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Mathias Hübgen vom Tischtennis-Regionalligisten Limbach vermisst Wettkämpfe

Tischtennis : Den Spaß am Sport will Hübgen niemals verlieren

Der 16 Jahre alte Mathias Hübgen führt den Tischtennis-Regionalligisten TV Limbach seit dieser Saison als Spitzenspieler an.

Erst im Alter von zehn Jahren fand Mathias Hübgen zum Tischtennissport. Fast ein wenig spät, um noch die allerhöchsten Ziele mit dem kleinen weißen Zelluloidball zu verfolgen. Deutschlands Vorzeigespieler Timo Boll etwa griff bereits als Vierjähriger zum Schläger. Doch heute – sechs Jahre später – gilt Hübgen als eines der größten Talente der Region. Den Tischtennis-Regionalligisten TV Limbach führt er seit dieser Saison als Spitzenspieler an.

Seit zwei Jahren geht Hübgen für die Saarpfälzer an die Platte. Bereits als 14-Jähriger hatte er großen Anteil an der Meisterschaft des TVL in der Oberliga und dem damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga Südwest. Dort spielte der 16-Jährige letzte Saison noch an Position drei. Und das erfolgreich. Sein TV Limbach verlor zwar in der wegen Corona abgebrochenen Runde jedes Spiel. Hübgen allerdings konnte von seinen 19 Einzelpartien elf gewinnen und wies damit eine positive Bilanz auf.

„Mit der Ausbeute bin ich zufrieden. Viele der Gegner, auf die ich in der Regionalliga treffe, haben ja doch ein wenig mehr Erfahrung als ich“, sagt der Teenager. Dass seine Mannschaft kein Saisonspiel gewinnen konnte, sieht er nicht als Makel. Schließlich war der TVL der einzige Verein, der die Runde ohne Verstärkungen aus dem Ausland bestritt und ausschließlich auf Spieler aus der Region vertraute. „Es war schon vorher klar, dass es ganz schwer für uns werden würde. Wir haben uns nicht schlecht geschlagen, einige Spiele nur knapp verloren“, sagt Hübgen.

Er und seine Mannschaft dürfen nun einen neuen Anlauf in der Regionalliga nehmen. Denn weil die vergangene Spielzeit im März wegen Corona zuerst pausiert und später abgebrochen wurde, gab es keine Absteiger.

Doch das Virus wirbelte auch den Spielplan der aktuellen Saison, in der Hübgen erstmals an Position eins seines Teams steht, durcheinander. Während die Konkurrenten bereits bis zu sechs Partien ausgetragen haben, standen die TVL-Spieler nur einmal Mitte Oktober an den Platten. Limbach verlor sein Heimspiel gegen die TG Wallertheim damals mit 3:9. Hübgen, in der neuen Rolle als Nummer eins seiner Mannschaft – musste sich zweimal ganz knapp geschlagen geben. Er verlor seine beiden Einzel gegen Aaron Vallbracht und Miguel Chamorro jeweils im entscheidenden fünften Satz. Doppel werden in dieser Saison wegen Corona nicht gespielt.

Mathias Hübgen begann beim TTC Wemmetsweiler mit dem Tischtennis und besucht das Sportgymnasium am Rotenbühl in Saarbrücken. Als Mitglied des U18-Kaders des Saarländischen Tischtennisbundes durfte er aufgrund einer Sondergenehmigung im November mit seinem Training fortfahren. Viermal in der Woche greift das Talent bis zu zweieinhalb Stunden an der Sportschule in Saarbrücken zum Schläger. Hinzu kommen zwei Einheiten an seinem Sportgymnasium.

Im Vergleich zu anderen Spielern eine komfortable Situation. Ganz zufrieden ist Mathias Hübgen trotzdem nicht. „Klar fehlen mir die Wettkämpfe. Die Partien im Training helfen ein wenig darüber hinweg, sind aber nicht dasselbe. Und in jeder Einheit steht man auch immer der gleichen Person gegenüber.“ Denn gewechselt werden darf der Gegner bei den Übungen nicht.

Der 16-Jährige sieht seine größten Stärken in seiner Aggressivität, der Platzierung der Bälle und auch in seinem kühlen Kopf. „Besonders wichtig ist, dass man bei Fehlaktionen oder einem Rückstand nicht in Hektik verfällt“, weiß Hübgen. Steigerungspotenzial sieht er vor allem bei seinem Top-Spin und den Aufschlägen. Die könnten noch viel härter und gefährlicher kommen, sagt er.

Sein Vorbild ist der chinesische Weltklassespieler Ma Long, aktuell die Nummer drei der Welt. „Seine Rückschläge, seine Aggressivität und auch sein Spielsystem gefallen mir besonders“, schwärmt Hübgen.

Ehrgeizige Ziele für die Zukunft hat er sich bereits gesteckt: „Ich will irgendwann in der zweiten Bundesliga aufschlagen“, sagt er selbstbewusst. Wichtig sei aber vor allem, den Spaß an seinem Sport zu behalten. Auch wenn er merkt, dass das Training für ihn immer intensiver und zeitaufwendiger werden muss, um mit den anderen U18-Talenten Schritt zu halten.