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Späte Ehrung für größten Vereinserfolg beim SV Bliesmengen-Bolchen

Fußball-Saarlandliga : Späte Ehrung für größten Vereinserfolg

Der SV Bliesmengen-Bolchen ist Fußball-Saarlandligist. Die Urkunde gab es wegen der Corona-Pandemie erst vergangenen Samstag.

Am Samstag sind die Fußballer des SV Bliesmengen-Bolchen in die Vorbereitung gestartet. Etliche Anhänger waren erschienen, um dem Meister der Verbandsliga Nordost die Ehre zu erweisen, nachträglich zum Titelgewinn zu gratulieren. Der Aufstieg in die Saarlandliga war der größte Erfolg der Vereinsgeschichte, konnte aber aufgrund der Corona-Pandemie nie richtig gefeiert werden.

Und so wurde am Samstag etwas nachgeholt, was normalerweise im Anschluss an das letzte Rundenspiel über die Bühne geht. Die Meisterehrung des Saarländischen Fußballverbandes hätte unter den üblichen Umständen am Sonntag, 24. Mai, im Anschluss an die Heimpartie gegen den SV Hellas Bildstock stattgefunden. Klassenleiter Hartmut Seibert überreichte nun die Urkunde an Kapitän Paolo Valentini und den Spielausschuss-Vorsitzenden Stefan Ruppert. „Ich glaube, es geht mir so wie Euch: Ich bin froh, dass ich wieder auf dem Sportplatz stehen darf. Bisher durfte man aus Pandemie-Gründen noch keine Meisterschaft feiern. Hoffentlich ist das nun alles Geschichte“, meinte Seibert und ergänzte: „Ich denke, wenn alle Menschen sich annähernd vernünftig verhalten und auch in der nächsten Zeit so ein bisschen physisch soziale Kontakte vermeiden sowie Abstandsregeln wahrnehmen, geht es weiter voran.“

Auf der Urkunde steht: „Im Spieljahr 2019/20 errang die erste Mannschaft des SV Bliesmengen-Bolchen die Meisterschaft in der Verbandsliga Nordost.“ Außerdem gab es auch den obligatorischen Meisterteller. „Ein Wiedersehen mit mir wäre doof, dann müsst Ihr absteigen, weil ich nicht als Klassenleiter in die Saarlandliga aufsteige. Alles, alles Gute in der Saarlandliga. Ihr seid ein verdienter Meister – und dies hier ist noch der Lohn für das vergangene Spieljahr. Sonst ist es immer noch etwas emotionaler auf dem Platz – mit viel Sekt“, sagte der Klassenleiter.

„Letztlich war es eine Art Corona-Meisterschaft, wir hätten es gerne zu Ende gebracht. Auch im Pokal mit dem Achtelfinal-Einzug gegen Diefflen und der starken Hallenrunde war es eine rundherum gelungene Saison“, freute sich noch einmal Meistertrainer Patrick Vitt. Besser hätte es für den 37-Jährigen in seinem ersten Trainerjahr in Mengen nicht laufen können. Auch die Entwicklung der Jungen sei hervorragend gewesen – beispielhaft seien Luca Bauer, Maximilian Escher und auch Nico Valentini genannt. Der Blick richte sich nun aber klar nach vorne, wo in der höchsten saarländischen Spielklasse eine „richtig große Herausforderung“ warte. Er selbst habe viele Jahre in der Saarlandliga gespielt. „Bei unseren Spielern sind es bislang gerade einmal drei, vier Jungs, die bereits dort aktiv waren. Es ist eine riesige Vorfreude, auch mal andere Sportplätze zu sehen. Wir dürfen unter anderem im riesigen Ellenfeldstadion bei Borussia Neunkirchen antreten. Hinzu kommen die tollen Aufgaben wie beispielsweise gegen Dillingen und Auersmacher“, erklärte Vitt.

Man sei in der Lage, in dieser Klasse mitzuspielen – „in der Offensive und im fußballerischen Bereich sowieso, aber wir müssen auch defensiv möglichst stabil stehen“. Die große Zielsetzung sei der Ligaverbleib. Die Titelfavoriten seien Herrensohr, Auersmacher, Brebach, Mettlach und Neunkirchen. Vitt hatte in der Sommerpause aus dem Kader der ersten Mannschaft keinerlei Abgänge zu beklagen, es gibt zwei Zugänge (siehe Infobox). „Wir hätten schon noch ein paar mehr Spieler verpflichten können. Ich bin aber auch dankbar gegenüber den Jungs, die den Aufstieg geschafft haben. Wir sind von den Spielern überzeugt und haben auch so den Vorteil, auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen zu können“, betont der Trainer.

Ein Co-Trainer bleibt Mathias Munz. Der erfahrene Angreifer will auch in der Saarlandliga seine Treffsicherheit unter Beweis stellen. Zu diesem Duo stößt nun auch noch Tobias Isengard als weiterer Co-Trainer hinzu. Auch er ist im Defensivbereich weiterhin fest als Leistungsträger eingeplant. In Sachen Langzeitverletzungen sehe es auch gut aus. Peter Luck (27) sei nach einem operativ behandelten Mittelfußbruch wieder voll belastbar. Derzeit gebe es keine Ausfälle. Vitt selbst wird im Oktober 38 Jahre alt. Auf die Frage, ob er weiter als Spieler zur Verfügung stehe, antwortete er: „Der größte Sprung im Saar-Fußball ist zwischen Verbands- und Saarlandliga. Ich trainiere noch mit und halte mich fit, werde aber nur noch im Notfall eingreifen – das sollen jetzt überwiegend die Jungen stemmen.“ Es gebe bei der Ersten aktuell eine Kaderstärke von drei Torhütern und 18 Feldspielern. Ein Fragezeichen stehe noch hinter Roman Pawlik, dessen künftiger Studienort offen ist. Auch der Spielausschuss-Vorsitzende Ruppert ist zufrieden: „Wir haben uns eindeutig für den richtigen Trainer entschieden, wie die ganzen Erfolge in sämtlichen Wettbewerben beweisen.“

Neuzugänge zweite Mannschaft: Trainer Thorsten Bickelmann, Marc Nagel, Simon Fillgraf, Yann Becker, Jonathan Gabriel, Lars Pfeifer, Maxi Wilems und Trainer Stefan Bauer (von links). Foto: Stefan Holzhauser Foto: Stefan Holzhauser

In der Vorbereitung falle das erste Mal seit Jahrzehnten aufgrund von Covid-19 das Saar-Blies-Turnier aus, die 52. Auflage finde 2021 statt. Trotz der finanziellen Verluste sei man im Verein froh, dass es überhaupt wieder losgehen könne. „Wir sind 1927 gegründet worden, von daher kam der größte Erfolg der Vereinsgeschichte ein paar Jahre vor unserem 100-Jährigen. Gegen wen wir in der Saarlandliga beginnen, steht noch nicht fest. Da am ersten September-Wochenende die Bliesmenger Kirb stattfindet, wäre es schön, gleich zum Saisonauftakt ein Heimspiel zu haben“, betonte der Spielausschussvorsitzende.