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Wanderhütte Jungholzhütte in Bebelsheim: Regionalität als Erfolgsrezept

Jungholzhütte in Bebelsheim : Regionalität als Erfolgsrezept

Ohne Vorkenntnisse übernahm die Familie Gaschott die Jungholzhütte in Bebelsheim — jetzt ist diese eine feste Institution in der Bliesgau-Region.

Das Würzmittel mit den fünf Buchstaben, abgefüllt in braunen Flaschen - hier hat es schlicht und ergreifend Hausverbot. Maggi? Wie, kein Maggi? Der Gast verlangt es vergebens und wird deshalb wohl nicht in Tränen ausbrechen oder seelische Blessuren davontragen. Es geht auch ohne, ganz gewiss. Vor allem dann, wenn man sich an dem orientiert, was unsere Region an Kulinarik zu bieten hat. Maggi gehört gewiss nicht dazu.

Wir sind zu Gast in der Jungholzhütte in Bebelsheim, hoch droben liegt sie, inmitten eines Waldstücks. Unter den Laubbäumen sitzt man gerade jetzt, bei hochsommerlichen Temperaturen, erfrischend schattig. Seit 16 Jahren betreiben Yannick Gaschott und seine Eltern, Katja und Peter, die Hütte. Und setzen konsequent auf die Biosphärenregion Bliesgau und deren Besonderheiten. Gerade zieht, als wir uns auf einer Bank im Außengelände niedergelassen haben, der Duft eines Rinderschmorbratens aus der Küche vorbei. Er ist soeben in Vorbereitung. Die Tiere, die der schmackhaften Kost zugrunde liegen, kommen vom gegenüber liegenden Grenzlandhof. „Top-Qualität“, sagt der Hausherr, „die Rinder sind das ganze Jahr über auf der Weide“.

Die Philosophie des Hauses: „So lokal und regional wie möglich, und das gelingt zum größten Teil.“ Der Nachbar von gegenüber geht auch auf Jagd, so dass die Wildschweine, die in verlässlicher Regelmäßigkeit des Nachts das Haus umrunden, saisonal, im gar nicht mehr wilden Zustand, den Weg in die Hütte finden.

Peter Gaschott, mittlerweile Ruheständler, zuvor im Rathaus St. Ingbert tätig, kam, wie er erzählt, „durch das sprichwörtliche Glas Wein zu viel“ zum Lokal. Da gab es eine Wirtin, die vorhatte, hier einzusteigen, und dann doch abgesprungen ist. Die Familie Gaschott erachtete den gastronomischen Einstieg als reizvoll. Kaufte das Haus und ein beachtliches Stück Wald drumherum und legte los. Einfach so, ohne „belastende“ Vorkenntnisse. Sie fingen ganz unten an, lernten kontinuierlich dazu und überlegten, auf welche Art und Weise sie sich profilieren wollten: über die Qualität, nicht über den Preis. Das stand schon mal fest. Die Wirtsleute wissen mittlerweile sehr genau, dass ihre Gäste das bodenständige Angebot schätzen, „sie wollen wissen, was auf den Tisch kommt“.

Da seien auch und vor allem die Metzgereien im Umkreis wichtig. Von ihnen gibt es einige, auf die man in der Biosphäre stolz sein kann. Ganz nebenbei hat Sohn Yannick (32) eine grobe Bauernbratwurst kreiert, die er bei einem Metzger fertigen lässt. Diese Wurst, die auf natürliche Inhaltsstoffe setzt, hat sich im weiten Umkreis einen Namen gemacht. Und auch die Burger-Abende, mit Anmeldelisten schon Wochen vorher.

Gerade wird an die Hütte angebaut, eine Ferienwohnung entsteht, hinzu kommen eine größere Küche und ein neues Warenlager. „Wir sind hier unser eigener Herr“, sagt Peter Gaschott, dem das gastronomische Dasein eine echte Freude ist. In Bebelsheim, sagen er, der gebürtige Rohrbacher, und Ehefrau Katja, die aus Eppelborn stammt, sei man in einer ganz anderen Welt. Weitab von städtischer Hektik, von Natur umzingelt und mit Gästen, die quasi tischübergreifend schnell miteinander ins Gespräch kommen. So ist das eben mit Wanderern, Radfahrern und Reitern, man hat ein gemeinsames Thema und findet zueinander. Es bilden sich am Ende große Runden, die sich, der Geselligkeit wegen, ein ums andere Mal verabreden. Dreimal die Woche hat die Jungholzhütte geöffnet, und das soll auch so bleiben. Vollzeitgastro? Keine Option.

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten und Speisekarten finden Sie auf der Website der Jungholzhütte: www.jungholzhuette.de.