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Vierjahreszeiten mit Katrin Wilking & Band in Gräfinthal

Mandelbachtaler Vierjahreszeiten : Eine Zeitreise durch die Musikgeschichte

Katrin Wilking & Band gastierten am Freitagabend mit „The Evolution of Music“ in Gräfinthal.

Man hätte es sich ja schon zu Beginn der ersten Auflage der „Mandelbachtaler Vierjahreszeiten“ für 2020 denken können. Am Freitagabend standen im Saal des Hauses Wulfinghoff in Gräfinthal allerlei eigenartige Gegenstände neben den Instrumenten auf der Bühne: ein altes Radio, ein Grammophon und verschiedene Lampen. Letztere wurden von der Sängerin Katrin Wilking kurz danach zusammen mit André Gonçalves eingeschaltet.

„The Evolution of Music“, so der Name des Programmes, sei auch eine Zeitreise durch 100 Jahre Musik- und Radiogeschichte, verkündete Wilking. „Die Musik unserer Eltern und Großeltern“, fasste die Frau zusammen, die hauptberuflich nicht das Saxo- und das Mikrophon in Händen hält, sondern bei einer Krankenkasse als Fachwirtin arbeitet. „Stellen sie sich vor, wir wären 100 Jahre zurück im Jahre 1920“, versuchte Wilking das Publikum in die Situation zu versetzen. Die Liebe war bei so manchem jazzigen Titel das zentrale Thema. Und das Publikum musste nicht erst animiert werden, sondern ging, ob klatschend oder im Rhythmus mitwippend, schnell mit. Ein Grund dafür könnte auch sein, dass das Energiebündel die Stücke regelrecht lebt und mittanzt. Zwischendrin wird da auch mal kurz mit André Gonçalves, der sonst die Gitarre und den Bass spielt, eine Sohle aufs Parkett gelegt.

Ein Abend mit Katrin Wilking & Band lebt von den zahlreichen Soli, die jeder Musiker immer wieder beisteuert. Ob Dan Engle (Saxophon) oder Thomas Zimmermann (Drums) – alle reißen sie einen regelrecht vom Stuhl. Und das gibt Zwischenapplaus, der die Stimmung hochkitzelt. Einer von ihnen, der aber hinsichtlich Dauer, Geschwindigkeit und Intensität verblüfft, ist André Gonçalves. Und dabei spielt er den Bass gleichzeitig zur Gitarre. Man lauert regelrecht auf den nächsten Titel, etwa „Staying alive“ (Bee Gees), um zu sehen, wie er diesen auf beiden Instrumenten umsetzt. „Na also. Ihr habt ihn doch erkannt“, freut sich die Kaiserslauterer Powerfrau, als sie „In the Mood“ von Glenn Miller gesungen hatte. Schritt für Schritt ging es durch das Jahrhundert. Als dann „Bei mir bist du Shein“ (The Andrew Sisters) zu hören war konnte sich eine Frau in Reihe vier nicht mehr halten. „Ach neee, das hört man doch so gut wie nie im Radio, super“, entfuhr es ihr. Überhaupt konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Konzertbesucher regelrecht an den Lippen von Katrin Wilking hängen.

„Der Nächste namens Elvis Presley hat es ganz bestimmt ins Radio geschafft“, frohlockte das Pfälzer Energiebündel begeistert, als „Jailhouse Rock“ durch das barocke Gebäude hallte. Auch „I say a little Prayer“ (Aretha Franklin) führte zu einigen „Ahhhhh…!“ im Publikum. Der Titel, den man getrost als den besten des Abends bezeichnen kann, war der, bei dem Wilkings Stimme mehr als sehr gut zur Geltung kam. Genauso auch bei Lionel Ritchies „All night long“.100 Jahre Musikgeschichte heißt auch, dass man Kurt Cobain ebenso im Programm fand wie Stevie Wonder. Von Letzterem stammte auch die Zugabe „You are the Sunshine of my Live“, die nach stehenden Ovationen gespielt wurde.