1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Mandelbachtal

Silke Klein, SPD-Mitglied aus Mandelbachtal, soll Parteispitze in Berlin beraten

SPD-Mitglied aus Mandelbachtal : „Meiner Meinung nach fehlt meiner Partei die Bürgernähe“

Silke Klein, ein einfaches SPD-Mitglied aus Mandelbachtal, soll vor der Bundestagswahl die Parteispitze in Berlin beraten. Sie wurde dafür ausgelost.

„Völlig überrascht“ sei sie gewesen, als die Nachricht kam, sagt Silke Klein. Die 53-Jährige aus Mandelbachtal wurde in den neuen 20-köpfigen Mitgliederbeirat der SPD gelost, der die Parteispitze beraten und nach offizieller Darstellung der Partei „auch maßgeblich Einfluss auf das Programm für die nächste Bundestagswahl“ nehmen soll. Silke Klein vertritt in dem Gremium die 16 000 saarländischen SPD-Mitglieder.
Sie stammt aus dem Erzgebirge, lebt seit 2003 im Saarland und trat der Partei erst im November 2019 bei.

Warum kommt die SPD nicht aus dem Umfrageloch?

KLEIN Meiner Meinung nach fehlt meiner Partei die Bürgernähe. Familien und junge Menschen sind unsere Zukunft. Dort sollte man ansetzen. Mir fallen da einige Dinge ein, die man tun könnte. Aber auch ältere Mitmenschen dürfen nicht vernachlässigt werden. Leider fehlen den Landkreisen, in meinem Fall der Ortsgruppe, die finanziellen Mittel.

Mit welchem Thema / welcher Forderung könnte die SPD in der Gunst der Wähler wieder zulegen?

KLEIN Unser Parteiprogramm sollte immer beinhalten, was bereits erreicht wurde. Viele Bürger wissen gar nicht so genau, wem sie soziale Projekte zu verdanken haben. Dabei denke ich zum Beispiel aktuell an die Mindestrente oder auch an den Familienbonus in Corona-Zeiten. In Gesprächen mit meinen Mitmenschen geht es meistens nur darum, was nicht erreicht wurde. Deshalb muss das Erreichte ein bisschen mehr in den Fokus rücken. Auch die Jungwähler sollte man ansprechen: Gespräche suchen, SPD-organisierte Jugendclubs oder ein SPD-organisiertes Familienfest mit Hüpfburg für die Kinder, eine Rallye mit kleinen Gewinnen. Wenn die Kinder beaufsichtigt werden, die Eltern mal zur Ruhe kommen, kommt man auch ins Gespräch. So hört man die Nöte und Sorgen der Bürger und Hilfe kann in Angriff genommen werden. Gleichzeitig erreicht man die älteren Bürger, die sich sicher ihrer jungen Familie anschließen. Auch da sehe ich Potenzial. Die Bürger sollten hautnah spüren, was die SPD für sie tun kann. Sie wollen gehört und ernst genommen werden. Bürgernähe.

Angenommen, das neue Spitzenduo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans fragt Sie, was es besser machen kann. Ihre Antwort?

KLEIN Eine bestimmte Forderung möchte ich nicht benennen. Aber ich wünsche mir und ich glaube, viele andere Bürger auch, ehrliche Politik mit Transparenz. Es würde bestimmt helfen, wenn man erklärt, warum das eine oder andere Wahlversprechen nicht gehalten werden konnte. Meine Partei muss glaubhaft vermitteln können, dass sie in der Lage ist, unser Land sozial und demokratisch zu führen. Vertrauen ist dabei ein wichtiges Thema.

Wer sollte SPD-Kanzlerkandidat werden?

KLEIN Bis zur Bundeskanzlerwahl ist es noch eine Weile hin. Natürlich habe ich mir meine Gedanken dazu gemacht, nur möchte ich sie derzeit noch nicht preisgeben.