Schicksal der Vorfahren beleuchtet

Der Arbeitskreis Dorfgeschichte Erfweiler-Ehlingen besteht seit rund zehn Jahren. Nachdem er sich zunächst mit den Gefallenen des Ersten Weltkrieges beschäftigt hatte, sind nun die Überlebenden Thema.

"Wir müssen unbedingt nach München fahren." Wolfgang Welsch sagt das mit einem gewissen Grinsen im Gesicht. Er ist zusammen mit Friedel Welsch, Josef Rebmann und Benno Bubel Mitglied im Arbeitskreis Dorfgeschichte Erfweiler-Ehlingen . Die seit 2003 bestehende Runde befasst sich derzeit intensiv mit den Einwohnern, die am Ersten Weltkrieg teilgenommen haben. Die Schicksale der 28 Toten und die der zwei an ihren Kriegsverletzungen in der Heimat verstorbenen Soldaten hat man bereits aufgeklärt. Sie gehörten alle - wie etwa 90 Prozent im Ort - dem Königlich Bayrischen 22. Infanterie-Regiment "Fürst Wilhelm von Hohenzollern" an. Das war damals in Zweibrücken stationiert. Erfweiler-Ehlingen war nämlich bayrisches Gebiet. Nach München müsse man nicht, relativierte Alt-Ortsvorsteher Benno Bubel. Auch so habe man guten Zugang zu Archiven, erhalte Unterstützung von der Stadt Zweibrücken, greife auf ein Einwohnerverzeichnis von 1912 zurück oder bekomme Hilfe von der Rubenheimer Heimatforscherin Helga Hepp. Bubel brennt mit großer Leidenschaft für die Sache. Sein Großvater war der zweite Mann aus dem Ort, der im Ersten Weltkrieg verwundet wurde. Er starb am 6. Dezember 1914 in München . So ist es nicht verwunderlich, dass Benno Bubel bereits seit zehn Jahren mit der Thematik beschäftigt ist. Oft sei man nach Verwundungen - quasi für damalige Verhältnisse "zur Kur" - wieder nach Hause geschickt worden. So kam es etwa, dass der Opa von Wolfgang Welsch am 19. Dezember nach Hause kam und vier Tage später heiratete.

Leihgaben von Angehörigen

Wer gedient hatte, erhielt einen Reservistenkrug. Diese Raritäten, alle mit persönlicher Widmung, sind heute gehütete Schätze der Angehörigen. Der Arbeitskreis in Erfweiler-Ehlingen hat sie für die Geschichtsaufarbeitung leihweise überlassen bekommen. "Wir sind froh, wenn wir sie in den nächsten Tagen wieder zurückgeben können. Die Verantwortung wiegt schwer", erklärt Benno Bubel sichtlich beeindruckt. Manch einer hat den Seidel genau wie die eine oder andere Urkunde in gutem Zustand auf dem Dachboden gefunden. Durch Mundpropaganda kamen immer mehr zusammen. Fasziniert sind die Männer vor allem davon, dass es Bücher gibt, in denen man nachlesen kann, wann und wo die Regimenter sich genau aufhielten. Frankreich, Mazedonien, Russland oder etwa Belgien waren keine Seltenheit. Bei der Mobilmachung glaubten die Soldaten damals, nach vier Wochen - rechtzeitig zu Weihnachten - wieder zu Hause zu sein. Stattdessen bekamen ihre Angehörigen ein Foto des Grabes ihres Soldaten geschickt.

Nach der Geschichte der Gefallenen geht es nun um diejenigen, die den Krieg zunächst überlebten. Die Abhandlung soll einmal die Grundlage für ein mögliches Heimatbuch darstellen. Den Akteuren liegt fern, den Krieg zu verharmlosen. Darauf legen sie großen Wert. Vielmehr wollen die Engagierten Licht in das Schicksal ihrer Vorfahren und aller am Krieg Beteiligten aus dem Ort bringen.

Informationen bei Benno Bubel, Telefon (0 68 03) 29 44,

E-Mail: b.bubel@gmx.net.