Zollmuseum Habkirchen Chefin des Hauptzollamtes besucht Museum in Habkirchen

Habkirchen · Oberregierungsrätin Anja Ball ließ sich von Franz-Josef Fries die Raritäten in Südwestdeutschland einzigartigen Einrichtung erläutern.

 Museumsleiter Franz-Josef Fries erläuterte der Vorsteherin des Hauptzollamtes Saarbrücken, Anja Ball, die teils ungewöhnlichen Exponate des Zollmuseums in Habkirchen.

Museumsleiter Franz-Josef Fries erläuterte der Vorsteherin des Hauptzollamtes Saarbrücken, Anja Ball, die teils ungewöhnlichen Exponate des Zollmuseums in Habkirchen.

Foto: Wolfgang Degott

„Ich bin beeindruckt. Hier wurde in den Jahren bewusst viel angesammelt. Die Fläche ist gut genutzt“, so Anja Ball, seit Februar Leiterin des Hauptzollamtes Saarbrücken, bei ihrem ersten Besuch im Zollmuseum in Habkirchen. Franz-Josef Fries, ehemaliger Zollbeamter und seit 2016 Leiter des einzigen Museums dieser Art in Südwestdeutschland, hatte die Oberregierungsrätin und ranghöchste Zöllnerin des Saarlandes während einer fast zweistündigen Führung die vielen Exponate gezeigt, damit auch die abwechslungsreiche Zollgeschichte der letzten Jahrhunderte plastisch vor Augen geführt.

Sein Vorgänger Manfred Nagel, der das Museum 1993 gegründet und bis zur Übergabe an ihn geführt hat, habe sich vor allem auf die über 300-jährige Geschichte des Zolls in Habkirchen beschränkt, so Fries. Er habe vor sechs Jahren einen Wechsel des Blickwinkels vorgenommen. „Die Zollverwaltung ist eine Bundesverwaltung. Der Zoll fängt weder hier an, noch hört er hier auf“, so Fries. Er hat sich damit die Aufgabe gestellt, auch über die regionalen Grenzen hinweg, Interessantes aus dem „Leben und Wirken des Zolls“ in die Museumsräumlichkeiten direkt an der Grenze zu Frankreich, an der deutsch-französischen Freundschaftsbrücke zu platzieren.

Dort passierte der deutsche Philosoph, Publizist und Politiker Karl Marx mit seinem Freund Friedrich Engels 1848 von Paris kommend als „Charles“ Marx die Grenze von Frankreich zum damaligen Königreich Bayern. Im Parforce-Ritt durch die Zollgeschichte erwähnte Fries auch das älteste, aus dem Jahr 1777 stammende und als Kopie zu sehende Dokument. Dabei ist zu lesen, dass zwei Personen beim Schmuggeln von Steinkohle erwischt wurden.

Während seinen Erläuterungen wurde auch die Grenzgeschichte des Saarlandes deutlich, und dass dessen Bewohner oftmals andere Identitäten annehmen „mussten“. Fries unterstrich, dass es Aufgabe des Museums sei, die Zollgeschichte nicht nur erlebbar zu machen, sondern sie auch hinauszutragen. Insbesondere jungen Menschen soll die Arbeit nahegebracht werden, sodass er sich gerade über jugendliche Besucher besonders freue. Für das Museum, das jeden dritten Sonntag im Monat geöffnet ist und kostenlos besucht werden kann, können individuell Führungstermine bei ihm unter den Tel. (0 68 04) 68 71 oder (0171) 8 76 35 79 vereinbart werden.

Was nicht fehlen durfte, waren die Besonderheiten der deutsch-deutschen Grenze, der Hinweis auf die gute Zusammenarbeit mit den französischen Kollegen, der gemeinsame Dienst auf der TGV-Schnellzugstrecke Frankfurt – Paris.

Besonders fasziniert war Ball von einer Karte, die ein ehemaliger Zollbeamter in akribischer Kleinarbeit hergestellt hatte und nun in Habkirchen ihre Bleibe gefunden hat. Sie zeigt die Zollgrenzen während des Zweiten Weltkrieges außerhalb des Reichsgebietes sowohl in Frankreich als auch in Russland. Auch die Entwicklung der Uniformen der Zollbeamten, sowohl in den deutschen Gebieten als auch in Frankreich fand das Interesse der Vorsteherin.

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