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The Rosevalley Sisters sangen in Gräfinthal

Gräfinthaler Vierjahreszeiten : Ohrwürmer charmant interpretiert

Die „Rosevalley Sisters“ brachten Songs aus der 30er und 40er Jahren auf die Bühne im Haus Wulfinghoff.

Wenn Pfälzer im Saarland auftreten, bleibt auch der Uralt-Witz - wenn auch dezent - über die beiden Völkchen nicht aus. So geschehen am Freitagabend, als „The Rosevalley Sisters“ im Haus Wulfinghoff auftraten und die Reihe „Mandelbachtaler Vierjahreszeiten“ des Verkehrsvereins für dieses Jahr frühlingshaft vor ausverkauftem Haus eröffneten. „Wir sind hier nicht im Urlaub, nur im Saarland. Aber hier ist es auch schön“, meinte da etwa Saskia Wrobel (Sopran) dann doch versöhnlich und hing dazu passend an die drei Retromikrofone Blumengirlanden an. Die drei Frauen aus dem Pfälzer Wald greifen gerne in die Trickkiste, soll heißen in den Antik-Reisekoffer. Denn die 30er-/40er-Jahre, die sie gesanglich verarbeiten, sind ihr Schwerpunkt. Und dazu bedarf es hin und wieder einer Requisite. Dann holen sie etwa ein Bild von Guiseppe heraus, das beim Singen immer wieder runterfällt. Der Italiano hat ihnen bei Amore Italienisch beigebracht. Und dann rächen sie sich gesanglich an ihm: „Der Guiseppe hat uns alle so enttäuscht. Er soll mit uns leiden“, frohlockt die Wrobel weiter. Da kann es sein, dass man den Gloria Gaynor-Klassiker „I will survive“ in einer ganz anderen Art präsentiert bekommt, als man ihn landläufig kennt. Die drei Damen sind in einem Flow, dem man sich nicht entziehen kann, da man an ihren Lippen hängt. Da macht es nichts, wenn ein anderer Titel vom Halbplayback kommt, als zuvor anmoderiert. „Das ist jetzt schon das zweite Mal im Saarland, dass ein Song einfach so verschwunden ist“, stellte Saskia Wrobel fest. Ja, das saarländische Bermuda-Dreieck. Das Publikum sitzt nicht anteilsnahmslos herum, sondern wird, wie bei „Walk like a Egyptian“ aktiv mit einbezogen, indem es den Refrain singt. „Jetzt kommt ein Tanz für die moderne Hausfrau. Wir putzen Fenster“, kündigte Wrobel an, als man einen Song präsentierte, der nicht nur die weiblichen Kurven, sondern auch die tiefen Töne betonen werde. Titel, die man bei einem solchen Auftritt erwartet, fanden sich vor allem in der zweiten Programmhälfte. Ob das klassische „Sing, sing, sing“, „Mr. Sandman“ oder „In the Mood“: Sie kamen sehr gut an. Man konnte sich auch das Gefühl der Epoche sehr gut vorstellen wie bei „Applethree“, bei dem die Liebste unterm Apfelbaum saß und Briefe vom Liebsten, der sich in der Ferne aufhält, las. „The Rosevalley Sisters“, die die „The Andrews Sisters“ zum Vorbild haben, singen die Lieder der damaligen Zeit nicht nur einfach nach und auch nicht herunter. Sie stellen meist auch einen lustigen Bezug her. Und das Publikum entdeckt Lieder der Vergangenheit wieder und singt begeistert mit. Wie etwa „Rosamunde“. Und dann kam - zwar erst als Zugabe, aber immerhin - ein Titel, auf den manche Zuhörer offensichtlich gewartet hatten: „Bei mir bist du scheen“ von Ella Fitzgerald, ehe man als weitere Belohnung zu „Route 66“ von Chuck Berry wechselte. „Das war eine richtige Reise in die Vergangenheit, schön“, meinte Werner Schmitt aus Zweibrücken hinterher beim Hinausgehen. Und seine Frau Christiane stimmte ihm zu.