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Strom, Wärme und Sprit aus Ackerpflanzen

Strom, Wärme und Sprit aus Ackerpflanzen

Warum planen die Stadtwerke Bliestal eine Biogas-Anlage?Die Stadtwerke Bliestal engagieren sich in allen Bereichen der Energietechnik: Photovoltaik, Kraftwärmekopplung, Geothermie, Windkraft und Bioenergie. In der ländlichen Umgebung des Bliesgaus bietet es sich an, nachwachsende Rohstoffe für eine CO2-neutrale Energieerzeugung einzusetzen

Warum planen die Stadtwerke Bliestal eine Biogas-Anlage?Die Stadtwerke Bliestal engagieren sich in allen Bereichen der Energietechnik: Photovoltaik, Kraftwärmekopplung, Geothermie, Windkraft und Bioenergie. In der ländlichen Umgebung des Bliesgaus bietet es sich an, nachwachsende Rohstoffe für eine CO2-neutrale Energieerzeugung einzusetzen.Wie funktioniert eine Biogas-Anlage?Landwirte liefern als Vertragspartner bestimmte Mengen Biomasse in Form von Mais, Gras, Ganzpflanzen oder Sonnenblumen an. Um den ganzjährigen Betrieb der Anlage gewährleisten zu können, wird die Biomasse durch einen natürlichen Lager-Prozess ähnlich der Kompostierung haltbar gemacht. Durch ständige Einfuhr in einen hermetisch abgeschlossen Fermenter (siehe Animation) vergären verschiedene Mikroorganismen das Material. Dabei entsteht Gas mit einem Methan-Anteil von 50 bis 60 Prozent. Diesem Rohgas wird in einer hochtechnischen Anlage Wasser, CO2 und etwas Schwefelwasserstoff entzogen. Dann wird es in das bestehende Erdgasnetz eingespeist. Da nur die organischen Stoffe im Vergärungsprozess abgebaut werden, enthält der Gärrest wichtige Nährstoffe, kann als hochwertiger Dünger wieder auf die Felder aufgetragen werden.Ein großer Teil des Biogases wird in Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung aber auch als Treibstoff für Erdgas-Fahrzeuge eingesetzt. Eine Anlage in der Größenordnung der Blieskasteler kann für etwa 1200 Haushalte Wärme und für rund 3800 Haushalte Strom erzeugen.Wie viel landwirtschaftliche Fläche wird für den Betrieb insgesamt benötigt?Die Anlage benötigt 20000 bis 25000 Tonnen Biomasse. Um die anzubauen, benötigt man eine Fläche von rund 800 Hektar.Mais ist ein wirtschaftlich lukrativer Biomasse-Lieferant. Ist mit einer Mais-Monokultur auf den Ackerflächen zu rechen?Der Maisanbau, der in den vergangenen Jahren im Bliesgau zurückging, weil auf den Höfen immer weniger Vieh gehalten wurde, wird wieder zunehmen. Mit einer durchdachten, ökologischen Fruchtfolge im Anbau von Energiepflanzen soll einer Monokultur aber vorgebeugt werden.Bringt die neue Anlage eine erhöhte Verkehrsbelastung?In der Erntezeit, die in der Regel nicht länger als zehn bis zwölf Tage dauert, werden mehr landwirtschaftliche Fahrzeuge auf den Straßen zu sehen sein. Auch deshalb wurde der Standort in die Mitte der Anbaugebiete gelegt.Haben Nachbarn mit Geruchsbelästigungen zu rechnen?Geruchsemissionen können fast ausgeschlossen werden.Bringt die Anlage Arbeitsplätze?Es entstehen auf der Anlage zwei bis drei Arbeitsplätze. Die Existenz von etwa 30 Landwirten wird gesichert. cas

HintergrundDer Standort der Biogas-Anlage steht nach den Worten des Mandelbachtaler Bürgermeisters Herbert Kessler zwar noch nicht endgültig fest, es gibt allerdings kaum Alternativen. Da die Blieskasteler Erdgasleitung das Biogas aus technischen Gründen nicht direkt aufnehmen kann, muss es zunächst in die bereits zwischen der pfälzischen Landesgrenze und Trier bestehende Enovos-Leitung eingespeist werden, die ganz in der Nähe verläuft. cas