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Mit Kribbeln im Bauch zur Schule

Mit Kribbeln im Bauch zur Schule

Homburg. Für Johannes Kinzer aus Einöd ist heute ein großer Tag, denn er kommt in die Schule. Mutter Sabine ist da weit weniger nervös: "Das ist kein aufregender Tag für mich. Die einzige Überraschung wird der Lehrer oder die Lehrerin sein, denn wir wissen noch nicht, wer welche Klasse unterrichtet

Johannes Kinzer - hier mit seiner Schwester Katharina - freut sich schon auf die Schule. Foto: PM

Homburg. Für Johannes Kinzer aus Einöd ist heute ein großer Tag, denn er kommt in die Schule. Mutter Sabine ist da weit weniger nervös: "Das ist kein aufregender Tag für mich. Die einzige Überraschung wird der Lehrer oder die Lehrerin sein, denn wir wissen noch nicht, wer welche Klasse unterrichtet." Johannes wird erst Ende September sechs Jahre alt, aber er hat damit kein Problem: "Ich will endlich schreiben lernen." Seine neunjährige Schwester Katharina muss lachen: "Dann kann er mir endlich Briefchen schreiben und muss nicht immer die Mama fragen, dass sie das für ihn macht." Johannes will auch lesen lernen, "damit Katharina nicht immer vorlesen muss". Doch die Schwester macht das gerne, "dann übe ich selbst ein bisschen dabei". Sie hat Johannes schon alle Buchstaben erklärt, "aber ich kann die doch noch nicht so richtig", sagt der Fünfjährige. Das wird sich bald ändern, denn ab heute geht's los mit den wichtigsten Fähigkeiten des Menschen: Lesen, Schreiben, Rechnen. "Ich freue mich" verkündet Johannes und kramt sein nagelneues Schulmäppchen hervor. Die Oma hat ihm die ganze "Ausrüstung" gekauft, auf die Johannes jetzt so stolz ist - Turnbeutel, Ranzen, Mäppchen und Stifte. Was in seine Schultüte kommt, weiß er allerdings noch nicht, "das ist eine Überraschung". Katharina lächelt verschmitzt, sie weiß natürlich Bescheid, verrät aber nichts. Eine Kamera, wünscht sie Johannes. Mama Sabine schüttelt den Kopf: "Was hat wohl eine Kamera in einer Schultüte verloren?" Doch Johannes stört das nicht. Dann eben keine Kamera. Jedenfalls weiß er schon, wie die Schultüte aussieht, denn die hat er mit seiner Mama gebastelt: "Autos mit Glubschaugen sind da drauf." Er freut sich, heute seine ganzen Kindergartenfreunde wieder zu treffen, "wir kommen fast alle in dieselbe Klasse". Ein bisschen Angst hat er vor dem Toiletten-Gang. "Hoffentlich lassen die Lehrer die Kinder raus, wenn sie schnell mal müssen", hofft die Mutter, "denn es ist bei den Kleinen oftmals nur sehr wenig Zeit zwischen ,Ich muss mal' und ,Ich muss jetzt sofort'. "Katharina kann ein Lied davon singen: "Ich gehe immer in ein anderes Stockwerk, weil da alles frei ist. Ich habe keine Lust, meine ganze Pause in der Schlange vor der Toilette zu verbringen." Und so warten viele Neuerungen auf den Erstklässler Johannes, der sich schon seit einer Woche auf heute gefreut hat: "Ich glaube, ich gehe gerne in die Schule", sagte er gestern. Mal sehen, wie lange er noch dieser Meinung ist. Seine Schwester, die heute in die vierte Klasse kommt, macht es vor: "Ich gehe immer noch gerne in die Schule. Ich freue mich auch, wenn ich nach der vierten Klasse in eine andere Schule komme." Und so ist Schule nicht nur heute ein wichtiges Thema für Kinder. "Für mich wird die Schule noch in den kommenden zehn Jahren ein wichtiger Teil meines Alltagslebens sein", sagt die Mutter, "denn aus der Schulzeit kommt man mit zwei Kindern so schnell nicht heraus." Während die eigene Schulzeit immer mehr verblasst, bekommt die der Kinder immer mehr Konturen. Johannes jedenfalls kramt schon ganz geübt in seinem Mäppchen herum. Der aufregende Inhalt aus Stiften, Spitzern und Radiergummis wartet nur darauf, ab heute endlich zum Einsatz zu kommen.