Witz und Tiefgang in der Hand

Ommersheim. "Die meisten wissen das gar nicht", erklärt der Mann mit dem grauen Haar. Er grinst dabei. Dem Rentner, der da vor den ausgestellten Bildern im Ormesheimer Rathaus steht, scheint irgendwie den Schelm ins Gesicht geschrieben. Werner Toussaint (68) stellt derzeit im Erdgeschoss der Gemeindeverwaltung unter dem Titel "Licht und Schatten" rund 35 Werke aus

Ommersheim. "Die meisten wissen das gar nicht", erklärt der Mann mit dem grauen Haar. Er grinst dabei. Dem Rentner, der da vor den ausgestellten Bildern im Ormesheimer Rathaus steht, scheint irgendwie den Schelm ins Gesicht geschrieben. Werner Toussaint (68) stellt derzeit im Erdgeschoss der Gemeindeverwaltung unter dem Titel "Licht und Schatten" rund 35 Werke aus. In seinem Wohnort Ommersheim kennt man ihn zwar, doch kaum einer im Ort weiß etwas von seinem Hobby.Schon als Schüler Zeichner Seine Passion zu seinem Steckenpferd zu degradieren, würde ihm nicht gerecht. Dafür beschäftigt ihn das Zeichnen schon viel zu lange. Bereits in der Schule war er dafür bekannt. Mit 55 hat er begonnen, dem Ganzen mehr Dynamik zu verleihen, und hat einen Zeichenkurs besucht. Das hat ihm Lust bereitet, beschreibt der ehemalige Büromaschinen- und EDV-Techniker, seine Motivation. "Ich erlebe was dabei", meint er. Ob sein Selbstbildnis, die Zeichnung eines verarmten Zeichners, Parallelen aufweist, sei einmal dahingestellt. Doch der "Erste Clochard vun Ummaschum" deutet auf Dokumentation, Perspektivenwechsel und gleichzeitig Kitzeln des Betrachters hin. Dies zeigt sich auch im manchmal noch so banal Wirkendem: Das Motiv "Dosenöffner" etwa. Es sei autobiographisch, erklärt Toussaint. Da werden Computer-Chips ebenso illustriert wie mechanische Geräte. Die zweite Ausstellung des Künstlers überhaupt hat natürlich auch die üblichen Stilleben wie Sonnenblumen und Landschaften. Doch die sind in der Unterzahl. Den Zeichner kann man durchaus als "Agent Provokateur" bezeichnen. "Ich will, das die Leute nicht vorbei gehen. Die sollen sich Gedanken machen", sagt er und immer hat er dieses gewisse Grinsen dabei. Und dann hat er ja seit etwa fast vier Jahren ein Pseudonym: "Tussengpeng". Das zu erklären, sei kompliziert. Es war die Mischung aus einem Wortspiel mit seinem Namen, Frotzelei der ehemaligen Kollegen und ein Gag einer Comedytruppe zugleich. Und doch: Tussengpeng mag den Rummel um sich gar nicht so. Deshalb hat er auch drei Bilder, die das Ommersheimer Gotteshaus zeigen, seinem Heimatort geschenkt. Vorbild ist der Niederwürzbacher Künstler Otto Marquardt. Dem hat er auch das Bild "Marquarto" gewidmet. Phantasie hat Tussengpeng auch: Bilder bekommen keinen Namen, es wird mal die "Südmolukische Hyazinthe" frei erfunden und als Titel gewählt oder einfach Kugeln und Grashüpfer gezeichnet, die dann als "Kugelhupser" herhalten müssen. Aber, es gibt auch Zeichnungen mit Tiefgang. Eine Angehörige auf dem Sterbebett etwa. Doch mit all dem soll nun Schluß sein: Werner Toussaint will sich nun ganz aufs Karikieren konzentrieren. Die Ausstellung läuft noch bis 8. Oktober.

AUF EINEN BLICKDie Ausstellung "Licht und Schatten" von dem Künstler Werner Toussaint ist bis zum Freitag, 8. Oktober im Foyer des Mandelbachtaler Rathauses in Ormesheim zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8.30 bis zwölf Uhr, montags und donnerstags von 13 bis 15.30 Uhr, mittwochs von 13 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt zu der Austellung ist frei. red