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Vereine in Ommersheim fordern Hilfe ein

In Ommersheim fordert man Hilfe ein : Sterben jetzt womöglich die kleinen Vereine?

Auf dem Dorfplatz in Ommersheim kamen viele Leute in eigener sorgenvoller Sache zusammen.

„Wir werden Ommersheim nicht untergehen lassen. Das versprach Stephan Piorko. Es klang pathetisch, als der Ortsvorsteher die Versammlung zur aktuellen Vereinssituation auf dem Vichter Platz nach über einer Stunde beendete. Wer ihn kennt, weiß, dass ihm sein Ort und das Vereinsleben mehr als wichtig sind. Unter dem Titel „Gemeinsam.Stark“ hatten sich Bürger und Vereinsvertreter eingefunden, um an dem Abend, an dem eigentlich das 40. Dorffest begonnen hätte, über die Situation der Vereine zu berichten. Die Leute hatten Stühle und Kühltaschen mit Getränken dabei und rund um den Dorfplatz Platz genommen. Die von der Feuerwehr gehisste Fahne erinnerte traurig an die ausgefallene Freiluftsause. André Hofmann hatte ein Hygienekonzept erstellt und drei Polizisten waren eine Weile, zum Schutz, wie Piorko sagte, anwesend. Angesichts der teilweise beklemmenden Stimmung – Petrus steuerte noch wechselhaft-trübes Wetter mit Wind bei – hatte man beinahe das Gefühl, bei einer Trauerfeier zu sein. Doch diese Gedanken vertrieb einem schnell der Musikverein Ommersheim (Leitung: Stefan Weber), der die Versammlung umrahmte.

Es sei für ihn mehr Arbeit gewesen, diese Versammlung vorzubereiten, als ein Dorffest zu organisieren, blickte Stephan Piorko zurück. Er wolle ein Zeichen setzen, dass man nicht aufgibt, sagte der Ortsvorsteher, als der Musikverein (MVO) „Am Waldesrand“ gespielt hatte. Das Stück spielt der MVO immer auf dem Weg von der Kirche zum Faßanstich des Festes.

Mandelbachtals Bürgermeisterin Maria Vermeulen sprach bei der Versammlung anlässlich des abgesagten Ommersheimer Dorffestes auf dem Vichter Platz zu den Bürgern und Vereinsvertretern. Foto: Jörg Martin

Pfarrer Stephan Messner spendete der Versammlung den Segen und man betete gemeinsam das „Vater unser“. Der Seelsorger erinnerte auch daran, dass solche Versammlungen – angesichts von Fenster-, Internet und Autokonzerten – bis vor kurzem noch nicht denkbar gewesen sind. „Wenn ein Hochofen einmal aus ist, ist es schwer, ihn wieder in Gang zu setzen“, bemühte Piorko in seiner Rede den Vergleich, da er sich um die Existenz der Vereine sorgt. Zwar freue er sich über das Hilfsprogramm der Landesregierung für die Vereine. Doch niemand wisse, wie lange diese Krise dauern wird. Manch engagierter Bürger wird den Weg womöglich nach der Krise nicht mehr zurück zu seinem Verein finden. Es könnte indessen Geld vom Ortsrat für die über 20 Vereine zum Jahresende geben, stellte Stephan Piorko in Aussicht. Schmunzeln in den Besucherreihen war auszumachen, als er dazu aufrief, das Geld, das man beim Dorffest ausgegeben hätte, an die Vereine zu spenden.

Eine finanzielle Zuwendung hatte Bürgermeisterin Maria Vermeulen im Gepäck. Die Chefin im Rathaus kündigte auch an, die Hallen der Gemeinden in den letzten drei Wochen der Ferien wieder öffnen zu wollen (Bericht folgt). „Lassen Sie uns zuversichtlich sein“, gab sich Vermeulen optimistisch. Sie glaube an das Dorffest 2021 und war da mit Jana Ruffing vom Karnevalsverein „Die Sackschisser“ Ommersheim (KVO), die eine reimende Rede vortrug, in bester Gesellschaft. Dass neben den Fußball-Spielen (letztes Heimspiel im Oktober 2019) auch die Bewirtungs-Einnahmen aus dem Sportheim-Betrieb wegfallen und gleichzeitig die Kosten gleichbleiben, daran erinnerte Benedikt Baudy. Der 1. Vorsitzende des TuS Ommersheim sprach von fünfstelligen Kosten pro Jahr alleine für den Rasenunterhalt des Sportplatzes. Auch der MVO hatte am Freitag erstmals seit dem 11. März wieder proben können; wenn auch Open Air im Schulhof. „Kommen die Leute wieder?“, sorgt sich Francesco Fontana, der MVO-Chef. Derzeit probe man für das Adventskonzert, von dem man nicht wisse, ob es überhaupt stattfinden wird.

Ein Sterben der kleinen Vereine befürchtet Manfred Pfeiffer. Der Vorsitzende des Verkehrsvereins Mandelbachtal musste eine Unterstützung für die Vereine seines Zusammenschlusses durch Benefizkonzerte verneinen, da genau diese verboten sind.