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Wittersheim feiert das ganze Jahr über

Wittersheim feiert das ganze Jahr über

Eine Reihe an Veranstaltungen gibt es zum Fülle 750-jährigen Bestehen des Ortes. Am 24. März geht es los.

"Widdaschum" feiert. Nichts Ungewöhnliches, könnte man meinen. Doch das bedeutet im Jahr 2017, dass dies das ganze Jahr über andauert. Denn der Mandelbachtaler Ortsteil wird 750 Jahre alt. Deshalb stehen alle Veranstaltungen des laufenden Jahres unter diesem Motto. Das Besondere: Zu jedem Veranstaltungsthema kann ein Rückblick auf das Brauchtum und die Historie präsentiert werden.

Zwei Banner sind an den Ortseingängen bereits montiert. Ein weiterer wird Ende April beim Aufstellen des Maibaumes folgen. Start der Veranstaltungsreihe ist am Freitag, 24. März, um 19 Uhr. Dann findet in der Festhalle ein Geschichtsabend statt. Dorfhistoriker Heribert Ochs nimmt die Besucher auf eine Zeitreise durch die Epochen des Ortes mit. Kreisdenkmalpfleger Dr. Bernhard Becker wird in die Ortsgeschichte einführen. Ausstellungen zur Ortsgeschichte werden folgen. "Als zentrales Stück ist für uns die Kopie der in Wittersheim gefundenen fränkischen Goldscheibenfibel von großer Bedeutung", erklärte Ortsvorsteher Wendelin Lonsdorf im Gespräch mit unserer Zeitung die Hintergründe der Ausstellung.

Veranstalter des Jubiläums sei der Ortsrat und die Arbeitsgemeinschaft der Vereine. Zehn Zusammenschlüsse sind übers Jahr aktiv und beteiligen sich. Der Ortsrat selbst hat im Sommer vergangenen Jahres den Beschluss für die Festivität gefasst und vor dem Jahreswechsel die Termine festgelegt. "Ein finanzielles Risiko gehen wir nicht ein", beruhigte der Ortsvorsteher. Der Ortsrat schaffe die Rahmenbedingungen, und die Vereine machen die Veranstaltungen selbst. Auch Briefmarken mit Motiven des Ortes werden aufgelegt. Eine Wanderung zum Kennenlernen der alten Flurnamen plant der Dorfverein. Voraussichtlich im Juni wird die Einweihung des Freundschaftsplatzes "Dorfmitte am Bach" eingeweiht. Dazu erwartet man auch die Gäste aus der Partnergemeinde Wittersheim/Elsass.

Der Ort wurde 1267 erstmals erwähnt. Mit Sicherheit ist er aber schon viel länger besiedelt, da man bereits im vierten Jahrhundert Münzen fand. Der Ortsname selbst geht auf die fränkische Zeit zurück. Wittersheim hatte in den Kriegen wegen der Lage an einer alten Heerstraße immer sehr stark gelitten. So wurde das Dorf im Dreißigjährigen Krieg fast völlig zerstört.

Die Brüder Georg und Andreas Hamm errichteten 1843 im Garten der elterlichen Mühle eine Glockengießerei. Andreas Hamm schuf 1874 in Frankenthal die damals drittgrößte Glocke der Welt, die sogenannte Kaiserglocke für den Kölner Dom. Hamm gilt als einer der Gründer des Weltkonzerns Heidelberger Druckmaschinen. Im Zweiten Weltkrieg nahm am 16. März 1945 die US-Armee den fast völlig zerstörten Ort ein. Von 124 Häusern waren nur drei unbeschädigt.

Seit der Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 ist Wittersheim ein Ortsteil der Gemeinde Mandelbachtal.

www.mandelbachtal.de

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Weitere Veranstaltungen: 8. April: Einweihung Kreuz (Ecke Erfweiler-/Merowinger Straße), 15. April: Ostereiersuchen und 29. April: Enthüllung Gedenkstein sowie Maibaumstellen (Dorfplatz), 12./13. Mai: Nacht der Musicals (Festhalle), 8. Juli: Festveranstaltung 750 Jahre Wittersheim (Festplatz/-halle), 10. September: Musiksommer (Haus Lochfeld) und 17. September: Erntedankfest, 10. bis 13. November Kerb, 3. Dezember: Adventskonzert (Kirche) und 26. Dezember Weihnachtskonzert (Festhalle).