Ratsmehrheit für Biosphärenkonzept

Mandelbachtal · Am Ende gab es fünf Gegenstimmen: Mehrheitlich akzeptierte der Mandelbachtaler Gemeinderat das Biosphärenkonzept. Das Konzept sorge, so Zweckverbands-Geschäftsführer Gerhard Mörsch, für eine zusätzliche Identität.

 Nicht jedem Vertreter im Gemeinderat Mandelbachtal passt der Biosphären-Status. Foto: Ralf Louis

Nicht jedem Vertreter im Gemeinderat Mandelbachtal passt der Biosphären-Status. Foto: Ralf Louis

Foto: Ralf Louis

In der jüngsten Mandelbachtaler Gemeinderatssitzung wurde die seit einem Jahr andauernde Diskussion über das Biosphärenkonzept vorläufig beendet (wir berichteten). Die beiden Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes, Gerhard Mörsch und Holger Zeck, sowie Verbandsvorsteher und Landrat Theophil Gallo waren eigens erschienen. "Wir wollen Ihnen als Biosphärenreservat nicht die Identität nehmen", versuchte Mörsch vor allem Peter Hack (FWG) zu beruhigen.

Das Konzept sorge vielmehr für eine zusätzliche Identität, die gar zu einem gewissen Stolz führen könnte, glaubt Gerhard Mörsch. "Wir wollen der Region keine andere Identität geben. Das ist Fubbes", meinte der Landrat. Niemand sei gefragt worden, ob die Biosphärenidentität "übergestülpt" werden dürfe, widersprach Hack. Viele FWG-Kritikpunkte seien unberücksichtigt. Die FWG werde dem Gemeinderat erneut empfehlen, aus dem Verband auszutreten. Dafür gab es Applaus von Werner Untersteller (CDU ). Holger Zeck hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die Hoheit über die Bauleitplanung bei der Kommune bleiben soll. Die sei für die CDU-Fraktion im Konzept zu kurz gefasst, wie Carolin Reinhard betonte. In der Gemeinde stehe kein Bauland zur Verfügung oder es werde anderweitig genutzt. Leerstände wurden durch Flüchtlinge kompensiert. "Viele wandern ab, da sie hier nichts zum Wohnen finden", sorgt sich Reinhard. Die CDU fordere deshalb eine Streichung der entsprechenden Stelle. Andernfalls könne man dem Konzept nicht zustimmen. Die Gemeinde habe nur einen einzigen, unattraktiven Bauplatz in Habkirchen, pflichtete Bürgermeister Gerd Tussing (CDU ) ihr bei. Schützenhilfe gab es hier vom Landrat. Ihm sei der Blick in die Zukunft alleine aus Demographie-Gründen wichtig.

Daniel Kempf (CDU ) verwies auf den veralteten Landesentwicklungsplan, der bereits aus dem Jahr 2004 stamme. Dieser müsse unbedingt überarbeitet werden, sei sehr lehrbuchorientiert und bilde die Wirklichkeit nicht ab. Gleichzeitig sei ein faktischer Siedlungsdruck vorhanden, findet der Unionspolitiker.

Die Biosphäre werde es auch dann geben, wenn das Konzept abgelehnt wird, wagte sich Silvia Becker (SPD ) an eine andere Perspektive. Sie wies jedoch darauf hin, dass Mandelbachtal bereits beim Masterplan "draußen" sei. Eine weitere Ablehnung gefährde Förderungen. Verbandschef Gallo ist der Auffassung, dass das Konzept nicht an Formulierungen scheitern dürfe. Die Wähler würden nicht verstehen, wenn es nicht weitergehen würde. "Sie müssen zusammenkehren, was andere verbrochen haben", sprach Bebelsheims Ortsvorsteher Untersteller Theophil Gallo an. Dieser gab zu, dass es zu Zeiten des früheren Geschäftsführers Kommunikationsdefizite gegeben habe.

Der Landrat möchte jedoch die Vergangenheit ruhen lassen und Ausgewogenheit herstellen. Peter Hack konnte er nicht zufrieden stellen. Ihm reichen die beiden Vertreter des Gemeinderats, von CDU und SPD besetzt, in der Verbandsversammlung nicht aus. Gerd Tussing verwies darauf, dass die Informationen seitens der beiden Vertreter im Gemeinderatsausschuss kommuniziert würden. Im Übrigen fehle für weitere Sitze die rechtliche Grundlage. Vergleiche zum Entsorgungsverband Saar zog Gerhard Hartmann. Dieses Demokratieverständnis sei für den FWG-Chef zweifelhaft. Das Konzept wurde mit fünf Gegenstimmen (FWG, Linke und Grüne) angenommen.

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