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Zu Gast bei einem Blutspende-Termin in Habkirchen

Blutspende in Corona-Zeiten : Blutspende-Bereitschaft hat sich normalisiert

Zu Beginn der Corona-Krise gab es einen starken Einbruch, dann sogar wieder ein Überangebot. Inzwischen hat sich der Besuch der Termine wieder auf das Normalmaß eingependelt.

Beim Blutspende-Termin am Donnerstagabend in Habkirchen blieb die Küche kalt. Dafür hatte die Bäckerei Ackermann aber Rotkreuz-Muffins gebacken, die zusammen mit einer regelrechten „Nikolaustüte“ voller Süßig- und Kleinigkeiten auf die Blutspender warteten, um sie für den Aderlass zu belohnen. Blutspende-Termine haben sich deutlich verändert. Die Blutspender können nicht mehr beköstigt werden, sie bekommen ein Lunchpaket. Sie müssen Abstand halten, draußen warten, zweimal Fieber messen und dürfen ihre Wege nicht kreuzen. Weil alle sich aber langsam an diese Regeln gewöhnen, gibt es weder Konflikte noch großen Stau. Und das, obwohl die Blutspende-Termine im Saarpfalz-Kreis nach wie vor gut besucht werden, sagt Öffentlichkeitsreferentin Sabine Böhme vom DRK-Blutspendedienst West. Sie war nach Habkirchen gekommen, um gezielte Fragen unserer Zeitung persönlich zu beantworten.

Mit Ausbruch der Corona-Pandemie sei die Spendenbereitschaft erst einmal völlig zusammengebrochen. Die Reserven seien an den kritischen Punkt gelangt. Der Ministerpräsident und die Gesundheitsministerin hätten sofort reagiert, immer wieder habe man zu Blutspenden aufgerufen und die Termine von den Regeln der Ausgangsbeschränkungen befreit. Zeitgleich habe man beim Blutspendedienst die Hygieneregeln verschärft und über die Bürgermeister der Kommunen sehr schnell größere Hallen zur Verfügung gestellt bekommen. Dass die Kliniken in der Folge wenig ausgelastet waren, habe auf den Bedarf an Blutransfusionen wenig Einfluss, da viele Konserven von chronisch und schwerst kranken Menschen gebraucht würden. „Auch in dieser Phase hatten wir lediglich einen Rückgang des Bedarfs um 30 Prozent“, so Böhme. Es kamen aber anfangs nur noch 50 Prozent der Spender. Nach den öffentlichen Aufrufen habe sich das gewandelt. Ein Run habe eingesetzt, der sich nun langsam wieder auf das normale Maß einpendele. Zeitweise hätten Blutspender abgewiesen werden müssen, weil die Transportfahrzeuge nur eine bestimmte Menge Spendeblut sicher in Kühlfächern transportieren könnten. Das habe man sehr bedauert. Inzwischen stelle sich wieder ein Gleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot ein.

Aktuell seien Bewohner aus Grand-Est noch von den Spendeterminen ausgeschlossen, auch daran werde sich bald etwas ändern. Mit der Grenzöffnung könnte auch diese Einschränkung wegfallen. In Habkirchen führt dies trotz der Grenzlage aber nie zu Problemen, wie Günther Rammel vom DRK-Ortsverein bestätigt. Es gebe einfach kaum Spender von der anderen Seite der Blies. Böhme erklärte außerdem, dass das Blut der Blutspender auf viele Laborwerte hin untersucht werde, allerdings nicht auf Corona-Viren. Nach bisherigen Erkenntnissen sei eine Ansteckung über Blut ausgeschlossen. Daher werde es auch nicht dahingehend getestet. Ein Blutspendetermin beinhalte daher keinen Corona-Test.

Die Spender fühlen sich jedenfalls sicher. Das beweist die hohe Beteiligung. Spender Jörg Lück aus Habkirchen spendete am Donnerstag zum 68. Mal: „Ich kann Menschen in Not helfen und komme regelmäßig. Mit den neuen Schutzmaßnahmen fühle ich mich absolut sicher“, sagt er und will in seiner Spendenbereitschaft nicht nachlassen.