Dorffest in Ommersheim : Die Ommersheimer haben das Feiern nicht verlernt

Trotz Umorganisation durch eine Baustelle in der Saar-Pfalz-Straße war das Dorffest am vergangenen Wochenende ein voller Erfolg.

„Du Papa, warum haben die Männer hier heute alle dunkle Röcke an und tragen so komische Hüte?“, fragte der kleine Timm (6) am Sonntagabend seinen Vater Christian. Der wusste beim Rundgang übers Ommersheimer Dorffest auch keinen richtigen Rat und musste dem Junior die Antwort auf die Frage schuldig bleiben. Zunächst, bis er sich mit einem Mann am Stand des Karnevalsvereins Ommersheim (KVO) unterhielt. Der klärte Papa und Sohn auf, wie der Mann aus Aßweiler unserer Zeitung erzählte. „Die ,Sackschisser‘ machen traditionell am Sonntag den Verboozstand. Dann kann man sich für 10 oder 15 Euro einkleiden und führt alte Kleidung einem neuen Zweck zu“, informierte Florian Kempf. Wie der Vorsitzende des KVO berichtete, sei man bei den „Sackschissern“ sehr zufrieden mit dem Dorffest. „Wir hatten vor allem am Samstag einen starken Betrieb. Die Leute waren aber, trotzdem, dass es manchmal etwas Wartezeiten beim Essen gab, geduldig“, so Kempf. Schnell waren die „Sackschisser“-Steaks ausverkauft. „Die haben uns die Bude eingerannt“, fasst der KVO-Chef die Resonanz zusammen. Zwei Jahre Corona-Zwangspause hätten ihre Spuren hinterlassen.

Eine ähnliche Rückmeldung gab es auch von der freiwilligen Feuerwehr. Hier musste man gut drei Stunden nach Feststart bereits Bierfässer nachordern. Die Floriansjünger hatten ihren Stand in die Ensheimer Straße neben den der „Sackschisser“ und „Ars-Vin-Vendi“ verlegt. Es war nicht die einzige Veränderung bei diesem Fest. Da in der Saar-Pfalz-Straße Bauarbeiten stattfinden, war das „Sportler-Trio“, bestehend aus Handballverein, Turn- und Sportverein sowie FC Bayern-Fanclub, auf den Vichter Platz umgezogen. Dort war eine Lücke entstanden, da kein Autoscooter für das parallel durchgeführte Patronatsfest gefunden werden konnte. Dafür gab es wieder ein Karussell. Die Premiere sei aber gut angekommen, da man die Stand-Lücke zwischen Saar-Pfalz- und Vichter Straße nicht mehr hatte, versicherte Carolin Usner-Reinhard gegenüber unserer Zeitung. „Wir haben deshalb auch den Fassanstich dort durchgeführt. Nach drei Schlägen hat es geklappt“, blickte die Ortsvorsteherin auf ihre Premiere zurück. Glücklich und zufrieden sei sie, da alles geklappt habe und auch alle Vereine, die 2019 dabei waren, wieder mitwirkten. „Die Vereine und die Ommersheimer haben das Feiern nicht verlernt. Es war viel los, obwohl es recht heiß war“, freute sich Usner-Reinhard. Bewährt habe sich auch der Einsatz einer Sicherheitsfirma, die Nachtwache hielt.

Auf eine weitere Tradition mussten die Stammbesucher verzichten: die Owegelehde am Stand der Chorgemeinschaft. Fremde bezeichnen die Kartoffelspezialität gerne profan als Bratkartoffeln. Doch, das würde dem Ganzen nicht ausreichend Rechnung tragen. Die Sänger haben auch etwas mit Personalsorgen zu kämpfen und boten stattdessen verschiedene Flammkuchen-Variationen an. „Die sind lecker“, bestätigte auch Karl Obermann aus Homburg. Er schätzt das Fest und kommt seit vielen Jahren her, weil es hier keine Profis gibt und die Vereine für eine entspannte Atmosphäre sorgen. „Es gibt ja etliche Feste schon nicht mehr“, rief seine Frau Inge in Erinnerung.