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Saal Niederländer: Unsichere Zukunft für kulturelles Leben

Saal Niederländer : Unsichere Zukunft für kulturelles Leben

Der Saal Niederländer ist in Mandelbachtal wichtiger Treffpunkt für Vereine und andere Kulturschaffende. Doch die Zukunft ist ungewiss.

„Wir versuchen zu bleiben“, erklärte Gerd Tussing nach der jüngsten Gemeinderatssitzung im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Gemeinde Mandelbachtal und die Vereine wollen den Saal Niederländer weiter nutzen, so der Bürgermeister. Unklar ist nur, ob das in Zukunft überhaupt noch möglich sein wird. Denn der Mietvertrag, der Raum befindet sich in Privateigentum, läuft in etwas mehr als einem halben Jahr aus. Somit ist fraglich, ob der Raum den Vereinen nach dem Februar 2018 überhaupt weiterhin zur Verfügung steht. Tussing kann nur grob zum Sachverhalt Stellung nehmen, denn der Gemeinderat behandelte das Thema im nicht öffentlichen Teil der Sitzung (wir berichteten). Die SPD-Gemeinderatsfraktion hatte den Punkt auf die Tagesordnung setzen lassen. „Wir wollen Tempo in die Sache bringen und eine gewisse Verbindlichkeit herstellen“, meinte die Fraktionsvorsitzende Silvia Becker  vor der Sitzung am Telefon. Man sei ungeduldig, da das Thema bereits seit zwei Jahren andauere. Geplant war, dem Bürgermeister eine Frist bis Ende September zu setzen. Ihrer Meinung nach warte der Ratschef zu lange. Sie befürchtet, dass so nicht nur wertvolle Zeit verloren geht, sondern eine Art Zugzwang entstehen könne. Deshalb sollten in der Sitzung endlich einmal die Zahlen auf den Tisch, damit Berechnungen angestellt werden können. Für die Genossen sind drei Varianten denkbar: Die Verlängerung des Mietvertrages über den kommenden Februar hinaus nebst einer überschaubaren Renovierung, ein Verbleib nebst umfassender Sanierung oder der Bau einer neuen Halle mit Mehrzweckfunktion für die Vereine und die Bevölkerung Mandelbachtals. Letzteres dürfte —  wenn — wegen der mehr als schwierigen Finanzlage der Gemeinde eine Herausforderung darstellen und gilt als wenig wahrscheinlich. Wichtig sei es, so Becker, eine Lösung zu finden, die länger Bestand habe. Denkbar sei auch ein vorüber gehender Verbleib, bis ein Neubau fertig wäre. Die Investitionen bei der Vertragsverlängerung wären zwingend.

Denn der Vermieter würde andernfalls den betagten Eventraum abreißen und dann Wohnungen bauen. Dann stünden die Kulturtreibenden ohne Bleibe da. Unklar sei, wie umfassend eine Renovierung sein müsse, damit die Untere Bauaufsicht wegen der Sicherheitsaspekte eine Genehmigung erteilen kann. Für den Neubau gibt es bereits eine Studie der Gemeindeverwaltung, verweist Sozialdemokratin Becker. Direkt nahe dem Rathaus, am Theo-Carlen-Platz, gäbe es hierfür ausreichend Platz. „Wir brauchen einen Festsaal in Ormesheim“, ist die SPD-Gemeinderats-Chefin überzeugt.

 Der Saal Niederländer in Ormesheim, den die Gemeinde Mandelbachtal für Veranstaltungen der Vereine angemietet hat.
Der Saal Niederländer in Ormesheim, den die Gemeinde Mandelbachtal für Veranstaltungen der Vereine angemietet hat. Foto: Jörg Martin

Auch ein befristeter Vertrag als Übergangslösung, bis der Neubau fertig ist, kann sich die SPD vorstellen. Eine Sichtweise, die Gerd Tussing teilt. Michael Abel (SPD) hatte bei der Sitzung in Vertretung für die abwesende Fraktionsvorsitzende beantragt, Teile des Tagesordnungspunktes, bis auf die Vertragspunkte, bereits im öffentlichen Teil zu behandeln. Bürgermeister Gerd Tussing betonte einen Tag später, dass keine Vakanzen entstehen sollten. Er könne sich für alle drei Varianten erwärmen.