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Schau „Gott liebt die Fremden” ist eröffnet

Schau „Gott liebt die Fremden” ist eröffnet

Ausstellung läuft bis 22. März in Ormesheim. Die Flüchtlingshilfe Mandelbachtal sucht noch Helfer.

Riesig war das Interesse an der Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung "Gott liebt die Fremden". Fast 100 Besucher waren der Einladung des Verkehrsvereins Mandelbachtal und der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Saarpfalz gefolgt, die bis zum 22. März gemeinsam die Ausstellung im Mandelbachtaler Rathaus in Ormesheim zeigen. Bürgermeister Gerd Tussing war von dem großen Interesse sichtlich beeindruckt.

Er begrüßte neben den Veranstaltern die drei katholischen Pfarrer Notthof, Messner und Lehner (der evangelische Pfarrer Glitt ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen), aber vor allem viele syrische Flüchtlinge, die bei der Veranstaltung für das Catering mit Spezialitäten aus ihrer Heimat gesorgt hatten. Gekommen waren auch viele Bürger, die ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert sind und die im Rahmen der Ausstellung auf zwei Tafeln über ihre Arbeit informieren. Der Vorsitzende des Verkehrsvereins, Manfred Pfeiffer, erläuterte die Beweggründe warum diese Wanderausstellung von ihm von Speyer nach Mandelbachtal geholt worden war. "Sie zeigt das Schicksal von prominenten biblischen Fremden, von Abraham und Sara bis hin zu Maria, Josef und Jesus als Flüchtlingsfamilie. Sie stellt die biblischen Schutzgebote für Ausländerinnen und Ausländer zusammen und schlägt die Brücke zu konkreten Handlungsorientierungen heute."

So eigne sich die Ausstellung als Diskussionsgrundlage und Gedankenanstoß. Die Leiterin der KEB Saarpfalz Gertrud Fickinger dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Verkehrsverein im Vorfeld der Veranstaltung.

Sie bezeichnete die Aufnahme von Flüchtlingen als eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen: "Sowohl für uns, die wir eine Heimat haben und in Sicherheit leben dürfen, als auch für die Flüchtlinge selbst, die eine dramatische Grenzsituation erleben.'' Der katholische Pastoralreferent Steffen Glombitza aus Blieskastel-Lautzkirchen führte für die KEB in das Thema und die Ausstellung ein. Er zitierte launig Karl Valentin und Max Frisch und sinnierte, was es eigentlich heißt, einander fremd zu sein: "Der Mensch wird nicht an sich selber. Er wird nur am Du. Am Gegenüber. Dieser Andere ist aber immer fremd zu mir." Er bezeichnete den Blick, den die Ausstellung auf dieses Thema wirft, als erfrischend, da sie biblische Perspektiven auf den Fremden aufzeige.

Zum Abschluss ergriff noch Maryline Theis von der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe in Mandelbachtal das Wort. Sie stellte kurz ihre Arbeit vor, machte aber auch darauf aufmerksam, dass noch viel mehr einheimische Helfer zur Betreuung der Flüchtlinge in Mandelbachtal gebraucht werden. Wer etwas Zeit entbehren könnte, würde dort dringend gebraucht und wäre willkommen. Danach betrachteten die Besucher die Ausstellung und fanden sich in Gruppen zum Gespräch und zur Diskussion zusammen. Dabei konnten die Gäste diverse Getränke, aber auch Selbstgebackenes von den Asylanten genießen. Und dies hat offensichtlich so gut geschmeckt, dass am Ende alle Schalen restlos geleert waren.