleichen Vereins in einer Liga antreten dürfen.

 Die 2. Mannschaft hatte sich bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie kurz vor dem offiziellen Saisonende eigentlich auf sportlichem Wege die Meisterschaft gesichert. Sie hätte in den verbleibenden Saisonspielen nicht mehr von Platz eins verdrängt werden können. Doch auch in der 2. Liga wurde nur die Hinrundentabelle gewertet. Es hätte also für lange Gesichter bei den Saarländern gesorgt, wenn sie zur Saisonhalbzeit nicht ebenfalls Erster gewesen wären. Doch auch nach der Hinrunde lag die Joker-Reserve mit 18 Punkten vor dem 1. PBC Gießen 1986 (15 Zähler). Wann die neue Saison in den beiden Spielklassen losgeht, sei derzeit noch offen, sagt Staab – dies hänge von der Entscheidung der Politik ab. „Es gab aber noch eine weitere wichtige Entscheidung. So werden die zukünftigen Spielzeiten nicht an das Kalenderjahr angepasst“, berichtet der Nationalspieler. Diese Möglichkeit stand im Raum, wurde jedoch verworfen. Die meisten Landesverbände hatten sich gegen diese Option ausgesprochen. Dies bedeutet laut Staab, dass die kommende Spielzeit „irgendwann im September oder Oktober“ losgehen müsse.

 . . . und die zweite Mannschaft um Routinier Ralf Wack (2. von rechts) steigt als Regionalliga-Meister in die 2. Bundesliga auf.
. . . und die zweite Mannschaft um Routinier Ralf Wack (2. von rechts) steigt als Regionalliga-Meister in die 2. Bundesliga auf. Foto: Stefan Holzhauser

Doch wann auch immer die neue Runde starten kann. Zumindest auf der Landkarte von Billard-Deutschland dürfte nun genau bekannt sein, wo das kleine Dörfchen Altstadt liegt.